Analysten sehen ernst zu nehmende Alternative zu Investmentfonds Discount-Zertifikate sind besser als Aktien

Discount-Zertifikate sind besser als Aktien. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bank über die Performance von über 600 Zertifikaten. Demnach haben über einen Zeitraum von vier Jahren 83,8 % der Papiere eine höhere Rendite erzielt als ihr zu Grunde liegender Basiswert.
  • Marcus Pfeil (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. „Discount-Zertifikate stellen eine echte Alternative zur Direktanlage dar“, sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Gerade bei Privatanlegern scheinen die Zertifikate mit eingebautem Puffer immer beliebter zu werden: Seit zwei Jahren hat sich der Umsatz im börslichen und außerbörslichen Handel in Deutschland vervielfacht. Kauften und verkauften Anleger im Januar 2002 noch Discounts im Wert von 233 Mill. Euro, waren es im November 2003 schon über 1,5 Mrd. Euro. Zuletzt übertrumpfte der Umsatz mit Discount-Zertifikaten sogar den Gesamtumsatz der Deutschen Börse.

Und die Banken emittieren fleißig weiter ihren neuen Umsatzbringer: So hat sich die Anzahl der Discounts in nur drei Jahren auf 8 314 Papiere verzehnfacht.

Einen Renditevorsprung werfen Discount-Zertifikate vor allem dann ab, wenn die Aktienmärkte stagnieren, leicht steigen oder fallen. Diese drei Szenarien haben sich im Betrachtungszeitraum der Studie regelmäßig abgewechselt. Fast die Hälfte aller untersuchten Zertifikate erreicht auch nach der ausgedehnten Aktien-Baisse eine positive Rendite. Demgegenüber schaffte es nur jede vierte Aktie ins Plus.

In einem schwachen Aktienmarkt spielen die Discounts ihren Verlustpuffer aus: So verlor ein Papier auf die Aktie des finnischen Handyherstellers Nokia im Beobachtungszeitraum 6,63 % – die Nokia- Aktie bescherte ihren Anteilseigners dagegen einen herben Verlust von 37,65 %. Auch bei einer Seitwärtsbewegung der Märkte sind Discount-Zertifikate überlegen: So gewann das Zertifikat auf die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas 7,11 %. Anleger, die direkt auf die Adidas-Aktie setzten, mussten hingegen einen Verlust von 6,93 % verbuchen.

Und selbst negative Währungseinflüsse können Anleger mit den Discounts zumindest teilweise ausschalten. Weil der Euro im vergangenen Jahr fast 20 % gegenüber dem Dollar zulegte, verminderte sich die Performance der Oracle-Aktie von 28,76 % auf Euro-Basis auf nur 2,02 %. Mit einem Discount-Zertifikat auf die Aktie des US-Softwareherstellers erzielten Anleger immerhin eine Rendite von 23,82 %

Angesichts solcher Erträge rät Heiko Weyand von HSBC-Trinkaus Privatanlegern, „darüber nachzudenken, ihr Depot sukzessive in Discount-Zertifikate umzuschichten“. Studien belegten, dass damit Chancen und Risiken einer Geldanlage auf längere Sicht optimiert werden,“ sagt Weyand.

Lediglich in stark steigenden Märkten lohne es sich, auf das Direktinvestment in die entsprechende Aktie zu setzen. Die gute Performance von Dax und Co. spiegelt sich inzwischen in den Maximalrenditen der Discounts wider: Ein Zertifikat auf den EuroStoxx 50 mit einer Obergrenze in der Nähe des aktuellen Indexstandes (Cap 2 800 Punkte) und einer Restlaufzeit von einem Jahr verfügt derzeit über eine Maximalrendite von rund zehn Prozent. Vor einem Jahr war diese noch doppelt so hoch. Auch der Rabatt ist auf weniger als zehn Prozent zusammen geschrumpft, vor allem bei Discounts mit langen Laufzeiten. Für sehr lang laufende Discounts bewegt sich die Maximalrendite derzeit bei nur noch 6,5 %.

Weyand empfiehlt deshalb Rolling-Discounts. Bei diesen Zertifikaten investieren Anleger jeden Monat in ein Discount-Zertifikat mit einer Restlaufzeit von einem Monat. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich so eine attraktive Rendite. „Mit den Rollings können Anleger aktiv gemanagte Fonds aus ihren Depots verbannen.“

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