Depot-Absicherung Wenn es plötzlich abwärts geht

Um mehr als 30 Prozent ist der Dax seit Oktober 2014 gestiegen. Er hat bereits die Jahresendziele fast aller Banken erreicht. Geht die Rally so weiter? Wenn nicht, bieten sich für Anleger interessante Alternativen.
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Wenn es nach den Banken geht, hat der Aktienindex schon seinen höchsten Punkt erreicht. Quelle: Imago
Steht dem Dax eine Achterbahnfahrt bevor?

Wenn es nach den Banken geht, hat der Aktienindex schon seinen höchsten Punkt erreicht.

(Foto: Imago)

DüsseldorfEnde 2014 hat das Handelsblatt 35 Banken nach ihrer Einschätzung zur Dax-Entwicklung 2015 befragt. Im Durchschnitt sind die Experten damals davon ausgegangen, dass der deutsche Leitindex 2015 auf 10.706 Zähler steigt, das wäre ein Plus von 8,2 Prozent.

Die Spanne der Banken war natürlich groß. Den größten Pessimismus zeigte die DZ Bank, die einen Dax Ende 2015 bei 9500 Zählern erwartet hatte. Das genossenschaftliche Institut begründete dies mit dem „belastenden Umfeld in Europa“ und der Einführung des Mindestlohns, der sich negativ auswirken sollte.

Den höchsten Jahresendstand prognostizierte die britische Bank Barclays mit 11.800 Punkten. Sie begründete ihren Optimismus mit einem günstigen Finanzierungsumfeld und der lockeren Geldpolitik in der Euro-Zone, wodurch der Euro gegenüber dem Dollar weiter an Wert verlieren werde.

„Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und führt zu einem positiven Effekt für die Unternehmensgewinne, was den deutschen Aktienmarkt weiter beflügeln wird“, zeigte sich Alexander Doll, Co-Chef von Barclays in Deutschland, Ende 2014 überzeugt.

Ein Blick auf die Prognosen zeigt auch: Der Dax hat innerhalb von nur neun Wochen bereits das Jahresendziel von 32 Banken übertroffen. Neben Barclays hatte nur noch die Deutsche Bank und UBS (beide 11.500 Punkte) Jahresendziele ausgegeben, die oberhalb des aktuelle Dax-Standes von rund 11.200 Zählern liegen.

Man kann die unterschiedlichen Prognosen der Banken zwar belächeln, aber im vergangenen Jahr haben die Kreditinstitute durchschnittlich Recht behalten. Sie hatten für 2014 mit gut 10.100 Zählern gerechnet und hielten damit dem Realitätscheck fast stand.

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13 Kommentare zu "Depot-Absicherung: Wenn es plötzlich abwärts geht"

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  • Volle Zustimmung.

  • Hören Sie nicht auf das "Handelsblatt" und kaufen Sie solche Finanzprodukte nicht. Sie wetten damit gegen die Experten bei den Banken, welche diese Papiere konstruieren und sie werden durch Gebühren und letztlich Steuern ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Also, Finger weg!

  • Ein Aktien-Depot ist durch Dividenden gesichert, andernfalls hat der Aktionär zu teuer gekauft.

  • @ Peter Petersen

    Sicherheit gibt es nicht, schon gar nicht mit Zertifikaten, die nichts anderes sind als hybride Inhaberschuldverschreibungen.

    Sie könnten Optionsscheine kaufen. Das lohnt sich aber nur dann, wenn Sie fest vorhaben, zu verkaufen. Allerdings ist das teuer, wie eine Versicherung eben.

    Sie könnten Gewinne einfach mitnehmen und abwarten, bis die Kurse wieder fallen. Allerdings dürfen Sie dann dank unseres sozialistischen Regimes knapp 30 % Steuern auf die Veräußerungsgewinne zahlen. Das sollte man sich gut überlegen, ob man das will. Die massive Steuerbelastung müssen Sie erst einmal wieder aufholen.

    Nun, was bleibt: Rückbesinnung auf altbewährte Strategien aus der Zeit vor den unglückseligen Investmentbankern:
    Sie kaufen zur langfristigen Anlage und achten und auf gute Fundamentaldaten und gute Dividendenrenditen. Verkaufen: Am besten nie, außer: wenn sich die Aktien als faule erweisen - um Schlimmeres zu verhindern. Ansonsten, kaufen, halten, halten, halten und die Aktien durch dick und dünn tragen.
    Gut ist es, wenn Sie Barreserven halten, um bei Einbruch der Kurse nachkaufen zu können. Oder Sie kaufen regelmäßig zu gleichen Beträgen.

  • Zertifikate sind die Cash-Cow der Emittenten. Diese setzen die Kostenstruktur so an, dass natürlich sie gewinnen und der Käufer bis auf temporäre Erfolge langfristig immer verliert, egal ob die Kurse steigen oder fallen. Besser mit einem Trendfolgemodell bei schwachen Marktphasen den Aktienbestand reduzieren (www.rs-depot.de).

  • Ich würde empfehlen nicht nur immer nach den Indices zu gehen.
    Der Markt ist weitaus grösser.

    Mit rund 26 Positionen bei 50% (EU-) Aktien und etwas unter 5% Edel- metall/steine ist unser privater Fond zurzeit ausgestattet.

    ("etwas" Staats-Anleihen gehören natürlich auch dazu)

    Bei den Meisten dieser Positionen liegt die Quote bei rund einem Prozent der Marktkapitalisierung dieser Unternehmen.

  • @ Niccolo Machiavelli - wie wollen Sie ohne Zertifikate Ihr Depot absichern???? - Oder sollten Sie ein Hellseher sein und genau wissen, wann der Dax abstürzen wird und, das wird er ganz sicher.

  • Sehr geehrter Herr Röder,

    prinzipiell finde ich (Reverse)-Bonuszertifkate eine ganz interessante Beimischung zum Depot. Allerdings sollten Sie auch die Risiken stärker unterstreichen. Und damit meine ich gar nicht so sehr das Emittentenrisiko, dass die BNP innerhalb der nächsten 12 Monate Insolvenz anmeldet ist doch recht unwahrscheinlich. Was passiert aber wenn die Barrieren gerissen werden!? Dann notieren die Zertifikate bei ca. 30% des aktuellen Kurses und der Bonus ist weg! Also selbst wenn der Dax anschließend fallen sollte, fährt man horrende Verluste ein. Ich denke einige die Angang des Jahres darauf gesetzt haben, dass der DAX nicht über 11.000 steigt sind ganz schön auf die Schnauze gefallen. Die Rally ist wirklich unheimlich abe bedenken Sie was in Japan im Rahmen der "Abenomics" mit dem Nikkei passiert ist. Der DAX hängt am Tropf der EZB und FED und die EZB hat mit ihrem Programm noch nicht mal angefangen, allein die Ankündigung hat für eine der beeindruckensten Rallys aller Zeiten gesorgt. Ich halte einen DAX jenseits der 12.000 im ersten Halbjahr 2015 für sehr wahrscheinlich und dann kommen sie mit einer 12.500er Barriere ganz schön ins schwitzen.

  • Herr Röder

    Ich danke Ihnen für diesen Beitrag, denn er stellt eine gewisse Balance zu den täglichen "Aktien sind alternativlos"- und "Dividenden sind die neuen Zinsen"-Artikeln dar.

    Da Sie ja auch Short-ETFs erwähnen (=Sondervermögen), kann ich die Aufregung über die "bösen Zertifikate" nicht wirklich verstehen.

    Es kann sich doch jeder selber die Frage stellen, ob sowas sinnvoll ist oder nicht, wieviel Potenzial der Dax noch nach oben hat oder ob es auch mal einen Pullback geben kann usw.

  • Lieber Herr Schmidt, das ist keine bezahlte Werbung. Übrigens schreibe ich auch nicht, dass die Börse kippen wird. Diese Prognose würde ich mir gar nicht zutrauen. Diese Meinung sollte sich jeder Anleger bilden. Ich schreibe davon, dass der Dax bereits nach wenigen Wochen die Jahresendprognosen der meisten Banker erreicht hat. Und das finde ich ungewöhnlich.

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