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Warren Buffett in Omaha Feierstimmung im „Woodstock für Kapitalisten“

Es ist angerichtet: Zehntausende Aktionäre sind nach Omaha gepilgert, um Warren Buffett live zu erleben. Zum Jubiläum macht sich der Investmentguru selbst ein Geschenk. Doch er zeigt auch erste Müdigkeitserscheinungen.
Update: 02.05.2015 - 17:48 Uhr Kommentieren
Warren Buffetts Berkshire Hathaway legt gute Zahlen vor. Quelle: dpa
In Feierlaune

Warren Buffetts Berkshire Hathaway legt gute Zahlen vor.

(Foto: dpa)

OmahaSchon auf dem Flug nach Omaha dreht sich alles um Warren Buffett. Gleich mehrere Fluggäste studieren noch einmal den Brief an die Aktionäre, den der legendäre Investor Ende Februar verfasst hat. Ein anderer stöbert in dem Buch „Active Value Investing“, seine Sitznachbarin liest die Buffett-Biografie „The Snowball“. Im Gang prahlt ein Vermögensverwalter über die neusten Unternehmensschnäppchen, die er gefunden hat. „Wir haben im ersten Quartal in Asien zugeschlagen“, sagt der schlanke Herr in Jeans und Jackett. Ein anderer diktiert einer jungen Frau die besten Fonds, um wertorientiert zu investieren ins Smartphone. Sie will endlich etwas für ihre Altersvorsorge tun, und Warren Buffett hat es mit diesem Ansatz schließlich zum Milliardär geschafft.

Schon seit vielen Jahren pilgern Buffetts Anhänger zur Hauptversammlung nach Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. Dieses Mal, zum 50. Firmenjubiläum, sind 44000 Buffett-Fans aus aller Welt angereist. Das ist ein neuer Rekord.

Die ganze Stadt ist im Buffett-Fieber. Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway hat mit Airbnb zusammengearbeitet, um die Menschenmassen in der 400000 Einwohner großen Stadt unterzubringen. Selbst in dem Haus, in dem Buffett aufgewachsen ist, werden Gäste übernachten. Dazu wurde eigens ein Wettbewerb ausrufen – wer in vier Fragen am überzeugendsten argumentiert, warum er Buffett und Omaha schätzt, gewinnt.

Seine beiden liebsten Steak-Häuser in Omaha machen am Wochenende der Hauptversammlung gut 30 Prozent des Jahresumsatzes. Buffett selbst hat angekündigt, am Sonntag dort zu Abend zu essen.

Der 84-Jährige Ausnahmeunternehmer hat das jährliche Treffen seiner Aktionäre in eine geschickte Marketing-Veranstaltung verwandelt. Eine ganze Reihe der gut 80 Mittelständler, die zu seinem Konglomerat gehören, verkaufen am Wochenende an die Aktionäre: Messer von „The Pampered Chef“ – einem Direktvertrieb von Küchenartikeln, Cowboystiefel von Justin Brands, Schokolade von See’s Candy, Boxershorts von Fruit of the Loom, die mit den Gesichtern von Buffett und seinem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Charlie Munger bedruckt sind.

Doch am Rande des „Woodstock für Kapitalisten“ geht es auch ums Geschäft. Hedgefonds-Manager Whitney Tilson lädt zum Empfang ins Hilton. Im Caféhaus „Scooters“ in Omahas Altstadt trifft sich ein Vermögensverwalter mit einer Gruppe brasilianischer Kunden. Buffett selbst ist drei Tage lang „komplett ausgebucht“. Auch sein Aufsichtsrat und Vertrauter Bill Gates ist in der Stadt. Der Microsoft-Gründer hat mit Buffett zusammen die Initiative gestartet, die Milliardäre dazu motiviert, die Hälfte ihres Vermögens zu spenden.

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
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Rang 10: Moody's Corporation

Zu den größten Beteiligungen der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, gehört das Finanz- und Analysehaus Moody's, das hauptsächlich für seine Bewertung von Unternehmen und Staatsanleihen bekannt ist. Moody’s ist die zweitgrößte Ratingagentur der Welt und beherrscht 40 Prozent des Rating-Marktes.

In den USA müssen Manager, die mehr als 100 Millionen Dollar an Aktien verwalten, das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der Börsenaufsicht einreichen. Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten. Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Marktwert der Beteiligung: 2,16 Milliarden US-Dollar

Quelle: Pflichtmitteilung (13F) von Berkshire Hathaway an die US-Börsenaufsicht, Bloomberg

(Stand: 30.06.2014)

(Foto: ap)
Bett im Altenheim
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Rang 9: Davita Healthcare Partners

Der Zusammenschluss aus Davita und Healthcare Partners ist einer der größten Gesundheitskonzerne der USA, der sich auf Nierenbehandlungen wie Dialyse spezialisiert hat. Das deutsche Pendant zu Davita Helthcare Partners ist Fresenius Medical Care.

Marktwert der Beteiligung: 2,7 Milliarden US-Dollar

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 16502545 FILE - In this Oct. 20, 2009 file photo, signs on a US Bank branch in Omaha, Neb. are shown Tuesday, Oct. 20, 2009. U.S. Bancor
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Rang 8: U.S. Bancorp

Warren Buffett mag Finanzaktien: Vier seiner zehn größten Beteiligungen sind aus der Finanzbranche. Dazu gehört auch die fünftgrößte Bank der USA: U.S.Bancorp (USB).

Marktwert der Beteiligung: 3,5 Milliarden US-Dollar

(Foto: ap)
huGO-BildID: 36679384 This April 29, 2014 photos shows Exxon signage at a mini-mart in Dormont, Pa. Exxon Mobil reports quarterly earnings on Thursda
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Rang 7: Exxon Mobil

Der Ölgigant Exxon Mobil war das wertvollste Unternehmen der Welt, bis es von Apple überholt wurde. An Apple hatte der Börsengroßmeister Buffett bisher kein Interesse. Grundsätzlich kaufe Buffett keine Technologie-Aktien, da er sich mit Technologie zu wenig auskenne.

Marktwert der Beteiligung: 4,1 Milliarden US-Dollar

(Foto: ap)
huGO-BildID: 25192889 (FILES)American-made Pringles, which are very popular in China, line the isle of the imported goods section of a grocery store
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Rang 6: Procter & Gamble

Pampers, Pringles und Head & Shoulders: Der Konsumgüterriese Procter & Gamble deckt so ziemlich jeden Lebensbereich ab. Von der Wäsche (Ariel) bis zur Männerrasur (Gilette) begleiten uns Produkte des US-Giganten. Auch Warren Buffett weiß: Mit den Grundbedürfnissen der Menschen kann man gute Geschäfte machen.

Marktwert der Beteiligungen: 4,1 Milliarden Dollar

(Foto: AFP)
Wal-Mart - 2. Quartal
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Rang 5: Wal-Mart

Der Einzelhandelsriese ist der größte private Arbeitgeber weltweit, beherrscht einen Großteil des US-Marktes und ist das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. Wer damals rechtzeitig einstieg als Wal-Mart 1972 an die Börse ging, darf sich heute glücklich schätzen: Die Aktie hat seitdem mehr als 94.000 Prozent an Wert gewonnen.

Marktwert der Beteiligungen: 4,4 Milliarden Dollar

(Foto: dpa)
The IBM logo is seen outside the company's offices in Petah Tikva in this file photo
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Rang 4: IBM

„Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt“, soll der damalige IBM-Chef Thomas Watson im Jahr 1943 gesagt haben. Er wurde eines besseren belehrt. Die digitale Revolution machte IBM zum Bluechip der Branche mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden Dollar. Die Aktie hat seit 1978 um mehr als 10.000 Prozent an Wert gewonnen. Die IBM-Aktie ist bei Buffett eher eine Ausnahme, da er sonst nicht viel von Technologiewerten hält.

Marktwert der Beteiligungen: 12,7 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)

Gleich zum Auftakt der Sitzung liefert Buffett starke Quartalszahlen: Vor allem die Bahn- und Versicherungs-Geschäfte liefen rund. Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 5,16 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Operativ gab es sogar ein überraschend kräftiges Plus von 20 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Die Einnahmen wuchsen um sieben Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar. Allein der Gewinn des Bahnkonzerns Burlington Northern Santa Fe kletterte um 44 Prozent auf gut eine Milliarde.

Doch zum 50. Jubiläum zeigt das „Orakel von Omaha“ auch erste Müdigkeitserscheinungen. Er wird nicht mehr wie in den Jahren zuvor persönlich Schmuck der hauseigenen Juwelierkette Borsheims verkaufen. Auch bei dem Fünf-Kilometerlauf am Sonntagmorgen wird er sich nicht mehr zeigen. Charlie und er, hat er angekündigt, wollen endlich einmal ausschlafen.

Am Samstag beantworten Buffett und Munger stundenlang die Fragen der Aktionäre. Es geht um die Zukunft von IBM und Coca-Cola, ebenso wie die US-Wirtschaft und die Firmenkultur. Auch Deutschland ist Thema. Das Duo zeigt sich gut gelaunt wie immer. „Hi, ich bin Warren, das ist Charlie. er kann hören, ich kann sehen, zusammen sind wir ein gutes Team“, eröffente Buffett das 50. Aktioänrestreffen.

Mit Material von Reuters

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