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Anlagestrategie Boom der Öl-Zulieferer

Der Ölpreis stagniert seit Monaten. Der Grund dafür sind neue Fördermethoden, mit denen nun auch schwer zugängliche Quellen erschlossen werden können. Profiteure der neuen Entwicklung sind Ölservice-Unternehmen.
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Ölpumpen auf einem Ölfeld in den USA: Der Preis für das Rohöl stagniert, doch von neuen Fördermethoden profitieren viele Öl-Zulieferer. Quelle: dpa

Ölpumpen auf einem Ölfeld in den USA: Der Preis für das Rohöl stagniert, doch von neuen Fördermethoden profitieren viele Öl-Zulieferer.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNikolaus steht vor der Tür, die Weihnachtsferien sind in Reichweite. In rund zwei Wochen, rechtzeitig zum Christbaumschmücken, werden Autofahrer auf dem Weg zu ihren Familien oder in den Urlaub wieder das alljährliche Ritual hoher Benzinpreise an den Tankstellen erleben dürfen. Doch diese Preise haben mit dem aktuellen Marktgeschehen rund ums Öl nur wenig zu tun. Denn an den Rohstoffbörsen schwankt der Ölpreis seit drei Jahren deutlich weniger als der Benzinpreis an den Zapfsäulen. Die Preisausschläge werden immer geringer, tendenziell geht es sogar leicht nach unten.

„Die Preise für Öl bewegen sich derzeit in einer Art Komfortzone. Sowohl die Produzenten als auch die Verbraucher können mit den derzeitigen Preisen gut leben“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. Es gebe mittelfristig auch keine signifikanten Gründe für einen langfristigen Preisanstieg. „Auf der einen Seite des Atlantiks bleibt der US-Markt durch die steigende Produktion im eigenen Land gut versorgt. Und auf der anderen Seite sorgen die in der OPEC zusammengeschlossenen Erdöl exportierenden Länder für stabile Preise. Vielleicht werden die OPEC-Mitglieder ihre Produktion sogar etwas drosseln, um einen Preisverfall zu verhindern“, so Weinberg. Der Grund: Da sich die USA zunehmend selbst mit Öl versorgen, wird der Bedarf an Öl aus OPEC-Ländern eher sinken – allerdings nicht in dem Maße, dass der Preis für Brent-Öl ins Bodenlose rutschen wird.

„Dafür sorgen schon allein immer wieder Unruhen in den Produzentenländern oder politische Entwicklungen. Ein schwer berechenbarer Faktor ist beispielsweise eine Rückkehr des Iran an die Ölmärkte. Ob und in welchem Umfang wieder iranisches Öl verkauft werden wird, kann im Moment niemand sagen“, so Weinberg. Sicher ist jedoch, dass die Ölförderung im Nahen Osten immer weniger Einfluss auf die Ölpreisentwicklung in den USA hat.

Wie sehr sich die Ölmärkte westlich und östlich des Atlantiks schon jetzt voneinander entkoppelt haben, ließ sich insbesondere in den vergangenen Wochen gut anhand der unterschiedlichen Preise für die Ölsorten WTI (West Texas Intermediate) und Brent ablesen. Die Lagerbestände und damit auch das Rohölangebot in den USA sind hoch. Angaben des American Petroleum Institute zufolge sind die Ölvorräte in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen.

Die Folge: Amerikanisches Öl der Sorte WTI geriet in den vergangenen Wochen deutlich unter Verkaufsdruck. Dagegen sorgen Streiks in den Förderanlagen im Osten Libyens weiter für Auftrieb beim Brent-Ölpreis. So kommt es, dass ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Januar mittlerweile mehr als 111 Dollar kostet. Der vergleichbare Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI liegt derzeit bei gerade einmal 94 Dollar. Zum Vergleich: Vor ein oder zwei Jahren noch galt eine Differenz von ein oder zwei Dollar als normal.

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