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Abgeltungsteuer Papiere mit Puffer

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Eines sollten Steuerstrategen bei solch blendenden Aussichten aber nicht übersehen: Wenn die Laufzeit eines Zertifikats nächstes Jahr endet, können sie das Geld nicht mehr abgeltungsteuerfrei investieren. Aus steuerlicher Sicht seien Zertifikate deshalb derzeit "eine Beimischung, aber kein Basisinvestment", sagt Steuerberater Jochen Busch von der Kanzlei RP Richter & Partner in München. Mit Aktien oder Fonds lasse sich die Abgeltungsteuer schließlich in diesem Jahr noch für immer vermeiden. "Was langfristig entbehrlich ist, sollte in solche Anlageformen fließen", so Busch. Discountinvestments sind also vor allem empfehlenswert mit Erspartem, das bald wieder gebraucht wird.

Wer lieber auf Garantien als auf einen Puffer baut, kann sich angesichts der nahenden Abgeltungsteuer ebenfalls Steuervorteile sichern. Zwar sind mit Garantiezertifikaten keine steuerfreien Erträge möglich, weil sie als "Finanzinnovation" gelten und Gewinne deshalb auch nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist zu versteuern sind. Bis Ende des Jahres greift dabei aber noch der persönliche Steuersatz von bis zu 45 Prozent – vom 1. Januar an dagegen die Abgeltungsteuer von 25 Prozent. "Wenn Gutverdiener jetzt Garantiezertifikate kaufen, sollten sie deshalb darauf achten, dass die Laufzeit frühestens 2009 endet", empfiehlt Steuerberater Busch.

Ganz Clevere können die Steuerlast sogar noch weiter senken – dank eines bisher kaum beachteten Details: Ungenutzte Spekulationsverluste aus der Zeit vor der Abgeltungsteuer-Ära dürfen von 2009 an auch von Gewinnen mit Garantiezertifikaten abgezogen werden. Da deren Ertrag bei Ablauf oder Verkauf neben einer Zinskomponente oft aus einem Kursanstieg besteht, erhöhen Anleger mit diesen Papieren ihre Chancen, "nach 2008 Kursgewinne einzufahren und offene Verluste verrechnen zu können", sagt Busch.

Derzeit müssen Anleger mit Spekulationsverlusten oft abwarten, bis sie bei einem Aktienverkauf wieder Gewinn machen, um das Minus steuerlich geltend machen zu können. Zunächst hatte Finanzminister Peer Steinbrück geplant, in der Abgeltungsteuer-Ära auch die Verrechnung von Spekulationsverlusten mit Zinsen und Dividenden zu erlauben – eine schöne Idee zur Vereinfachung, die leider auf den letzten Metern aus Angst vor Einnahmeausfällen verworfen wurde.

Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs könnte die Nachfrage nach bestimmten Garantiezertifikaten in den nächsten Monaten anheizen. Die Richter haben entschieden, dass Teilgarantien nicht automatisch dazu führen, dass die Papiere als steuerpflichtige Finanzinnovationen einzustufen sind. Wenn bei einem Papier zehn Prozent des Einstiegspreises garantiert und 90 Prozent im Risiko sind, müssten nach Ablauf der Spekulationsfrist nur zehn Prozent des Gewinns versteuert werden. Allerdings fürchten Experten, dass das Finanzministerium den positiven Richterspruch per Nichtanwendungserlass aushebelt (siehe "Angst vor dem Erlass"). Dass der Fiskus so rigide durchgreift, ist keine Seltenheit.

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