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Wie funktioniert die Börse?

Nur wenige Deutsche investieren an der Börse. Der Finanzmarkt wird als riskant angesehen. Dabei folgt der Handel klaren Regeln.
12.01.2023 - 11:15 Uhr Kommentieren
Wie funktioniert die Börse? Alle Fakten im Überlick. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt Main

Wie funktioniert die Börse? Alle Fakten im Überlick.

(Foto: dpa)

Rekordinflation und Niedrigzinsen halten die Deutschen nicht davon ab, ihr Geld auf dem Girokonto zu parken. Das zeigt eine Studie vom Verband der Privaten Bausparkassen aus 2022. 42 Prozent gehen lieber „auf Nummer sicher“ und lassen das eigene Vermögen am liebsten liegen. Dabei verliert es bei aktueller Inflationsrate jährlich um mehr als acht Prozent an Wert. 

Alternative Geldanlagen wie Aktien oder Investmentfonds nähren bei den Deutschen dagegen Zweifel. Laut deutschem Aktieninstitut haben 2021 rund 12,1 Millionen Deutsche – rund 280.000 Menschen weniger als 2020 – ihr Geld in Aktien oder ETFs angelegt. Beides wird mitunter an der Börse gehandelt. Viele wissen jedoch nicht, wie der Handel an der Börse überhaupt funktioniert. Die Konsequenz: Das Unbekannte schürt Angst vor Aktien.

Die Börse einfach erklärt

Wie funktioniert die Börse? Eine Börse ist nichts anderes als ein organisierter Marktplatz, der nach bestimmten Regeln spielt. Drei wichtige Punkte lauten:  

  • Nur bestimmte Vermögenswerte werden gehandelt
  • Die Transaktionen sind reguliert und standardisiert
  • Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise
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    Was wird an der Börse gehandelt?

    Anleger an der Börse handeln mit Assets. Das sind Vermögenswerte, die sich in bestimmte Klassen unterteilen. Börsenlexika trennen häufig zwischen klassischen und alternativen Asset- zu deutsch: Anlageklassen. Exemplarisch gehören dazu:

    Klassische AnlageklassenAlternative Anlageklassen
    AktienRohstoffe wie Gold
    AnleihenKryptowährungen
    ImmobilienPrivate Equity (Beteiligungskapital)
    Spareinlagen bei BankenKunst

    Vermögenswerte sind sozusagen die immaterielle Handelsware der Börsen. Nun kann jedoch nicht an jeder Börse wild mit den unterschiedlichsten Assets gehandelt werden. An Deutschlands größter Börse in Frankfurt am Main wechseln zum Beispiel nur Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Devisen und Immobilien die Besitzer.

    Als Symbol und Aushängeschild für den Börsenhandel gelten nach wie vor Aktien – also Unternehmensanteile. Das sind Wertpapiere, die Anteile einer Aktiengesellschaft verbriefen.

    Oder anders: Eigentümer von Aktien übertragen einem Unternehmen Eigenkapital. Das macht sie zu Miteigentümern. Im Gegenzug erhalten die Aktionäre gewisse Mitspracherechte, sind am Unternehmenserfolg beteiligt und können zum Beispiel an der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft den Vorstand befragen.

    Damit die Anteile eines Unternehmens an internationalen Börsen gehandelt werden können, muss es zunächst den Börsengang durchlaufen. Dieser Prozess ist streng überwacht und zudem sehr kostspielig. Ist der Börsengang erfolgreich abgeschlossen, läutet traditionell der Vorstand des Unternehmens die Börsenglocke. Dann beginnt erstmals der Aktienhandel. 

    Wieso sind Prognosen und Bewertungen an der Börse wichtig?

    Geht ein Unternehmen an die Börse, verkauft es Aktien an Investoren. Dadurch steigert eine Aktiengesellschaft grundsätzlich ihr Eigenkapital. Um einen möglichst fairen Preis für die angebotenen Aktien zu finden, muss das Unternehmen vorab bewertet werden. Das übernehmen im Laufe des Börsengangs in der Regel Investmentbanken. Am Ende des Prozesses starten die Aktien dann auf Höhe eines Einführungskurs, der dem aktuellen Wert des Unternehmens entspricht. So entstehen die Preise an der Börse nicht willkürlich. 

    Im weiteren Verlauf beeinflussen immer wieder Prognosen die Aktienkurse eines Unternehmens. Dabei setzen Analysten oder Marktbeobachter ein sogenanntes Kursziel – also eine Prognose, wie sich der Aktienkurs entwickeln sollte. Das Ganze dient mitunter zur Orientierung für Anleger.  

    Wie ist der Handel an der Börse geregelt?

    Hinter jedem Börsenplatz steht eine Organisation. Sie überwacht den Handel und definiert auf Basis des Börsengesetzes bestimmte Regeln. Beispielsweise ist klar festgelegt, zu welchem Zeitpunkt ein Geschäft erfüllt werden muss – wann also der Verkäufer den Basiswert liefern und der Käufer die Ware bezahlen muss. Das soll Missverständnissen zwischen den Parteien vorbeugen und den Handel grundsätzlich standardisieren.

    Den Börsenplatz in Frankfurt betreibt die Deutsche Börse AG. Sie selbst ist eine Aktiengesellschaft, die im deutschen Leitindex (DAX) gelistet ist. Ihre Aufgabe ist es, das Geschäft mit Wertpapieren zu managen. Über ihr steht die Börsenaufsicht des Landes Hessen. Ganz oben thront die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – die BaFin.

    Letztere überwacht unter anderem, ob die an der Börse gelisteten Unternehmen regelmäßig ihre Geschäftszahlen offenlegen. Dazu sind Aktiengesellschaften gesetzlich verpflichtet, um den Börsenmarkt transparent zu gestalten.

    >> Mehr zum Thema Börse: 

    Vom Parketthandel zum elektronischen Handel

    Brügge, 1409: Vor dem Haus der Kaufmannsfamilie Van der Beurse tummeln sich die Menschen. Unter ihnen internationale Geschäftsleute, Bürger und Passanten. Sie alle verfolgen eine der ersten organisierten Handelsveranstaltungen im Spätmittelalter. Da Ort und Zeit klar festgelegt sind, schreibt das Handelstreffen schließlich Geschichte: Hier entsteht die erste Börse.

    Später folgen weitere organisierte Handelsplätze in Europa, an denen auf Zuruf Waren ihre Besitzer wechseln. Jener Zuruf schallte noch 600 Jahre später durch die Börsensäle der Welt – und galt als die Stimme des Parketthandels.

    Beim traditionellen Parketthandel galt das gesprochene Wort. Stimmte ein Händler einem Angebot mündlich oder per Handgeste zu, war das Geschäft rechtsgültig. Den Handel übernahmen dabei sogenannte Spezialisten, auch Börsenmakler oder Broker genannt, die direkt im Börsensaal saßen und hier Angebotspreise für die Finanzinstrumente veröffentlichten. Diese ergeben sich aus dem Verhältnis aus Angebot und Nachfrage. Überwiegt die Nachfrage, steigen die Preise.

    Mittlerweile hat der elektronische Handel den Parketthandel verdrängt. In Deutschland ist Xetra der größte elektronische Handelsplatz. Mehr als 90 Prozent des nationalen Aktienhandels vollzieht sich hier. Dabei müssen sich beim elektronischen Handel Käufer und Verkäufer nicht mehr gegenseitig suchen, sondern das System führt passende Kauf- und Verkaufsorder automatisch zusammen.

    Wer darf an der Börse handeln?

    Der direkte Handel an der Börse ist den Börsenmitgliedern vorbehalten. Das sind beispielsweise Kreditinstitute oder Börsenmakler. Privatanleger können demnach nicht mit Wertpapieren traden. Sie müssen entsprechende Aufträge ihrer Depotbank oder an einen spezialisierten Wertpapierhändler, sogenannte Online-Broker, übermitteln.

    Wann ist die Börse offen?

    Jede Börse hält sich an bestimmte Handelszeiten. Auf Xetra wird beispielsweise montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr gehandelt. Privatanleger können in diesem Zeitraum also ihre Orderaufträge durchführen lassen. Hier finden Sie alle Börsenöffnungszeiten weltweiter Handelsplätze.

    Mehr: So gelingt der Einstieg an der Börse

    Erstveröffentlichung: 1. April 2021, 15:43 Uhr

    • nb
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