Chartanalyse „Rücksetzer beim Dax ist gesund“

Der deutsche Leitindex  hat in nur einem Monat um mehr als 1100 Punkte zugelegt. Aus charttechnischer Sicht ist der nun folgende Rückgang wünschenswert. Die passenden Produkte für die jeweiligen Szenarien.
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Zwei kleine Plastikbullen vor der Anzeigetafel für den Dax in der Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

Zwei kleine Plastikbullen vor der Anzeigetafel für den Dax in der Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür Frederik Altmann hat der Dax erwartungsgemäß sein Rekordhoch geknackt und bewegt sich im intakten Aufwärtstrend weiter nach oben. „Der Leitindex konnte am Rekordhoch nochmal neue Fahrt aufnehmen und eilte von Hoch zu Hoch, wie es der Nebenwerteindex MDax vorgemacht hat“, sagt der Chartanalyst. Allerdings ging ihm die Aufwärtsbewegung um über 1100 Punkte in nur einem Monat zu schnell. Altmann: „Ein Rücksetzer wäre gesund, damit der Markt neue Kraft im langfristig positiven Trend schöpfen kann.“ Dies sollte die Grundlage für einen neuen Anstieg sein.

Dieser Rückgang sollte nach Meinung von Altmann den Dax mindestens noch einmal auf sein altes Rekordhoch bei 8152 Punkten drücken, das nun eine wichtige Unterstützung bietet. Diese Marke hat das deutsche Börsenbarometer am vergangenen Donnerstag erreicht.

Etwas tiefer liegt auch eine erste Korrekturmarke nach Fibonacci, der aufgrund von mathematischen Berechnungen aus der jüngsten steilen Aufwärtsbewegung Rückzugniveaus bestimmt, als weiterer Halt. Ein nächstes Korrekturziel nach dieser Theorie liegt bei knapp 8000 Punkten. „Diese Marke bietet auch eine psychologische Unterstützung und könnte, ohne einen längerfristigen technischen Schaden anzurichten, nochmals getestet werden“, sagt Altmann. Für ihn wäre diese  Bewegung technisch sogar gesund. „Das positive Gesamtbild des Index würde erst unter 7600 Punkten gestört werden“, erläutert er.

Als Ziel nach oben im intakten Aufwärtstrend steht zunächst das neue Rekordhoch bei rund 8558 Punkten. Darüber hinaus scheinen 8800 Punkten aus einer mathematischen Berechnung („Fibonacci-Extension“) hergeleitet gut möglich.

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8 Kommentare zu "Chartanalyse: „Rücksetzer beim Dax ist gesund“"

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  • Die Überschrift sollte lauten: Von Suchtkranken und Fieberträumern.

  • @sieg-fried: Volltreffer! Dagegen war doch früher die "Kreml-Astrologie" - kennt das noch jemand? - richtig fundierte Analyse.

  • Am witzigsten ist die Charttechnik bei Einzelwerten, wo eine neue Unternehmensnachricht immer wieder zeigt, wieviel dieser Murks wert ist und was die realen Treiber der Kurse sind.

    Interessant auch, mit welchen lustigen Floskeln die Charttechniker ihre Pseudowissenschaft verteidigen.

    Und so kommt bei mir die Charttechnik noch hinter den Analysteneinschätzungen. Bei denen gibts ab und zu wenigstens noch etwas Inhalt.

  • So gesund wie steigende Schulden bei schrumpfendem BIP?

    Die besten Behauptungen aller Zeiten

    Hollande: Die Euro-Krise ist vorüber.
    Das Handelsblatt schreibt: BIP schrumpft weiter: Europa verharrt in der Rezession.
    Fazit: wer die Krise überwunden hat, steckt in der Rezession.

    "Die Außenschulden der Eurozone dürften von 92,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2012 auf 95,5 Prozent 2013 und auf 96,0 Prozent 2014 steigen" (Kommissar Oli Rehn).

    Fazit: steigende Schulden und schrumpfendes BIP, die gesunde Mischung. Auch Schäuble ist begeistert, denn er sieht "deutliche Fortschritte im Kampf gegen die Eurokrise".

    92,7% von ~ 12,7 Bill. Euro (BIP 2011) sind 11,7 Bill. Euro Aussenschulden der EU.

  • Überraschend ist nun folgendes Ergebnis: Wenn man einmal überschlägig zusammenrechnet, wie viel Informationen "Bits" im DAX® verarbeitet und gespeichert werden, dann stellt sich folgendes Ergebnis ein: Die Chartisten wissen um die 3%, die Fundis um die 0% in Bezug auf die Gesamtinformation im DAX®. Beide Ergebnisse sind keine gute Basis für sichere Prognosen. Mehr als den Klappentext wissen wir also nicht.

  • Statt auf die Charttechnik zu setzen kann man besser zur Pferderennbahn gehen und auf ein ordentliches Pferd setzen. Das macht mehr Spaß und man bekommt schön was von der Atmosphäre mit. Dagegen kann so ein langweiliges Zertifikat einfach nur einpacken. Langfristig auf eine bestimmte DAX-Bandbreite zu wetten ist in etwa so, als wenn man Geld nur gewinnt, wenn zwischen den Monaten Mai und August die Temperaturen tagsüber nicht unter 12 Grad fallen dürfen, allerdings aber auch nicht über 30 Grad steigen. Aber vielleicht kommt ja irgendein Emittent auch bald auf so eine Idee.

  • Mit welch qualitativ-hochwertigen Aussagen das Handelsblatt wirtschaftsjournalistisch punktet ist schon beachtenswert!

    Statt zu analysieren gibt man allzu gern einfach nur irgendwelche Aussagen unreflektiert wieder und widerspricht sich dabei trefflich selbst. Danke Handelsblatt, danke für ziel- und nutzlose Statements wie diese:

    "Rücksetzer beim Dax ist gesund" 08.06.2013
    "Dax zündet späte Rakete" 07.06.2013
    "Dax rettet Mini-Gewinn ins Ziel" 04.06.2013
    "Dax gibt wieder Gas" 04.06.2013

    Wie konnte es nur soweit kommen?

  • Wir reden bei Börsenkursen von wirtschaftlichen Zusammenhängen, Zufallsereignissen und etwas Glaube bzw. Hoffnung.

    Charttechnik ist hingegen reinste Kaffeesatzleserei - auschliesslich deskriptiv. Das ganze pseudowissenschaftliche Fibonacci-Drumherum erinnert an Schwarze Magie.

    Ich habe noch nie gehört, daß durch diesen Unfug jemand richtig lag. Nur die Charttechniker verdienen ihr Geld damit.

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