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Wagniskapital Weniger neue „Einhörner“ – Kapitalgeber legen Pause ein

Im weltweiten Markt für Risikokapital sitzt das Geld nicht mehr so locker wie in den Vorjahren. Start-ups mit Milliarden-Bewertungen werden seltener.
Update: 11.04.2019 - 10:52 Uhr Kommentieren
Die Smartphone-Bank schaffte es zum Einhorn aufzusteigen. Quelle: obs
N26

Die Smartphone-Bank schaffte es zum Einhorn aufzusteigen.

(Foto: obs)

DüsseldorfDer globale Markt für Risikokapital ist im ersten Quartal eingebrochen. Auch die Zahl der „Einhörner“ – also der jungen Firmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar – war mit 23 Fällen stark rückläufig. Die meisten davon stammten aus den USA und China, aus Deutschland schaffte es die Smartphonebank N26, zum „Einhorn“ aufzusteigen. Zum Vergleich: in den ersten drei Monaten 2018 wurden noch mehr als 30 neue Einhörner gezählt.

Der Erfolg des deutschen Shooting-Stars N26 ist eine rasante Wachstumsstory, die aber auch ihren Preis hat. Nach Informationen des Handelsblatts stellte die Finanzaufsicht Bafin im vergangenen Jahr zahlreiche Mängel fest – bei der Personalausstattung, beim Management von ausgelagerten Aufgaben und bei der Technik. Diese muss das N26-Management nun schnellstmöglich abstellen.

Nach Einschätzung von KPMG-Partner Stefan Kimmel sind bisher viele „Einhörner“ erfolgreich, indem sie existierende Geschäftsmodelle digitalisiert haben. Künftig dürften Investoren aber verstärkt nach Start-ups Ausschau halten, die durch völlig neue Geschäftsmodelle getrieben sind, bei denen unterschiedliche Branchen vermischt werden, um etwas völlig Neues zu schaffen. Laut der Studie „Venture Pulse Q1 2019“ wurden weltweit im ersten Quartal 53 Milliarden Dollar in rund 2650 Start-Ups aus allen Branchen gesteckt, 13 Prozent weniger als im vergleichbaren Rekord-Vierteljahr 2018.

Die Fintechs bleiben ein beliebtes Spielfeld für Venture-Capital-Geber: dreistellige Millionensummen kassierten neben N26 auch Chime in den USA, sowie Oak North und Starling Bank in Großbritannien. In Deutschland haben Fintechs im ersten Quartal sogar einen neuen Rekord aufgestellt, das zeigte gerade eine Analyse der Beratungsfirma Barkow Consulting. Demnach haben hiesige Finanz-Start-ups in den ersten drei Monaten dieses Jahres 686 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Das sind das noch einmal 77 Prozent mehr als im vorherigen Quartal. Allerdings streuen Investoren ihr Geld inzwischen weniger breit. Stattdessen werden größere Summen auf ein paar Stars der Branche gesetzt: Die Zahl der Investments ist von 33 auf 26 pro Quartal gesunken.

Die KPMG-Experten rechnen bei den Fintechs allerdings auch mit Zusammenschlüssen, um so Marktanteile zu gewinnen – egal, ob im Zahlungsverkehr, bei der Vermögensverwaltung, im Online-Banking oder bei Versicherungsdienstleistungen. In Deutschland gab es schon mehrere Zusammenschlüsse. Kürzlich haben die Unternehmen Figo und Finreach ihre Fusionspläne bekannt gegeben, beide haben sich auf Dienstleistungen rund um Datenschnittstellen zu Bankkonten spezialisiert. „Wir wollten uns beide zu einem umfassenderen Serviceanbieter weiterentwickeln“, erklärte Figo-Geschäftsführer André M. Bajorat dazu. „Indem wir unsere Angebote kombinieren, können wird das deutlich schneller erreichen.“

Mit ähnlichen Argumenten hatten 2018 auch die digitalen Vermögensverwalter Vaamo aus Frankfurt und der britische Wettbewerber Moneyfarm ihre Fusion begründet – man wolle von den Stärken des anderen profitieren und gemeinsam expandieren. Auch der Finanzierungsplattformen Finnest aus Österreich und die finnische Invesdor Oy gaben kürzlich bekannt, dass sie sich zusammentun. Anfang April hatte die Fintech-Plattform Finleap zudem die Übernahme von Penta bekannt gegeben, einem Anbieter von Geschäftskonten. Bereits 2017 übernahm der Technologieanbieter Deposit Solutions die Zinsplattform Savedo. Dabei wurden ebenfalls die Kräfte gebündelt.

In den Fokus der kommenden Jahren rückt bei Investoren das Thema Künstliche Intelligenz (KI).

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