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Chartanalyse Schwarzes Gold mit Kursphantasie

Charttechnisch steht Brent-Öl vor einer Entscheidung. Der Kurs der Nordseesorte könnte in der nächsten Zeit deutlich steigen. Das positive Szenario wird auch von saisonalen Überlegungen gestützt.
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Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert: Der Preis für das Brent-Öl ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - und hat noch weiteres Potenzial. Quelle: dpa

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert: Der Preis für das Brent-Öl ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - und hat noch weiteres Potenzial.

(Foto: dpa)

Düsseldorf.Der Preis für Brent-Öl ist seit Mitte des vergangenen Jahres zwar schon deutlich angestiegen – von 75 US-Dollar auf mittlerweile über 110 US-Dollar. Das schwarze Gold hat aber aus technischer Sicht durchaus noch gute Chancen auf mehr. „Charttechnisch steht Brent-Öl vor einer Entscheidung“, meint Chartexperte Frederik Altmann. Für ihn hat die Nordseesorte gute Chancen auf einen erneuten, nachhaltigen Ausbruch nach oben.

Der Chart, gebildet aus dem (kontinuierlich dargestellten) Terminkontrakt (Future), hat in den vergangenen Monaten ein sogenanntes steigendes Dreieck gebildet. Die steigende Linie beginnt mit dem Tief aus dem Juni 2013, als der Preis bei 75 US-Dollar notierte, und wird von den weiteren Tiefständen im Zuge des anschließenden Aufwärtstrends gebildet – zuletzt im Februar 2014 bei rund 106 US-Dollar.

Auf diesen Trend sind die Kurse aktuell noch einmal zurückgefallen und könnten sich erneut nach oben abstoßen. Die Horizontale des Dreiecks liegt bei 113 US-Dollar. An dieser Marke ist der Ölpreis bereits zwei Mal abgeprallt. „Solche Chartformationen werden regelmäßig nach oben verlassen“, erläutert Altmann.

Dieses positive Szenario wird nach Meinung des Chartexperten auch von saisonalen Überlegungen gestützt: Rohöl-Futures neigen von Anfang März bis Mitte Mai wie dann auch im August/September saisonal zur Stärke. Sollte die Horizontale bei 113 US-Dollar überwunden werden, ergibt sich für Altmann ein längerfristiges Kursziel im Bereich der Hochs vom Juli 2008 bei 150 Dollar.  

Rollproblematik bei Futures

„Entsprechend positiv ist das Chance-Risiko-Verhältnis bei Brent-Öl aus charttechnischer Sicht“, meint Altmann. Denn sollte der Ölpreis schwächeln, liegt seinen Berechnungen nach bereits auf aktuellem Niveau um 108 Dollar die erste Unterstützung durch die steigende Trendlinie. Im Falle einer Korrekturbewegung liegen weitere Unterstützungen bei 105 und spätestens bei 101 Dollar. „Dann wäre das Chartbild aber bereits deutlich eingetrübt“, meint Altmann.

Eine Möglichkeit, auf steigende Ölpreise zu setzen, sind Index-Zertifikate oder ETCs (Exchange Traded Commodities). Doch diese Produkte, die ohne Laufzeitende konzipiert werden, haben mit einem schweren Mangel zu kämpfen: Es ist nahezu unmöglich, sogenannte Rollverluste zu vermeiden.

Der Grund dafür liegt in der grundsätzlichen Struktur: Zertifikate und ETCs auf Rohstoffe investieren nämlich nicht in die Rohstoffe selbst, sondern in Rohstoff-Futures. Diese müssen jeden Monat ausgetauscht werden, denn anders als die betreffenden Open-End-Zertifikate haben Futures immer ein Laufzeitende.

Das Problem dabei: Sehr oft sind Futures mit späterem Ablaufdatum teurer als Futures mit kürzerer Laufzeit. Deshalb entstehen beim monatlichen Future-Tausch oft Rollverluste. Fürs gleiche Geld bekommt man plötzlich weniger neue Futures. Bildlich gesprochen: Es ist so, als ob man am Anfang ein Fass Öl kauft und die Blechtonne, die geliefert wird, am Ende nur noch halb voll ist.

Alternative Produkte

Die schweizerische Bank Vontobel hat deshalb genau mit diesem Ziel vor knapp fünf Jahren eine Art Hybrid-Rohstoff-Aktien-Produkt auf Öl aufgelegt: Das Oil Strategy Index Zertifikat (WKN VFP33M) investiert bei Situationen, in denen die längerlaufenden Futures teurer sind als die kurzfristigen, in Öl-Aktien. Im anderen Fall wird in Öl-Futures investiert. Das Konzept funktioniert langfristig bisher recht gut: In den vergangenen knapp fünf Jahren ist der der Wert des Zertifikats um mehr als 70 Prozent gestiegen. Die Managementgebühr beträgt 1,2 Prozent jährlich.

Für kurzfristigere Investoren, die von diesem charttechnischen Szenario profitieren wollen, bieten sich Zertifikate mit einer begrenzten Laufzeit an. Denn bei diesen wird ein Öl-Future als Basiswert ausgewählt, dessen Laufzeitende nahe am Laufzeitende des Zertifikats liegt. So wie bei Bonuszertifikaten. Deren Prinzip: Es gibt eine obere Schwelle, den Bonus-Level. Und es gibt eine untere Schwelle, die sogenannte Barriere. Bewegt sich der Ölpreis während der Laufzeit oberhalb der Barriere, wird das Zertifikat am Laufzeitende mindestens in Höhe des Bonuslevels ausgezahlt. Sinkt der Ölpreis auf oder unter die Barriere, entfällt der Bonus.

Zwar gibt es keine Bonuszertifikate, die exakt auf dieses charttechnische Szenario passen. Ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis bietet aber noch das Bonus-Zertifikat von Raiffeisen Centrobank (WKN RCE79X), Laufzeit bis zum 11. Dezember 2014. Sofern der Preis für den betreffenden Öl-Future nicht auf oder unter 87,50 US-Dollar fällt, werden im Dezember am Laufzeitende des währungsgesicherten Zertifikats maximal 118 Euro ausgezahlt, bei einem Briefkurs von 100 Euro ein Gewinn von 22 Prozent Jahresrendite.

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