Depot-Strategie Die richtige Absicherung gegen fallende Kurse

Nichts scheint den Deutschen Aktienindex stoppen zu können. Doch wie lange geht das gut? Manche Profis stellen sich auf ungemütlichere Börsenzeiten ein. Wie Anleger mit einfachen Mitteln ihr Depot absichern können.
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„Kurs-Anstieg wird ein böses Ende nehmen“

DüsseldorfUm sage und schreibe 25 Prozent ist der Dax im ersten Quartal 2105 gestiegen. Mit dem Erreichen der 12.000-Punkte-Marke hat das deutsche Börsenbarometer sämtliche Jahresendprognosen der Banken, die sie Ende 2014 gewagt hatten, bereits nach drei Monaten übertroffen. Selbst notorische Optimisten kommen ins Grübeln

Einige Banken haben zwar ihre Dax-Kursziele angehoben, bleiben aber skeptisch. „Die Kursrally ist nicht mehr gesund“, schrieb die DZ Bank bereits Mitte März, als der deutsche Leitindex bei 11.500 Punkten notierte. Sie erwartet 12.500 Punkte zum Jahresende, sieht den „fairen Wert“ des Indexes aber nur bei 11.100 Punkten.

Andere Profis stellen sich auf ungemütlichere Börsenzeiten ein. „Erstmals seit Monaten haben wir unsere Aktiengewichtung verringert“, sagt Reinhard Pfingsten von Hauck & Aufhäuser. Beunruhigend seien nach Einschätzung des Chefanlagestrategen der Bank die Sorglosigkeit der Anleger und hohe Bewertungen. „Auslöser für eine mögliche Korrektur könnte die Leitzinswende in den USA werden, die wir im Sommer erwarten“, warnt Pfingsten.

Jeder Anleger kann individuell für seine Papiere auf einfache Art und Weise ein Auffangnetz einziehen", sagt Matthias Hüppe, Derivate-Fachmann der Düsseldorfer Bank HSBC. Etwa mit handelsüblichen Verkaufsoptionsscheinen, Puts genannt. Profis sprechen dann vom Hedge, zu Deutsch: die Hecke. Gemeint ist Risikominimierung durch Gegengeschäfte.

Diese eigentlich spekulativen Vehikel haben zwei Eigenschaften, die sie für eine Absicherungsstrategie prädestinieren: Sie steigen, wenn die Aktien fallen; und sie haben eine enorme Hebelwirkung, womit ein kleiner Einsatz eine große Wirkung entfaltet.

Kommt es zum erwarteten Rückschlag, gleichen die Puts die Kursverluste der Aktien zum Teil aus. Und sollten die Kurse wider Erwarten doch steigen, gehen zwar die Puts verloren, über die Aktien sind Anleger im Aufstieg aber wieder mit von der Partie. „Die Kosten für einen Put-Optionsschein sind ein Art Versicherungsprämie für das Depot“, sagt Hüppe.

Das Angebot von Put-Optionsscheinen ist riesig, es umfasst mehrere Zehntausend. Bei der Auswahl sollten Anleger drei wichtige Regeln beachten.

So finden Sie den passenden Put
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15 Kommentare zu "Depot-Strategie: Die richtige Absicherung gegen fallende Kurse"

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  • Genau und Stop setz ich auch keine, abholen können die Banken die Schlaumeier.

  • @ Ralph
    Es geht ja in dem Artikel nur um das downside risiko, man will ja gar keine delta neutrale position.
    und ehrlich gesagt sind box und collar nicht das gleiche, eine box hat gar kein delta oder option premium sondern nur value.
    aber letztenende ist mein punkt nur, es muss jeder selber sehen. es gibt natürlich viele verschiedene möglichkeiten sich abzusichern. verstehen sollte man sie auf jeden fall. wäre also vielleicht besser dass das handelsblatt mal verschiedene möglichkeiten und grafiken dazu mit P&L aufzeigen würde.

  • "okay, übersetzungstechnisch geht das schon.... sagt leo. :-)"

    Wirklich? Dann tun mir aber die Englischsprachigen leid, dass sie kein Wort für "Sicherungsgeschäft" haben. Vielleicht sollten wir ihnen eines aus dem Deutschen schenken, z.B. "safety business".

  • @ Carl: Verkaufen ist natürlich auch eine Möglichkeit. Eignet sich aber m.E. nur wenn man von einer größeren Korrektur ausgeht (über 20 %). Ansonsten hat jeder PM oder Fondsmanager ja auch Problem des Market-Timings beim Wiedereinstieg. Muss aber natürlich jeder für sich entscheiden.

    Im Übrigen, die " Future-Idee " wird auch bei Banken mit Depot-A Beständen angewandt.

    Ps: Box bzw. Collar ist ein und dasselbe.

  • Sie sollten einmal nachlesen wie lange heute eine Aktie gehalten wird..meistens nur ein paar Minuten...der Dax kann eigentlich gar nicht nachhaltig abgeben...jeder Rücksetzer wird sofort wieder
    genutzt um schnelle Gewinne einzufahren...wenn die Konjunkturdaten schlecht sind beflügelt das die Aktienmärkte sogar denn dann ist man sicher das die Zinsen nicht angehoben werden können, also steigend Aktienmärkte und angesichts der ständigen Hilfe der Notenbanken wird auch die Konjunktur
    schnell wieder anziehen und dann steigen die Kurse auf Grund der anziehenden Konjunktur....wo sonst als an der Börse kann man richtig gute Renditen machen auf seine Einlagen und das mehrmals
    am Tag....Charttechnisch kann man die Kurse auch leicht berechnen....ich gehe davon aus das Anleger die letzten Monate schon Milliarden vernichtet haben mit Puts....wenn der Trend nach oben zeigt handelt man wirklich gegen den Trend oder schwimmt gegen den Strom ??

  • Naja Ralph,
    Also erst einmal geht es nicht um eine delta neutrale Strategie denn der investor will ja noch von steigenden Kurse profitieren können. Da bringt Ihre Future idee auch nix, da kann der Investor ja gleich seine Aktien verkaufen und abwarten.
    Und anstatt Box meinen sie wohl Collar, denn ne Box ist was anderes. (Zins oder marginabsicherung long ITM call, short OTM put (gleicher strike), long ITM put short OTM call)
    Man kann schwierig verallgemeinern, es kommt auf jeweilige Portfolio und risiko bereitschaft des investors an. aber jeder versicherung kostet geld.

  • ...und kaufen bei bei günstigen Gelegenheiten nach.
    Aber das ist alles zu einfach und einfach ist nicht gut. Lieber die Rendite mit Short-gezocke verringern.

  • Falls es zu eine (nachhaltigen- ) Korrektur kommt, kann man imemr noch mit CFD's / Optionen dagegen hedgen. Aber das macht man erst, wenn es soweit ist und nicht mal so auf blauen Dunst.

  • Der Artikel ist gut weil er konkret aufzeigt, wie eine Portofolio Absicherung beim DAX funktioniert. Allerdings würde ich Kosten in Höhe von 5,5% für eine 6-monatige Absicherung des derzeitigen Kurslevels als teuer bezeichnen. Die Kursrisiken ausschließlich an einer Leitzinserhöhung der Fed festzumachen, erscheint mir ebenfalls als zu kurz gegriffen. Mit einer Absicherung bis September dürfte es also nicht getan sein. 11% Performanceeinbuße für eine 12-Monats Absicherung dürfte sich nicht lohnen. Da dürfte eine Stop-Loss Order sinnvoller sein.

  • okay, übersetzungstechnisch geht das schon.... sagt leo. :-)

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