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Privatanleger können es den Profis gleichtun und selbst in schwierigen Börsenphasen Geld verdienen.

(Foto: Deutsche Bank)

Keine Angst vor dem Crash Wie Anleger mit Zertifikaten von fallenden Kursen profitieren

Fachleute erwarten für deutsche Aktien entweder eine Seitwärtsbewegung oder einen scharfen Abschwung. Mit Zertifikaten kann man sich für beides wappnen.
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FrankfurtAm Dienstag war es soweit: Nach anhaltenden Kursverlusten in den vergangenen Wochen ist der Deutsche Aktienindex auf ein neues Jahrestief gefallen. Und glaubt man einigen Fachleuten, dann droht den arg gebeutelten Anlegern weiteres Ungemach.

Ein Gebräu aus globalen Konjunktursorgen, steigenden Zinsen, dem Streit der EU-Kommission mit Italien über die Verschuldungspläne Roms, den ungelösten US-Zollkonflikten und einem ungeordneten Austritt der Briten aus der Europäischen Union dürfte den Dax in den kommenden Monaten bestenfalls stagnieren lassen – oder schlimmstenfalls weiter deutlich nach unten drücken.

Profis raten angesichts dieser Gemengelage zu speziellen Derivaten als Portfoliobeimischung. Attraktiv seien wegen der hohen Schwankungen an den Börsen etwa Discountzertifikate, sagt Lutz Welge, Chefanlagestratege der Schweizer Bank Julius Bär. Denn solange Dax und Co. nicht zurück in den Hausse-Modus finden, fahren Anleger damit stets besser als mit herkömmlichen Aktieninvestitionen.

„Diese Produkte bieten eine Seitwärtsrendite sowie einen teilweisen Sicherheitspuffer im Falle eines weiteren Marktrückgangs“, so Welge. Ohne ständiges Kaufen und Verkaufen können Investoren auch dann Gewinne erwirtschaften, wenn sich die Durststrecke an den weltweiten Börsen fortsetzen sollte.

Discountzertifikate funktionieren vereinfacht gesagt so: Investoren erwerben mit ihnen eine Aktie oder einen Index mit einem Abschlag („Discount“) auf die aktuelle Notierung. Sie machen also praktisch schon mit dem Kauf einen kleinen Profit. Im Gegenzug sind aber die maximal erreichbaren Gewinne begrenzt – anders als bei einem Direktinvestment in eine Aktie oder in einen Indexfonds (ETF). Das ist der Preis für den vergünstigten Einstieg, der einen gewissen Schutz gegen Verluste ermöglicht.

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Zum Beispiel können Käufer mit einem Discountzertifikat der Hypo-Vereinsbank, das derzeit mit einem Rabatt von mehr als sieben Prozent auf den Leitindex zu haben ist, bis Ende November 2019 eine jährliche Rendite von 6,6 Prozent einstreichen (WKN: HX4D1K, erstes Produkt in der Tabelle).

Die Bedingung ist, dass der Dax dann bei mindestens 11.000 Punkten („Cap“) stehen wird – also kaum unter seinem derzeitigen Kursniveau. Bleibt der Leitindex also relativ stabil, dann wird der Besitzer des Discountzertifikats zum Ende der Laufzeit in knapp zwölf Monaten so gestellt, als sei das Börsenbarometer auf mehr als 11.800 Zähler geklettert. Fällt der Dax dagegen unter den Cap, nimmt die Rendite zwar allmählich ab. Zu Verlustbringern werden die Papiere durch den rabattierten Einstiegskurs jedoch erst, wenn er sogar unter rund 10.300 Zähler abbröckelt.

Grundsätzlich gilt: Je weniger Abschlag auf den aktuellen Dax-Stand die Zertifikate-Käufer erhalten, desto höher fällt die mögliche Rendite aus – und umgekehrt. Wer selbst bei einem weiteren Dax-Rückgang von über einem Zehntel kein Depotminus riskieren möchte, kann etwa zum Dax-Discountzertifikat der Société Générale greifen (WKN: ST4HGM, zweites Produkt in der Tabelle).

Hier erhalten die Investoren maximal eine jährliche Rendite von immerhin 4,2 Prozent. Selbst dies wäre ein Vielfaches von dem, was etwa Festgeldanlagen und Anleihen im selben Zeitraum einbringen.

Allerdings sollten die Käufer die Grundbedingung nicht vergessen: Bis November 2019 darf das deutsche Bluechip-Barometer hier nicht unter die Schwelle von 10.200 Punkten sinken. „Der Discount bietet nur eine Teilabsicherung, aber keinen Komplettschutz gegen dramatische Kurseinbrüche“, betont daher Steffen Biallas, Derivateexperte bei der Investmentbank Goldman Sachs.

Schutz gegen einen Bärenmarkt

Pessimisten, die sich gegen einen Crash wappnen möchten, müssen daher auf andere Derivate ausweichen – beispielsweise sogenannte „Reverse-Bonuszertifikate“. Damit lassen sich in nervenaufreibenden Zickzackphasen an der Börse attraktive Gewinne erwirtschaften. Ihre Stärken gegenüber herkömmlichen Aktieninvestitionen spielen sie allerdings – anders als Discountzertifikate – vor allem in stark fallenden Märkten aus.

Wer sich jetzt etwa ein Reverse-Papier der französischen Großbank BNP Paribas auf den Dax ins Portfolio holt, könnte zum Laufzeitende November 2019 eine Rendite von acht Prozent einstreichen (WKN: PZ3ZA5, siehe Tabelle). Einzige Bedingung: Der Index darf nie auf den Stand von 12 400 Zählern klettern.

Denn falls der Dax diese im Fachjargon als „Barriere“ bezeichnete Marke erklimmt, geht nicht nur die Bonuszahlung verloren – das Papier rutscht deutlich in den roten Bereich. Es vollzieht danach die Indexentwicklung tendenziell spiegelverkehrt nach.

Wie lukrativ es sein kann, dem eigenen Depot solche Derivate beizumischen, verdeutlicht ein Blick in die jüngste Vergangenheit: Wer etwa Anfang Februar die damals im Handelsblatt empfohlenen Reverse-Bonus-Varianten gekauft hat, die sich ebenfalls auf den Deutschen Aktienindex beziehen, darf sich über satte Gewinne freuen. Die Papiere verzeichnen inzwischen teils zweistellige Renditen (unter anderem WKN: DM8E6W). Der Leitindex dagegen ist 15 Prozent ins Minus abgetaucht (siehe Chartgrafik).

Auch jetzt sind vorsichtige Anleger gut beraten, sich selbst gegen kräftige Rücksetzer zu rüsten. Es zeichne sich eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung ab, warnen etwa die technischen Analysten des Börsenstatistik-Magazins „Indexradar“. „Bewahrheitet sich diese Befürchtung, dürfte die 11.000er-Marke nur ein Übergangsziel auf dem weiteren Weg nach unten darstellen“, so die Fachleute des Indexradars.

Sollte der Dax die Schwelle zu einem Bärenmarkt unterschreiten, die bei 10.850 Zählern liegt, wäre historisch betrachtet selbst ein Einbruch auf rund 8000 Punkte nichts Ungewöhnliches. Das würde dem mittleren Rückgang in den zwölf deutschen Bärenmärkten seit dem Jahr 1960 entsprechen.

„Es sind nur noch fünf Prozentpunkte bis zu einem Bärenmarkt“

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