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Daytrader Die Tricks der Broker

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Nur Broker, die sich umstellen, haben eine Chance

Nicht immer steckt gleich ein Skandal dahinter, wenn sich ein Daytrader ungerecht behandelt fühlt. Manche sind schnell dabei, die Schuld bei anderen zu suchen, wenn es schlecht läuft. Gerade Anfänger handeln unüberlegt und verspielen ihr Geld leichtfertig. Dennoch lässt sich nicht wegdiskutieren, dass die falsche Wahl des Brokers dazu führen kann, dass ein Anleger weniger Gewinn oder sogar Verluste macht.

Wer mit CFDs handelt, kommt in der Regel nicht um einen Market Maker herum. Im Handel mit Währungen gibt es noch eine weitere Variante, die STP- oder ECN-Broker (STP steht für Straight Through Processing, ECN für Electronic Communications Network). Sie treten nicht selbst als Dealer auf, sondern leiten die Order nur weiter. Sie werden deshalb auch No-Dealing-Desk genannt.

„Diese Systeme bieten Anlegern die Liquidität wie sie auch am Interbankenmarkt herrschen und wie sie ansonsten nur institutionellen Investoren gewährt werden. Dies ist aber erst ab einer gewissen Größe des Brokers möglich, da dieser Handelsvolumina bündeln kann und damit die Eintrittsschwelle zum Interbankenmarkt erreicht“, sagt Heiko Müller, Geschäftsführer von Alpari. Kleinere Anbieter könnten dies nicht darstellen.

Bei einem ECN/STP-Anbietern hat der Anleger direkten Zugang zum gesamten Markt. Der Vorteil: Bei einem sehr liquiden Markt wie dem Devisenmarkt ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreisen (Spread) gering. Allerdings verlangt der Broker dafür oft zusätzliche Gebühren. Das machen die Market Maker in der Regel nicht. Der Kunde zahlt allein den Spread.

Hellhörig sollten Anleger werden, wenn ein Broker extrem günstige Spreads anbietet. „Wenn einer mit sehr günstigen Spreads Privatanleger umwirbt, hat das meist einen Haken. Oft handelt es sich um Lockangebote, die in der Praxis kaum erhältlich sind“, sagt Müller. Es gibt sogar Fälle, in denen Anbieter mit einem Spread von Null werben. „Da kann etwas nicht stimmen – das ist unmöglich. Diese Anbieter verschwinden dann auch relativ rasch wieder vom Markt“, meint Müller.

Bei der Auswahl des Brokers kommt es auch auf den persönlichen Anlagestil und die Erfahrung an. Gerade wer sehr kurzfristig spekuliert und dabei höhere Summen bewegt, ist bei einem No-Dealing-Desk gut aufgehoben. „Nur die Broker, die vorrangig auf No-Dealing-Desk umstellen, werden im Devisenhandel eine Chance haben“, sagt Müller von Alpari. Er rechnet damit, dass einige Anbieter in den kommenden ein bis zwei Jahren auf dieses Modell umstellen werden. „Wer das nicht leisten kann, wird nicht die gleiche Qualität bei der Ausführung der Order bieten können – und damit letztlich große Schwierigkeiten haben, zu überleben“, vermutet er.

„Bei einem No-Dealing-Desk kommt es nicht zum Interessenkonflikt. Wir haben ein Interesse daran, dass der Kunde erfolgreich handelt – damit er auf Dauer dabei bleibt“, sagt Gellert von FXCM. Seine Firma tritt im Devisenhandel nicht als Dealer auf, bei CFDs allerdings schon.

Ein Market Maker ist nicht per se schlechter – wenn er gewährleisten kann, dass bei der Ausführung der Orders alles glatt läuft. Und noch etwas kann im Streitfall entscheidend sein: Nicht alle Anbieter haben einen Geschäftssitz in Deutschland. Seine Forderungen vor einem zypriotischen Gericht durchzusetzen, dürfte für die meisten keine reizvolle Vorstellung sein.

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5 Kommentare zu "Daytrader: Die Tricks der Broker"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch Zertifikate werden nicht immer sauber bepreist, wie ich es bei einer großen Deutschen Bank erfahren musste.

    Mein Fazit: Bei allem was nicht Aktien oder Futures, sondern Derivat ist (CFDs, Zertifikate, Optionsscheine, ...) wird der Privat-Trader/-Anleger abgezockt.

  • dass stimmt nicht... bin seit ca. 7 Jahren ertragreich, ohne EUREX usw. Anbindung ohne Reuters usw. News Tool und ich habe auch nur 2 Bildschirme + keine Händlerlizenz... wie gesagt seit 7 Jahren

  • "Wer weiß, was er tut, kann damit durchaus verdienen". Was fürs Pferdewetten noch stimmen mag, muss für das Daytraiden noch lange nicht stimmen.

    Der Vorteil derer, die mit der Infrastruktur Geld verdienen, die sie den Daytraidern zur Verfügung stellen - und das sind die einzigen, die in diesem Geschäft tatsächlich nachhaltig Geld verdienen -, ist, dass Zeitungen wie das Handelsblatt immer mal wieder einen dieser pseudoabwägenden Artikel bringen, der dieses Geschäft seriöser erscheinen lässt als das der Automatenaufstellern.

  • Wenn Banken Daytrading betreiben und das Geld ihrer Kunden nicht langfristig und nachhaltig anlegen, dann nennt man sie "Zocker".

    Wenn Privatpersonen CFDs kaufen oder Daytrading betreiben, nennt das Handelsblatt sie "Anleger".

    Schöne, (schein)heil(ig)e Welt :-)

  • Häh, "Daytading" mit "CFDs" oder "Optionsscheinen"?!

    Selten solch Schwachsinn im Handelsblatt gelesen. Welche Azubine hat den Artikel geschrieben?
    Vernünftig sinnvoll und ertragreich kann man Intraday nur mit direkter EUREX-Futures und XETRA-Kassamarkt Anbindung handeln, einem Reuters oder Bloomi News-Tool und mind. 6 Bildschirmen. Am besten ist auch noch eine gültige EUREX- und XETRA-Händlerlizenz
    Alles andere ist vllt. was für Amateure und Hobby-Trader.

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