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Warren Buffett Neuer Cash-Rekord bei Berkshire Hathaway

Die Investmentgesellschaft sitzt auf 128 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Auch weil Buffett die Preise für Beteiligungen noch für zu hoch hält.
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Die Anleger fiebern auf den nächsten großen Deal hin. Quelle: Bloomberg
Warren Buffett

Die Anleger fiebern auf den nächsten großen Deal hin.

(Foto: Bloomberg)

New York Der Investmentguru Warren Buffett hat ein milliardenschweres Luxusproblem: Die Liquiditätsreserven seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway haben mit 128 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord erreicht – und der weltbekannte Großanleger weiß nicht, wo er das Geld investieren soll.

Buffett hat sich seinen Ruf als Starinvestor mit seiner Strategie des sogenannten Value-Investings erworben. Das heißt: Er kauft unterbewertete Unternehmen und setzt darauf, dass sie über die Jahre im Wert steigen und Profit abwerfen. Dabei kauft er sie nicht etwa, um sie weiterzuverkaufen, sondern um sie lange Jahre im Portfolio zu halten. Diese Strategie hat zwar lange gut funktioniert. Doch angesichts der hohen Börsenkurse in den letzten Jahren findet der Anleger kaum noch Übernahmeziele.

Seine Investoren werden langsam unruhig und werfen dem Orakel von Omaha vor, einen der längsten Bullenmärkte mit seiner übertriebenen Vorsicht verschlafen zu haben. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway hinkt seit Jahren der Entwicklung großer Börsenindizes hinterher.

David Rolfe, Chief Investment Officer bei Wedgewood Partners, einem jahrzehntelangen Anleger, hat sich vor Kurzem von seinen Anteilen an Berkshire getrennt. Er warf Buffett Untätigkeit und Fehlinvestitionen vor: Buffett habe wichtige Kaufgelegenheiten in der Finanzwelt und bei Technologieaktien verpasst, monierte er.

Tatsächlich hat Buffett seit vier Jahren keine größere Übernahme mehr getätigt. Sein Investment in Kraft Heinz lief enttäuschend, auch wenn der Ketchup- und Lebensmittelkonzern zuletzt wieder Lebenszeichen von sich gegeben hat. Bei wertvollen Unternehmen wie Apple oder Amazon ist er erst viel zu spät eingestiegen, wie der Investmentguru mittlerweile selbst zugibt.

Berkshire Hathaway ist eine Holding mit Sitz in Buffetts Geburtsort Omaha im US-Bundestaat Nebraska, der mehr als 90 Firmen gehören, unter anderem etwa der Autoversicherer Geico, die Bahngesellschaft BNSF, die Unterwäschemarke Fruit of the Loom und die mit dem Berkshire-Namen operierenden Energie- und Maklerfirmen. Außerdem hält Berkshire Hathaway verschiedene größere Aktienpakete an börsennotierten Großkonzerne wie Coca-Cola, Wells Fargo, Kraft Heinz, Apple und seit diesem Jahr auch an Amazon.

Buffett hat bei seinen Investitionen einen klaren Fokus auf Amerika. Er schaut sich zwar auch im Ausland um. Aber der Anleger glaubt an die Stärke der US-Wirtschaft und hat mehrfach betont, dass es sich historisch noch nie gelohnt habe, gegen die USA zu wetten. So machen US-Firmen und US-Aktien den Großteil seiner Beteiligungen aus.

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Buffett hat auch öfter Interesse an Deutschland bekundet und findet vor allem den deutschen Mittelstand interessant. Unter anderem hat er den deutschen Händler für Motorradkleidung, Detlev Louis, für 400 Millionen Dollar übernommen. Generell beklagt er aber, dass die Firmen für seine Investitionen oft zu klein sind oder dass andere ihn gar nicht auf dem Schirm haben.

„Ich möchte, dass Berkshire Hathaway in Großbritannien und Europa besser bekannt wird. Ich würde mir wünschen, dass sie öfter an Berkshire denken, wenn Unternehmen zum Verkauf stehen“, sagte der Großanleger auf der Hauptversammlung im Mai. Jedes Jahr pilgern Tausende Aktionäre zur Hauptversammlung der Gesellschaft nach Omaha, um dem legendären Investor zu lauschen. Noch immer wird jeder Kauf oder Verkauf oder auch sein Aktionärsbrief vom Markt genau verfolgt.

Im dritten Quartal dieses Jahres hat Berkshire Hathaway deutlich mehr verdient als im Vorjahr. In den drei Monaten bis Ende September kletterte der operative Gewinn um eine Milliarde auf 7,9 Milliarden Dollar. Das lag vor allem an den guten Ergebnissen der Bahnsparte. Doch die sprudelnden Gewinne seiner Beteiligungen sorgen dafür, dass die Bargeldreserve trotz Aktienrückkäufen in Höhe von 700 Millionen Dollar im jüngsten Quartal immer weiter gewachsen ist.

„Das ist eine obszöne Menge Geld“, kommentiert Jim Shanahan, Analyst vom Investmenthaus Edward Jones, die 128 Milliarden Dollar Bares, auf denen Buffett sitzt. Zum Vergleich: Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Ländern wie Puerto Rico oder Marokko. Dennoch lobte Shanahan das gute Quartalsergebnis.

2009 lagen die Barreserven von Berkshire Hathaway noch bei 23 Milliarden Dollar. Nach der Finanzkrise hat Buffett – ganz Value-Investor – bei vielen Unternehmen zugegriffen und auf den Aufschwung der US-Wirtschaft und auch der Banken gesetzt. Das hat sich gelohnt, führte aber auch dazu, dass die Reserven dank der Gewinne immer weiter wuchsen.

Doch seit einigen Jahren bezeichnet der 89-Jährige den Markt als zu teuer. Vor einiger Zeit hat Buffett selbst einmal gesagt, er könne nicht vier Jahre lang auf einem Geldberg von 150 Milliarden sitzen. Mittlerweile ist er von dieser Summe nicht mehr allzu weit entfernt.

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Gute Nachrichten gab es bei seiner viel kritisierten Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz. Das Unternehmen hatte überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt und Hoffnung gegeben, dass es in Zukunft mehr innovative und gesündere Produkte auf den Markt bringt als Ketchup und Fertiggerichte aus dem Supermarktregal. Die Aktie von Kraft Heinz kletterte deshalb am Donnerstag um mehr als 13 Prozent und bescherte Buffett einen Buchgewinn von 1,2 Milliarden Dollar.

Für Buffett dürfte das eine persönliche Genugtuung gewesen sein. Schließlich war er es, der einst den Zusammenschluss des Ketchupherstellers Heinz mit dem Lebensmittelkonzern Kraft angestoßen hatte. Seitdem hat die Aktie jedoch 60 Prozent an Wert verloren, und Investoren fragen sich, ob Buffett seinen legendären Riecher für den richtigen Deal verloren hat.

Trotzdem hielt Buffett unbeirrt an Kraft Heinz fest und ist mit einem Anteil von 27 Prozent der Aktien der größte Einzelinvestor. Im August bekräftigte Berkshire, dass man an der Investition festhalten wolle, bis sie sich erholt habe. Der jüngste Kurssprung könnte Buffett in seiner Argumentation stärken, dass bei Kraft Heinz die Talsohle bereits durchschritten ist.

Buffett warnt vor möglichen Schwankungen

Im Juli kam mit Miguel Patricio ein neuer Chef. Die Aktie befindet sich seit Mitte August auf Stabilisierungskurs und legte seither mehr als 25 Prozent zu. Der Wert von Berkshires Aktienpaket liegt daher schon wieder bei 10,5 Milliarden Dollar. Buffett selbst rät seinen Aktionären aber dazu, den Aktienpaketen von Berkshire nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Er hält nichts von den neuen Bilanzierungsregeln, nach denen er seine Beteiligungen mit dem aktuellen Börsenwert ausweisen muss.

Zu stark könnten die Werte von Quartal zu Quartal schwanken. „Weder Berkshires stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, Charlie Munger, noch ich glauben, dass das eine sinnvolle Regel ist“, schimpfte Buffett im Februar in seinem Brief an die Investoren.

Kursschwankungen wie bei Kraft Heinz schlagen sich im Nettoergebnis nieder, weil die Holding auch nicht realisierte Investmentgewinne und -verluste ausweisen muss. Im dritten Quartal sank der Nettoüberschuss Berkshire Hathaways um elf Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar.

Zuletzt war Buffetts eigene Börsenbilanz eher mäßig: Seit Jahresbeginn gewann die B-Aktie von Berkshire lediglich vier Prozent an Wert. Der S&P 500, der auch die Einzelwerte von Berkshire Hathaway umfasst, stieg im selben Zeitraum um mehr als 21 Prozent.

Mehr: Das „Orakel von Omaha“, Warren Buffett, hat an den Aktien von Kraft Heinz festgehalten und wird belohnt. Das kommt aus zwei Gründen zu einem günstigen Zeitpunkt.

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  • Für den Klimaschutz und für unsere Gesellschaft sollten Gewinner wie Warren Buffet endlich in modernste Technologien investieren. Es geht um unsere Zukunft auf Erden. Es gibt Erneuerbare und Emissionsfreie Energien - die neueste Technologien im Solarbereich, die weniger Materialaufwand und zugleich mehr Effektivität bedeuten - sie heisst Neutrino-Energy. Die Neutrinovoltaic kann die Photovoltaic ERGÄNZEN UND ABLÖSEN. Im Karlsruher Institut für Technologie werden dazu erste Meßergebnisse erwartet. Danach ist die Physik, die Politik und auch die Wirtschaft in Deutschland in der Lage, den in der Summe unglaublich großen Energiegehalt der Masse der Neutrinos, die uns in jeder Sekunde (mindestens 60 Mrd. pro cm² oder einfach vorstellbar je Fingernagel) auf unserer Erde völlig unschädlich und kostenlos erreicht, festzustellen. Die Verleihung der beiden Physik-Nobelpreise im Jahre 2015 für die Nachweise des Massegehaltes der Neutrinos war unter anderem der Auslöser für diese gigantische staatliche Investition. Am Karlsruher Institut beginnt damit die öffentlich staatlich-politische Anerkennung der Tatsache, daß Neutrinos einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung auf der Erde ohne jegliche klimaschädliche Emissionen übernehmen können. Dadurch ist auch für die Wirtschaft bzw. für alle Unternehmen, die sich an der Produktion der Neutrino-Energiewandler beteiligen oder diese in ihren Produkten verbauen möchten, eine gewaltige Hürde abgebaut. Jetzt geht es nur noch um die Frage, wann die ersten Produkte, die NIE WIEDER eine Steckdose zum Laden oder zum Betrieb benötigen, auf den Markt kommen. Die Berliner Neutrino Energy Group entwickelt revolutionäre Lösungen und Patente und wird auch an die Börse gehen. Darauf sollten wir ab JETZT unsere Zukunft Planen. INVESTOREN WIE BUFFET MÜSSEN DAS ANKURBELN.