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Was schützt vor Inflation? Der große Sachwertecheck

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Aktien: Schützen Dividendentitel wirklich?

Was haben Aktien überhaupt in unserer Reihe von Sachwerten zu suchen? Man kann sie nicht anfassen, ganz im Gegensatz zu Gold oder dem Eigenheim. Heutzutage bekommen Aktionäre nicht mal mehr eine Urkunde aus Papier, mehr als ein paar Zahlen im Portfolio bleiben ihm nicht. Dass Aktien zu den Sachwerten, hat dennoch seine Berechtigung.

Hinter einer Aktie stecken echte Werte, nämlich ein Unternehmen mit Fabrikhallen, Maschinen, Mitarbeitern. Kauft jemand Anteile an dieser Firma wird er zum Miteigentümer. Wenn es gut läuft, wird er am Gewinn beteiligt, wenn es schlecht läuft, hat er das Recht die den Vorstand auf der Hauptversammlung zur Rechenschaft zu ziehen.

Aber schützen Aktien auch vor Inflation? Die Antwort fällt nicht ganz so eindeutig aus. Oder anders ausgedrückt: Es kommt darauf an.

In der Theorie steigen mit höheren Preisen auch die Gewinne der Unternehmen – und damit auch die Dividenden für die Anteilseigner. Wenn es den Unternehmen gelingt, höhere (Rohstoff)-Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, dann können sie von einer moderaten Inflation beziehungsweise Inflationserwartung sogar profitieren, in manchen Branchen besser (Stichwort: Preissetzungsmacht), in anderen schlechter. Kapitalintensive Branchen wie Versorger, Energie und Telekomwerte aber auch Banken leiden besonders bei steigender Inflation. Technologieunternehmen, Konsumgüterhersteller und Pharmafirmen kommen tendenziell besser klar.

Verschiedene Studien zeigen, dass das Aktien am besten abschneiden, wenn die Inflation bei einer Rate von um die fünf Prozent liegt. Verschlimmert sich die Inflation danach noch weiter, sieht die Sache anders aus. Vereinfacht gesagt: Sehr hohe Inflationsraten haben einen negativen Effekt auf die gesamte Volkswirtschaft. Die Menschen verlieren rapide an Kaufkraft, die Reallöhne halten nicht mehr mit der Inflation schritt, die kalte Progression erhöht die Steuerbelastung. Das Ergebnis: Die Menschen können sich weniger leisten. Das wiederum bekommen die Unternehmen zu spüren.

Die Analysten der Deutsche Bank haben – basierend auf Daten der vergangenen 50 Jahre – herausgefunden, dass die realen Renditen der Unternehmen bei steigender Inflation fallen. Der freie Cash Flow schaffe es nicht, mit den Preissteigerungen mitzuhalten. Das wissen auch die Anleger.

Ob sich Aktien in einer Inflation lohnen oder nicht, hängt von einem weiteren Punkt ab: dem Zinsniveau. In Zeiten höherer Inflation steigen normalerweise auch die Zinsen. Anleger verlangen mehr für ihr Geld. In den 1970er-Jahren stiegen nicht nur die Inflationsraten, sondern auch die Zinsen. Zinspapiere schlugen sich gar nicht mal so schlecht, zumindest waren Aktien nicht im Vorteil. Mit nur wenigen Aktien machten Anleger reale Gewinne. Am besten schnitten Titel aus den Branchen Öl und Bergbau ab, mit Konsumwerten verloren Anleger viel.

Anders liegt der Fall, wenn die Zinsen trotz höherer Inflation niedrig bleiben. Diese ungewöhnliche und gefürchtete Konstellation könnte in den kommenden Jahren auf die Sparer zukommen. Experten erwarten, dass Politik und Notenbanken die Zinsen in der Euro-Zone noch jahrelang drücken werden. In einem solchen Szenario verlieren Anleger mit Zinsanlagen real massiv an Kaufkraft. Vorteil für die Aktie.

Fazit: Bei moderat höherer Inflation schaffen Aktien einen guten Ausgleich. Schnellt die Inflationsrate in die Höhe, verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil.

Finance Briefing
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33 Kommentare zu "Was schützt vor Inflation?: Der große Sachwertecheck"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nach dem Mauerfall, im Jahre 1989 bis etwa 1993, haben die Deutschen Eigentumswohnungen wie verrückt gekauft, in Kassel z.B. kostete damals eine 1-Zimmer Neubau-Wohnung bis zu 200.000,-- DM. Nach wenigen Jahren kosteten diese Immobilien nur noch ein Zehntel vom ursprünglichen Kaufpreis!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Videos oder Links anderer Seiten.

  • Für diesen Beitrag möchte ich ein Lob aussprechen!

    Nicht die üblichen Sonntags Presseschau Verdrehungen von Fakten und seine hier richtig analysierten Folgen.
    Wenn ich mir den abgelassenen Verdummungsschmalz von Draghi vor unseren deutschen Volksvertretern schäme ich mich für soviel Unfähigkeit in Grund und Boden. Anscheinend wurde alles ungeprüft geglaubt.

    Schönen Tag noch.

  • @Mapache:

    >> Erhöhungen der Grundsteuer, ein Goldverbot und Zwangsanleihen ... Teak-Plantage in Costa Rica <<
    Die Sorge vor staatlichen Verfügungen ist sicher berechtigt - aber die für ökonomisch per se schwächere Länder zu ignorieren ...

    Was Enteignung betrifft, macht die nur da "Sinn", wo was dabei herum kommt, wird dafür schon die freie Marktwirtschaft mit ihren elementaren Eigentumsrechten rigoros und endgültig geopfert. Da dürfte ein Goldbesitzverbot zu heutigen Preisen (btw: die inflationsbereinigt gut 1/3 unter denen Anf. der 80er liegen) mit Abstand am Schwachsinnigsten um nicht zu sagen nur lächerlich sein (man könnte mit Effekten daraus vl. die nächsten 2 Handvoll PFIIGS-Anleiheemissionen auffangen); von dann zwangsläufigen Ausweichreaktionen in noch schwieriger zu kontrollierende Teilmärkte mal ganz abgesehen.

    Weit mehr Sorge muss man per datum und in absehbarer Zukunft, neben fortgesetzter kalter Enteignung via Zinsanlagenabwertung, vor Zwangsanleihen und Mietimmobilienbelastung resp. - mE. wahrscheinlicher und zielführender, um sich keinen Mob aufzuhalsen - Mietpreisdeckelung haben, nachdem man vorher noch die Grundsteuern ausreizt, sobald der auf die Zinsanlagenmanie aufpfropfende Immobilienboom ebenso heiß läuft.
    - Dass derweil namentlich deutsche Fiskalpolitiker Eigenkapital resp. darauf basierte Investitionen und Vorsorgen repressieren, ist freilich in diametraler Richtung sehr bedenklich.

  • Das Thema Inflation ist ein Reizbegriff, der die Deutschen kitzelt, wie beispielsweise die Defloration.
    Schon ab 0,1 Prozent droht für deutsche Köpfe die Inflation!
    Dabei übersehen die sonst so kluge Deutschen ( das Volk von Dichtern und Denkern hm hm!), daß Weimar und der Zweite Weltkrieg - beide selbstverschuldet- endgülltig zur
    Geschichte gehören.
    Aber was wäre Deutschland , wenn dessen Bevölkerung nicht nörgeln würde? Vermutlich ein normales Land !

  • Sie kennen nicht die alte Weisheit von Kostalany.
    Was hoch geht ,muss auch wieder runter gehen.
    Das wird frueher oder spaeter auch fuer AU und den immens aufgeblasenen Immomarkt.Spanien und Holland laesst hier gruessen.
    Danachpasst das Zitat aus dem Neuen Testament.
    "Da wird sein Heulen und Zaehneklappern"
    Soviel ueber die Sicherheitbesessenheit und die Inflationsangst der Deutschen.
    Aber sagen sie nicht hinterher ,die Wallstreet und die Auslaender sind an allem Schuld.
    Sie wollten ja Sicherheit und die macht sich immer rarer.

  • Die Meinung des Autors ist natürlich Quatsch. Wenn sich hoch verschuldete Staaten über Inflation sanieren dann funktioniert das auch mit jedem hoch verschuldeten Unternehmen oder jeder hochverschuldeten Person. Das Zusammenwirken von Inflation und Zinsen ist entscheidend. Hohe Inflation geht NORMALERWEISE mit hohen Zinsen einher. Damit die Entschuldung aber funktioniert müssen die Zinsen gedrückt werden! Und das macht die EZB.

  • Wenn Sie so wollen ist das mit den Waffen-Inspektionen und den "Food for Oil" Embargos im Irak und dem Einmarsch dort wie mit dem verweigerten Umgangsrecht im Scheidungskrieg.

  • deutsches gold verpufft...

    http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/10/25_James_Turk_-_The_Entire_German_Gold_Hoard_Is_Gone.html

  • @AS1
    Kann Ihnen in allen Punkten voll und ganz zustimmen.
    Wer diese Regeln beherzigt, wird in seinem Leben nie ein finanzielles Problem haben und ist vor Abzockern sicher!
    Wer Geld hat und sich nicht selbst darum kümmert, sollte es schnell ausgeben bevor es andere für ihn tun.

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