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Anlageprodukte Spekulieren mit dem Superhebel

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CFDs sind vergleichsweise risikoreich

Verbraucherschützer warnen vor den hochspekulativen Produkten, vergleichen sie gar mit dem Besuch eines Spielkasinos. Dass der Handel mit CFDs es in sich hat, bestreiten auch die Experten nicht: „Klar ist, dass das CFD-Geschäft ein vergleichsweise hohes Risiko beinhaltet, da Anleger in die Nachschusspflicht kommen können“, sagt Comdirect-Experte Jessen. „Es ist aber nicht so, dass die Menschen bei uns Haus und Hof verspielen.“ Die Kunden, die mit CFDs handelten, seien in der Regel sehr erfahren. „Außerdem nutzen viele die Sicherheitsgurte, die wir ihnen anbieten“, ergänzt er. Natürlich gibt es auch Spekulanten, die mit einem
Minus aus dem Handel gehen. „Die Verluste bewegen sich bei der Mehrheit dieser Kunden in einer Größenordnung von wenigen Hundert Euro“, sagt Jens Wöhler, Vorstand bei S-Broker.

CFD-Kunden seien ähnlich erfolgreich oder nicht erfolgreich wie Kunden, die mit anderen Hebelprodukten handelten. „Nachschussverpflichtungen sind trotz des turbulenten Börsenjahres 2011 die absolute Ausnahme beim S-Broker“, sagt Wöhler. „Bislang kam es nur in einem einzigen Fall zu einem Nachschuss – und der lag unter einem Euro.“

Ähnlich dürfte die Bilanz bei anderen Anbietern ausfallen. Verluste ja, aber Nachschusspflicht eher selten. „Nachschusspflichten kommen in der Praxis immer seltener vor“, sagt Andreas Ruether, Vorstand des CFD-Verbandes. „Die meisten Broker bieten inzwischen technische und rechtliche Lösungen an, diese zu kontrollieren oder sogar auszuschließen.“ Zu den durchschnittlichen Einsätzen machen die Direktbanken keine konkreten Angaben. Comdirect-Experte Jessen räumt aber ein: „Im Vergleich zu klassischen Depotkunden bewegen CFD-Trader deutlich mehr Kapital – allerdings setzen sie dabei aufgrund der Charakteristik des Hebelhandels deutlich weniger ein.“

Nicht nur die Einsätze sind gering, sondern auch die Kosten: Die Sparkassentochter S-Broker berechnet 0,08 Prozent vom Handelsvolumen bei Aktien-CFDs – mindestens aber acht Euro. Index-, Rohstoff-, Anleihe- und Devisen-CFDs werden ohne Transaktionsgebühr gehandelt. Hier zahlen die Kunden nur den Spread, die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Comdirect verspricht den Kunden handelbare Spreads, die mindestens so gut sind wie am Referenzmarkt Xetra. Für Aktien-CFDs berechnet der Onlinebroker eine Transaktionsgebühr von 0,1 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro. Noch bis Ende Mai entfällt diese Gebühr.

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5 Kommentare zu "Anlageprodukte: Spekulieren mit dem Superhebel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • CFD's, aber auch Zertifikate und Optionsscheine sind hervorragende Geldquellen - für die Emittenten.
    Diese Instrumente sind natürlich finanzmathematisch so ausgelegt, dass der Erwartungswert für den Emittenten positiv ist. Nicht umsonst überschwemmen die Banken den Markt damit. Das heißt aber, dass die Käufer im Mittel immer die Verlierer sind.
    Also, nur weiter so, Banken wollen auch leben.

  • Die meisten Zocker würden nicht mal dann die Finger von solchen Produkten lassen, wenn wie bei Zigaretten in Fettschrift "CFDs gefährden Ihre Finanzgesundheit!" drauf stünde. Also was soll´s? Lasst sie doch spielen, bis der Beutel leer ist und fertig. Genau wie im Casino.

  • Interessant wäre ein Vergleich realer CFD- und Aktiendepots hinsichtlich ihrer Rendite über einen längeren Zeitraum. Ich bezweifle stark dass solche kurzfristige Zockereien dem Kleinanleger einen dauerhaften Gewinn bescheren.

    Nur dass keine Nachschüsse fällig werden heißt noch lange nicht dass der CFD-Anleger nicht innert kürzester Zeit seinen Einsatz verloren hat. Diese Sicherheitsmaßnahmen bedeuten schlicht dass der Anleger herausfällt wenn die Margin oder der Depotwert auch nur kurzfristig unterschritten wird.

    Und 8 Euro pro Order sind in meinen Augen auch nicht gerade billig... Mal davon abgesehen dass ausgerechnet die Sparkassen dahinter stecken, die sich sonst gerne als Hort der Sicherheit und der Stabilität gerieren...

  • Mit CFD's lustig gegen den Broker um die Wette zocken. Wer noch nicht genug hat ab nach "Scoachy", dem kleinen niedlichen grünen Bullen, und gegen die Trading Rooms der Investmentbanken zocken (schon kniffliger, was die wohl so alles drauf haben?) - Und wer dann noch nicht genug hat ab an die Eurex und wie Kerviel 5 Mrd. verspielen - oder besser noch die angelsächsischen Terminbörsen wie CBOT und Co. , da sind wenigstens noch Kontrakte auf Weizen und Soja drin.

  • Die Bewerbung derartiger Produkte ist eine Schande! (...)

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++