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Was schützt vor Inflation? Der große Sachwertecheck

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Gold: Das bessere Geld?

Für die einen ist Gold nichts weiter, als ein Rohstoff, den man aus der Erde holt. Schön anzusehen, nachdem er bearbeitet wurde, letztlich aber nutzlos. Für die anderen ist das edle Metall die ultimative Währung, wenn man so will, das bessere Geld. Jahrtausende hat es überdauert, auch der schlimmsten Krise getrotzt.

Wenn die Menschen fürchten, ihre Euro, Dollar, Franken oder Real, also das Papiergeld, könnten von der Inflation aufgefressen werden, dann kaufen sie Gold. Münzen, Barren, jegliche Art von Schmuck. Der Wert des Goldes bemisst sich an der Endlichkeit seiner Reserven. Gold ist – anders als Papiergeld – nicht beliebig vermehrbar. Und deshalb so wertvoll.

Die langfristigen Statistiken zeigen: Fast immer, wenn in der Vergangenheit die Inflationsraten gestiegen sind, war auch Gold gefragt bei den Investoren – und der Preis kletterte. Ein Beispiel von der Werthaltigkeit, das in diesem Zusammenhang gerne angeführt wird, ist das Beispiel vom Herrengewand: Schon vor mehr als 2000 Jahren zahlten die Römer für ihre Tunika eine Feinunze Gold (31 Gramm). Vor 150 Jahren musste der Bankier für einen edlen Anzug bei seinem Ausstatter denselben Preis in Gold bezahlen.  Auch heute bekäme der Herr einen feinen Zweireiher, wollte er mit einer Feinunze bezahlen. Umgerechnet in Papiergeld verfügte er über rund 1.700 Dollar oder mehr als 1.300 Euro.

Eine Garantie für dauerhaft steigende Preise liefert allerdings auch Gold nicht. Wie bei anderen börsengehandelten Anlageformen kann der Preis mitunter deutlich schwanken, also auch fallen. Ein Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass auch bei Gold-Investments der Einstiegszeitpunkt eine ganz wichtige Rolle spielte. Wer Anfang der 1980er-Jahre Gold kaufte, musste lange warten, bis er seinen Einstandskurs wieder gesehen hat. 

Außerdem, das sollten Anleger nicht vergessen, ist es nicht ganz so leicht, das Edelmetall sicher zu lagern. Ein Bankschließfach kostet; eine Lagerung zu Hause dagegen nicht ganz ungefährlich. Man braucht einen sicheren Ort, einen Safe. Auch das kostet. Zudem wirft Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab, wenngleich dies, nachdem das Zinsniveau in den vergangenen Jahren immer weiter gedrückt wurde, kaum noch schmerzen dürfte.

Ein guter Einstiegszeitpunkt wäre anders als die 80er das Jahr 2004 gewesen. Seither hat sich der Goldpreis mehr als vervierfacht.  Zum Schnäppchenpreis ist das Edelmetall daher heute nicht mehr zu haben. Aber ist es deshalb schon zu teuer? Gibt es gar eine Blase am Goldmarkt, vor der gelegentlich gewarnt wird?

Nein, die gibt es nicht. Gold dürfte auch in den kommenden Monaten davon profitieren, dass das Vertrauen in die großen Währungen – in Dollar, Euro, Britisches Pfund oder Yen – sinken wird. Denn mit jedem Schein, den die Notenbanken zusätzlich drucken, um die Schuldenkrise zu lindern, entwerten sie das Geld, das schon im Umlauf ist. Die Stärke des Goldes ist in diesen Tagen vor allem die Schwäche des Papiergeldsystems.

Fazit: Gold gehört in jedes ausgewogene Depot. Als Versicherung gegen Krisen und die Exzesse der Notenbanken. Experten empfehlen einen Goldanteil von 5-10 Prozent. Ganz wichtig: Goldanleger sollten ihr Investment stets als langfristiges betrachten.

Kunst, Schmuck, Luxus: Nur für Kenner?
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33 Kommentare zu "Was schützt vor Inflation?: Der große Sachwertecheck"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nach dem Mauerfall, im Jahre 1989 bis etwa 1993, haben die Deutschen Eigentumswohnungen wie verrückt gekauft, in Kassel z.B. kostete damals eine 1-Zimmer Neubau-Wohnung bis zu 200.000,-- DM. Nach wenigen Jahren kosteten diese Immobilien nur noch ein Zehntel vom ursprünglichen Kaufpreis!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Videos oder Links anderer Seiten.

  • Für diesen Beitrag möchte ich ein Lob aussprechen!

    Nicht die üblichen Sonntags Presseschau Verdrehungen von Fakten und seine hier richtig analysierten Folgen.
    Wenn ich mir den abgelassenen Verdummungsschmalz von Draghi vor unseren deutschen Volksvertretern schäme ich mich für soviel Unfähigkeit in Grund und Boden. Anscheinend wurde alles ungeprüft geglaubt.

    Schönen Tag noch.

  • @Mapache:

    >> Erhöhungen der Grundsteuer, ein Goldverbot und Zwangsanleihen ... Teak-Plantage in Costa Rica <<
    Die Sorge vor staatlichen Verfügungen ist sicher berechtigt - aber die für ökonomisch per se schwächere Länder zu ignorieren ...

    Was Enteignung betrifft, macht die nur da "Sinn", wo was dabei herum kommt, wird dafür schon die freie Marktwirtschaft mit ihren elementaren Eigentumsrechten rigoros und endgültig geopfert. Da dürfte ein Goldbesitzverbot zu heutigen Preisen (btw: die inflationsbereinigt gut 1/3 unter denen Anf. der 80er liegen) mit Abstand am Schwachsinnigsten um nicht zu sagen nur lächerlich sein (man könnte mit Effekten daraus vl. die nächsten 2 Handvoll PFIIGS-Anleiheemissionen auffangen); von dann zwangsläufigen Ausweichreaktionen in noch schwieriger zu kontrollierende Teilmärkte mal ganz abgesehen.

    Weit mehr Sorge muss man per datum und in absehbarer Zukunft, neben fortgesetzter kalter Enteignung via Zinsanlagenabwertung, vor Zwangsanleihen und Mietimmobilienbelastung resp. - mE. wahrscheinlicher und zielführender, um sich keinen Mob aufzuhalsen - Mietpreisdeckelung haben, nachdem man vorher noch die Grundsteuern ausreizt, sobald der auf die Zinsanlagenmanie aufpfropfende Immobilienboom ebenso heiß läuft.
    - Dass derweil namentlich deutsche Fiskalpolitiker Eigenkapital resp. darauf basierte Investitionen und Vorsorgen repressieren, ist freilich in diametraler Richtung sehr bedenklich.

  • Das Thema Inflation ist ein Reizbegriff, der die Deutschen kitzelt, wie beispielsweise die Defloration.
    Schon ab 0,1 Prozent droht für deutsche Köpfe die Inflation!
    Dabei übersehen die sonst so kluge Deutschen ( das Volk von Dichtern und Denkern hm hm!), daß Weimar und der Zweite Weltkrieg - beide selbstverschuldet- endgülltig zur
    Geschichte gehören.
    Aber was wäre Deutschland , wenn dessen Bevölkerung nicht nörgeln würde? Vermutlich ein normales Land !

  • Sie kennen nicht die alte Weisheit von Kostalany.
    Was hoch geht ,muss auch wieder runter gehen.
    Das wird frueher oder spaeter auch fuer AU und den immens aufgeblasenen Immomarkt.Spanien und Holland laesst hier gruessen.
    Danachpasst das Zitat aus dem Neuen Testament.
    "Da wird sein Heulen und Zaehneklappern"
    Soviel ueber die Sicherheitbesessenheit und die Inflationsangst der Deutschen.
    Aber sagen sie nicht hinterher ,die Wallstreet und die Auslaender sind an allem Schuld.
    Sie wollten ja Sicherheit und die macht sich immer rarer.

  • Die Meinung des Autors ist natürlich Quatsch. Wenn sich hoch verschuldete Staaten über Inflation sanieren dann funktioniert das auch mit jedem hoch verschuldeten Unternehmen oder jeder hochverschuldeten Person. Das Zusammenwirken von Inflation und Zinsen ist entscheidend. Hohe Inflation geht NORMALERWEISE mit hohen Zinsen einher. Damit die Entschuldung aber funktioniert müssen die Zinsen gedrückt werden! Und das macht die EZB.

  • Wenn Sie so wollen ist das mit den Waffen-Inspektionen und den "Food for Oil" Embargos im Irak und dem Einmarsch dort wie mit dem verweigerten Umgangsrecht im Scheidungskrieg.

  • deutsches gold verpufft...

    http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/10/25_James_Turk_-_The_Entire_German_Gold_Hoard_Is_Gone.html

  • @AS1
    Kann Ihnen in allen Punkten voll und ganz zustimmen.
    Wer diese Regeln beherzigt, wird in seinem Leben nie ein finanzielles Problem haben und ist vor Abzockern sicher!
    Wer Geld hat und sich nicht selbst darum kümmert, sollte es schnell ausgeben bevor es andere für ihn tun.

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