Warren Buffett will den Grexit „Die Deutschen werden die Griechen nicht ewig finanzieren“

Der Starinvestor spricht ein Machtwort: Die Griechen sollen raus aus dem Euro. Dies sei besser für die Gemeinschaftswährung. Eine Analyse zeigt, wie fatal die Lage des Krisenstaats ist. Womit Anleger rechnen müssen.
43 Kommentare
Das „Orakel von Omaha“ ist für den Grexit. Quelle: Reuters
Warren Buffett

Das „Orakel von Omaha“ ist für den Grexit.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie griechische Regierung könnte bald einen neuen Kandidaten in die lange Liste der Finanzmarkt-„Bösewichte‟ aufnehmen. Neben Wolfgang Schäuble, Angela Merkel, der Troika, dem Chefredakteur der „Bild‟-Zeitung und EZB-Chef Mario Draghi könnte sich jetzt auch Starinvestor Warren Buffett dazugesellen. Denn der gastierte gestern beim TV-Sender CNBC und fand deutliche Worte.

Die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone wären für die übrigen Länder positiv. „Sollten die Griechen rausgehen, müsste das nicht schlecht für den Euro sein‟, sagte Buffett. Ein solcher Schritt könne dazu führen, dass sich die Mitgliedsländer besser auf eine Fiskalpolitik einigen würden. Für die Region könne ein Ausscheiden Athens aus dem Euro insgesamt sogar konstruktiv sein. „Wenn alle lernen würden, dass Regeln einzuhalten sind und wenn es eine große Einigung über die Fiskalpolitik der Mitglieder oder etwas Ähnliches gäbe, dann könnte das eine gute Sache sein“, erklärt Buffett.

Der Vorstoß des Starinvestors kommt zu einem Zeitpunkt, da aus Griechenland Zeichen der Annäherung kommen. Gestern erklärte der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis etwa, dass er im Schuldenstreit mit den internationalen Geldgebern mit einer Einigung in der nächsten Woche rechne. Bis dahin werde man sich auf die notwendigen Reformen verständigen, sagte Stathakis.

Doch Buffett denkt in größeren Maßstäben. Der Euro verlor im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Dollar so viel an Wert wie noch nie seit der Einführung. „Ich bin der Überzeugung, dass der Euro strukturelle Probleme seit seiner Einführung hatte, was nicht bedeutet, dass die Währung auseinanderbricht”, erklärte Buffett. „Man kann mit diesen Problemen leben, aber vielleicht können sich nicht alle Länder anpassen und die sind dann nicht mehr dabei‟. Das Orakel aus Omaha redet Klartext: „Es ist nicht gottgegeben, dass der Euro immer exakt die gleiche Zahl an Mitgliedern haben muss.‟

Die Umstände sprächen gegen einen langfristigen Verbleib in der Euro-Zone. „Es kann nicht damit weitergehen, dass die Menschen in völlig verschiedene Richtungen gehen‟, erklärt Buffett. „Die Deutschen werden die Griechen nicht für alle Zeiten finanzieren.‟

Buffetts Machtwort zeigt das ganze Dilemma in dem Griechenland aktuell steckt. Und andere Marktbeobachter finden ebenso klare Worte. „Griechenland hat in den vergangenen Jahren nicht die notwendigen Reformen umgesetzt‟, sagt Axel Angermann, Chefvolkswirt bei Feri Eurorating. Sein Institut senkte das Rating von Griechenland im März um eine Stufe auf CCC.

Die Abkehr der neuen Regierung von strukturellen Reformen in Kooperation mit der Troika verschrecke Investoren und führe zu einer Kapitalflucht. Das Wachstum falle daher schlechter aus als erwartet, begründet Feri die Herabstufung. „Die neue Regierung möchte offenbar auch keine Strukturreformen, die wirklich greifen umsetzen‟, sagt Angermann. „Der einzige Unterschied ist, dass Tsipras das öffentlich erklärt.‟

0,1 Prozent Wachstum
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

43 Kommentare zu "Warren Buffett will den Grexit: „Die Deutschen werden die Griechen nicht ewig finanzieren“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • das wuste man alels 2008-10 schon....

    es ging auch nie um GR...

    es ging nur darum den ESM zu installieren....

    am besten ohne gegenwehr der Volkes....

    dahingehend war die krise ein erfolg...

  • --@ Herr Heinz Keizer

    nun werden sie hier mal bitte sachlich.

    Seit Alexander dem Großen (Völkermörder) wird ein Grieche liebe klauen, stehlen oder anders morden, als selbst zu arbeiten.

    Das ist Alexander, das Vorbeild der Griechen ________________------------------------

    Alexander, der beschlossen hatte, alle Bewohner der Stadt zu ermorden, befahl die Wälder in den Bergen, in denen die Menschen Zuflucht vor diesen Bestien suchten, in Brand zu stecken. Wer es wagte aus dem Wald herauszukommen, wurde sofort getötet. Die Wälder brannten nun überall und die Menschen konnten sich nicht retten. Junge Mädchen, Frauen und Mütter, die sich schützend vor den Flammen über ihre Kinder warfen, alte Frauen und Männer, genauso wie kranke Menschen, verbrannten elendig in den Flammen und wurden zu Asche. Die Berichte über diese Gräueltaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben die Berichtsschreiber von Alexander, die täglich alles niederschrieben, für uns hinterlassen und brüsteten sich damit, wie Alexander seine Gegner folterte und ermordete. Diejenigen, die im Feuer von Alexander verbrannten, waren lediglich schutzlose Frauen und Kinder, Alte und Kranke, die aus Angst vor seiner Wut und den Vergewaltigungen seiner Soldaten in den Wäldern Schutz suchten. Mit diesem Akt wollte Alexander eine so große Angst und Panik verbreiten, dass niemand es mehr wagen sollte, den aufständischen Iranern Hilfe zu leisten.

  • heute soll es sogar in Adelskreisen üblich geworden sein, seinen Unterhalt selbst zu verdienen. In früheren Jahrhunderten waren das wohl auch eher Sozialschmarotzer, die von der Arbeit ihrer Untertanen gelebt haben.

  • Zum Glück für uns alle können 'Self-Made'-Finanzgötter keine politischen Machtworte sprechen ;) ... sondern maximal "Klartext" reden, klarer als die Evidenz der Schlichtheit nicht sein könnte.

    GREXIT, ach ehrlich, Warren Buffett interessiert sich für ein solch 'lapidares', zum Glück - vom formaldemokratischen Standpunkt aus gesehen - rein der Entscheidungsgewalt der hierzu legitimiertenn europäischen Institutionen unterliegendes Thema. Buffett präferiert die einfachste Lösung und hat natürlich auch sogleich eine brandheiße Analyse auf seinem geistigen Schirm.

    Ach was, Monsieur Buffett, wir alle haben jetzt dank Ihrer Weisheit und mit ein wenig geistigem Transfervermögen erfahren, dass der Euro durchaus ungefähr die Zahl unterschiedlicher Wirtschafts- und Finanzpolitiken besitzt, wie Euroländer existieren. Und dass das ein Problem ist. Ja! Dann ändern wir mal die Zahl der am Euro beteiligten Länder ein wenig ab ... dann wird der Euro schon steigen und steigen ... so sehr inkrementieren, dass der jetzt regressive Absatz, dann aber explodierende Export den us-amerikanischen Unternehmen selbst unerwünscht werden wird. Stichwort: Handelsgleichgewicht.

    Warren Buffett kann Charts lesen und ist insofern darüber informiert, dass der Euro bereits kurz nach seiner Einführung die Parität zum Dollar deutlichst unterschritt, um dann zu steigen. Vielleicht hat Herr Buffett auch hier eine so unschwer einsehbare, schlichte Analyse zur Hand?

    Nun, einmal kurz konstruktiv: Im Jahre 2013 betrug das Wachstum des BIP in Griechenland laut eurostat -3,9, im dritten Quartal 2014 aus selbiger Quelle jedoch immerhin 0,7 Prozent. Griechenland befand sich damit an 9. Stelle aller Eurostaaten. Haben Sie, Herr Buffett, auch hierfür eine plausible Erklärung parat?

    Ansonsten ist den Ausführungen meines Vorschreibers Herrn Metz nichts hinzuzufügen.

  • Solange wir Deutschen weiterhin die alterntivlose EURO-Schulden-Banken Retterin Merkel wählen, solange werden wir uns selber geiselen und weiter für die Griechen zahlen.

  • Buffett und sein nicht minder unappetitlicher "Kollege" Soros sollten endlich in Rente gehen.
    Angeblich haben die Heuschrecken über dem Teich ja jetzt Milliarden-Wetten auf einen Grexit laufen und den EUR massiv geshortet. Warrett irrt sich aber auch hier eklatant: die Deutschen finanzieren nämlich nicht die Griechen, sondern die Banken, bei denen die Griechen verschuldet sind.
    Und man kann es nicht oft genug wiederholen: wer hat den Griechen mit abenteuerlichen Derivate-Swaps zwecks Bilanz-Frisierung an den Maastricht-Kriterien vorbei damals in den Euro geholfen? Die "Götter" von Goldman Sachs und vorne mit dabei der damals für GS tätige heutige oberste EUR-"Währungshüter" Mario Draghi.

  • @Gustav Godorzky
    "Herr von Stettin, es ist eine bodenlose Frechheit Rentner in einen Topf mit "Arbeitslosen und die restliche Unterschicht in Deutschland" zu werfen."

    Sie sind ein Opfer billiger Versprechen und Lügen geworden, warum machen Sie andere dafür verantwortlich?!
    In Zeiten der Not, also bei zu wenigen Beitragszahlern und viel zu vielen Rentnern und Pensionären die aus dem Steuertopf quer finanziert werden müssen, gibt es keine Verschonung für niemanden und in diesem System erst recht nicht für die schwächsten “Schafe“. Jahrzehntelang dieses perfide System bejubeln und beklatschen und wenn es anfängt einen selbst zu benachteiligen kommt nur noch das große Jammern und die groteske Empörung. Ja hallo, geht es noch, was glauben Sie wenn das Beeindrucken wird, wenn es erst mal ums Eingemachte geht?! Den Rentnern in zwanzig Jahren und danach wird es richtig dreckig gehen, ich denke Ihre heutige Jammerei ist eine Frechheit und der Gipfel des Nullwissens!

    Dieser “von Stettin“ sagt nur offen wie die von Ihnen hofierte Feudalkruste tatsächlich tickt, die sind sich nämlich sehr sicher den von ihnen nach 1990 angezettelten Klassenkrieg zu gewinnen. Sie sind Opfer gewöhnen sich endlich daran, und das zurecht nachdem Sie willfährig auch über Jahrzehnte Täter waren!

  • Obige Aussage zu den EZB-Käufen: "Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören." ist natürlich offensichtlich unwahr. Der Hauptzweck der Käufe von Euro-Staatsanleihen ist neben der (verbotenen) Staatsfinanzierung die Manipulation der Marktpreise für diese Anleihen nach oben (und damit der Zinsen nach unten), damit sich auch Pleiteländer wie Italien und Frankreich die Zinsen für ihre immer mehr ausufernde Staatsverschuldung noch ein paar weitere Jahre vor dem absehbaren endgültigen Zusammenbruch leisten können!

  • „Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.“

    Was bitte ist an einem Artikel von „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ unsachlich?!

    An dem folgenden, von Ihnen gelöschten Absatz aus meinem Kommentar ist gar nichts unsachlich!!!

    „Heute vermelden die „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“ und das ist kein verspäteter Aprilscherz:

    “Trotz Sanktionen: Russland meldet überraschendes Wirtschafts-Wachstum“

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/04/02/trotz-sanktionen-russland-meldet-ueberraschendes-wirtschafts-wachstum/“


    Das schier unglaubliche ist aber, dass die Sanktionen die Exporte der USA nach Russland offensichtlich sogar gesteigert haben, d.h. die USA gewinnen durch die Sanktionen, die sie von der unterwürfigen EU verlangen, die Marktanteile ihres Vassallen, der EU! Es gibt allerdings Millionen EU Bürger die sogar noch mehr Sanktionen gegen Russland wollen.
    Hier sieht man mal wieder eindeutig, dass die Schulbildung innerhalb der EU sehr zu wünschen übrig lässt und Propaganda der westlichen Art große Teile der Europäer saudumm macht!

    Am 31.01.2015 sagte Herr Eckhard Cordes im Spiegel:

    „Die deutschen Exporte sind 2014 um 18 Prozent zurückgegangen, im Maschinenbau und der Autoindustrie ist die Entwicklung noch dramatischer. Erstaunlicherweise sind die Ausfuhren der USA nach Russland 2014 leicht gestiegen. Sie exportieren offensichtlich Güter, die nicht von den Sanktionen betroffen sind.“

    Eckhard Cordes (* 25. November 1950 in Neumünster) ist ein deutscher Manager und war von November 2007 bis Dezember 2011 Vorstandsvorsitzender des Handelskonzerns Metro AG. Seit dem 11. November 2014 ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger SE.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131578930.html

  • vordergründig könnte man so argumentieren wie sie herr wagner, aber nur vordergründig. wenn sie sich etwas intensiver mit der amerikanischen hegemonie beschädftigen werden sie unweigerlich zu der frage kommen..."von wem wird dies eigentlich finanziert"...mit googeln kommen sie da nicht weiter. ich finde man sollte zwei sichtweisen trennen. denjenigen, denen damals geholfen wurde und denjenigen, die so argumentieren, wie sie, ohne dies kritisieren zu wollen. um es für sie vergleichbar zu machen..."herr hoeneß hat viel für soziale zwecke gemacht und getan....dies war die eine seite der medaillie....und die andere seite kennen wir in der zwischenzeit auch". die frage ist diesselbe..."wer hat es finanziert".

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%