Anlageprodukt Kompass für gute und schlechte Zeiten

Das richtige Timing für den Aus- und Einstieg ist schon für viele Profis schwierig. Umso problematischer ist es für Privatanleger. Ein guter Kompass könnte hier ein bewährter Börsenindikator mit klaren Regeln sein.
Kommentieren
Beim Merrill Lynch Börsenindikator 2-Zertifikate (ISIN: DE000ML0RR64) weisen vier Indikatoren den richtigen Weg. Quelle: dpa

Beim Merrill Lynch Börsenindikator 2-Zertifikate (ISIN: DE000ML0RR64) weisen vier Indikatoren den richtigen Weg.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEine der alten, wahren Börsenweisheiten lautet „hin und her macht Taschen leer“. Permanente Käufe und Verkäufe belasten die Performance. Trotzdem haben Investoren den verständlichen Wunsch bei drohenden Kursverlusten Aktien zu verkaufen und das Geld zu parken. Idealerweise wird dann auch wieder rechtzeitig zum Einstieg geblasen. All diese Wünsche können für den Dax in dem Merrill Lynch Börsenindikator 2-Zertifikat (WKN: ML0RR6) umgesetzt werden.

Grundlage dafür ist ein regelbasierter Index, der entweder in den Dax investiert oder im Geldmarkt (30-Tages Euribor-Zins) investiert ist. Diese Entscheidung hängt vom Stand eines Börsenindikators ab, der auf einem Modell basiert, das vom Buchautor und Börsen-Kolumnisten Thomas Gebert entwickelt und 1996 erstmals im Magazin „Der Aktionär“ veröffentlicht wurde. Den richtigen Weg weisen vier Indikatoren. Diese berücksichtigen die Zinssituation, den US-Dollar, die Inflationsrate und die Jahreszeit. Eine Überprüfung findet wöchentlich statt. Jeder dieser Indikatoren erhält einen Wert von 0 oder 1.

Die Lieblinge der Deutschen
A man poses for a photo in front of the Apple store on 5th Avenue in New York
1 von 17

Apple

Die Deutschen lieben es in der Regel deutsch. Doch zu den Ausnahmen gehört Apple. Der Tech-Wert schaffte es 2013 bei den derivativen Anlageprodukten zwar nicht unter die beliebtesten 30 Basiswerte. Doch als Hebelprodukt war die Apple-Aktie hoch im Kurs: Im Volumen von 140 Millionen Euro wurden Hebelzertifikate im vergangenen Jahr geordert. 100 Millionen Euro davon in Optionsscheine auf den Basiswert Apple.

Quelle: Börse Stuttgart,
Top 30-Volumen ausgeführte Kundenorders,
Derivative Anlageprodukte und Hebelprodukte wurden separat ausgewertet.

Gold
2 von 17

Gold

Bei Gold wird gehebelt, was das Zeug hält. Derivative Anlageprodukte mit dem Basiswert Gold wurden vergangenes Jahr kaum gehandelt. Dafür umso mehr die Hebelprodukte auf Gold: Zertifikate im Volumen von 376 Millionen Euro wechselten den Besitzer. Davon entfielen 290 Millionen Euro auf Knock-Out-Zertifikate. Damit ist Gold der zweitbeliebteste Hebelwert der Deutschen. Noch beliebter zum Zocken ist nur der Dax.

Deutsche Post
3 von 17

Platz 15: Deutsche Post

Zu den beliebtesten 15 Basiswerten gehörte 2013 auch die Aktie der Deutschen Post. Zertifikate im Volumen von 176 Millionen Euro kauften und verkauften die Deutschen mit dem Basiswert. Die größte Nachfrage hatten dabei Discountzertifikate mit einem Auftragsvolumen von 95 Millionen Euro.

huGO-BildID: 8976456 ** ARCHIV ** Ein Mann steht am 4. Mai 2007 vor der Statue "Walking Man" des amerikanischen Kuenstlers Jonathan Borofsky vor der
4 von 17

Platz 14: Münchener Rück

Die Aktie des weltweit zweitgrößten Rückversicherers erlebte im vergangenen Jahr eine Berg- und Talfahrt. Die Jahresendrally brachte dann noch ein solides Plus ein. Als Basiswert schafft es die MunichRe-Aktie unter die beliebtesten 15 Werte. 2013 wurden Zertifikate in einem Volumen von 184 Millionen Euro Aufträgen gehandelt. Zum Zocken wurde der Basiswert jedoch nicht so oft gebraucht: Auf Hebelzertifikate entfielen 43 Millionen Euro.

MDax knackt 14.000er-Marke
5 von 17

Platz 13: MDax

Die Helden aus der zweiten Reihe machten sich im vergangenen Jahr wieder alle Ehre: Der MDax performte rund zehn Prozent besser als der Dax. Als Basiswert ist der MDax jedoch bei Weitem nicht so beliebt wie sein großer Bruder. Im vergangenen Jahr kauften und verkauften Anleger für insgesamt 192 Millionen Euro Zertifikate mit dem Basiswert MDax. Hebelprodukte waren weniger gefragt: Für rund 61 Millionen Euro kauften und verkauften Anleger Papiere an der Stuttgarter Börse.

Eon-Zentrale
6 von 17

Platz 12: Eon

Die Zentrale von Eon Ruhrgas in Essen. Die Aktien der Energieversorger hatten entgegen dem allgemeinen Trend kein gutes Jahr. Als Basiswert konnten sie trotzdem dienen: Für 205 Millionen Euro wurden 2013 Zertifikate geordert. Am beliebtesten war dabei die Aktienanleihe mit einem Handelsvolumen von 90 Millionen Euro Aufträgen.

huGO-BildID: 34420024 An employee of the Tokyo Stock Exchange looks at an electronic board during morning trading, in Tokyo, Thursday, Dec. 26, 2013.
7 von 17

Platz 11: Nikkei 225

Der japanische Leitindex ist bei den Deutschen als Basiswert beliebter als amerikanische Indizes. Vielleicht liegt dies auch an der beispiellosen, ultralockeren Geldpolitik der Bank of Japan, die den Nikkei vergangenes Jahr zum Leitindex mit der besten Performance machte. Insgesamt wechselten Zertifikate für 211 Millionen Euro auf den Nikkei den Besitzer. Den Großteil machten dabei Index- und Partizipations-Zertifikate aus.

War die letzte Zinsveränderung der EZB eine Zinssenkung, wird ein Punkt vergeben. Falls die Inflationsrate niedriger liegt als vor einem Jahr, wird unter diesem Aspekt wieder der Wert 1 vergeben. Notiert der US-Dollar gegenüber dem Euro höher als vor einem Jahr, wird ebenfalls der Wert 1 hinzuaddiert. Abschließend wird die Jahreszeit beobachtet. Liegt die aktuelle Zeitperiode zwischen 1. November und 30. April kommt ein weiterer Punkt hinzu. Ein Kaufsignal - als ein Investment in den Dax - ergibt sich bei drei oder vier Punkten im System.

Bei 0 oder einem Punkt wird ein Verkaufssignal generiert - also in den Geldmarkt investiert. Bei zwei Punkten wird eine neutrale Position eingenommen, das heißt die vorherige Positionierung wird unverändert beibehalten. Maximal einmal im Monat kann zwischen Dax und Geldmarkt gewechselt werden. Mit Stand von Anfang Februar ergibt sich für das Modell der Höchstwert von 4, so dass nach diesem Indikator die Dax-Korrektur bald zu Ende gehen sollte.

Das Partizipations-Zertifikat auf den ML Market Indikator Germany-Index verbrieft Anlegern je nach Indikatorenlage eine Partizipation am deutschen Aktienindex oder am Geldmarkt. Das erste Zertifikat von Merrill Lynch auf den Gebert-Indikator (WKN: ML0BDM) wird noch an der Börse in gehandelt, allerdings kann es – da es bereits ausverkauft ist und keine Briefkurse vom Emittenten gestellt werden – nicht mehr direkt gekauft werden.

Exzellente Backtesting-Daten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Anlageprodukt - Kompass für gute und schlechte Zeiten

0 Kommentare zu "Anlageprodukt: Kompass für gute und schlechte Zeiten "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%