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Risikopuffer Anleger im Dividendenrausch

Zinsen wird es in den kommenden Jahren quasi nicht mehr geben. Das ist ausgemachte Sache. Selbst Anleger, die bisher lediglich auf den Werterhalt ihres Vermögens geachtet haben, müssen deshalb umdenken.
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Dividendenrekordjahr 2015: Wo liegen die Risiken?

Düsseldorf In guten wie in schlechten Börsenzeiten – auf Dividendenzahlungen können sich Anleger bei vielen Unternehmen verlassen. Sie wirken für die Aktionäre als Risikopuffer und bescheren ihnen auch in Zeiten von Niedrigzinsen einen regelmäßigen Kapitalfluss.

Erst vor wenigen Wochen hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Katze aus dem Sack gelassen: Sie belässt nicht nur die Zinsen niedrig, sondern kauft nun monatlich Staatsanleihen im Wert von sagenhaften 60 Milliarden Euro. Mario Draghi mag damit nicht überall auf Verständnis stoßen – doch Aktionäre lieben ihn, denn er sorgt für gute Laune an Europas Börsen. Die Schattenseite: Billiges Geld ist ein Graus für Zinssparer. Bundesanleihen bringen derzeit nach Steuern und Inflation unter dem Strich negative Erträge. Selbst rumänische oder bulgarische Staatsanleihen mit 18 bis 30 Monaten Restlaufzeit rentieren mit weniger als einem Prozent Rendite per annum.

Wer wenigstens zwei oder drei Prozent Rendite einfahren will, muss schon auf Anleihen von Unternehmen mit niedriger Bonität ausweichen. „Wer als konservativer Investor Wert auf regelmäßigen Kapitalfluss aus festverzinslichen Anlagen legt und gleichzeitig ruhig schlafen möchte, kommt angesichts solcher sich bietenden Anlagealternativen ins Grübeln“, sagt Jakob Penndorf, Vermögensverwalter bei Gebser & Partner in Frankfurt. „Auch Kunden, die vornehmlich den Wert ihres Vermögens erhalten wollen, müssen umdenken.

Als Alternative zu Zinsstrategien bieten sich da zunehmend Dividendenstrategien an“, so Penndorf. Dividendenstarke Aktien gibt es noch genug: Im laufenden Jahr bieten die 30 Dax-Konzerne eine durchschnittliche Dividendenrendite von etwa drei Prozent, Euro Stoxx 50-Aktien warten mit durchschnittlich 3,5 Prozent per annum auf.

Was dividendenstarke Aktien zusätzlich attraktiv macht: „In der Vergangenheit haben sich solche Papiere in der Regel besser entwickelt als der Marktdurchschnitt“, so Penndorf. So ist es kein Zufall, dass in den zurückliegenden Jahren immer wieder Fonds und Finanzprodukte auf den Markt kamen, die sich auf die Dividenden-Stars unter den Aktien konzentrieren. Ein Beispiel dafür ist der der ETF Euro Stoxx Select Dividend 30 von iShares (WKN 263528), der die Wertentwicklung der 30 dividendenstärksten Aktien aus den Ländern der Euro-Zone nachvollzieht.

Der Index, der dem ETF als Basiswert dient, enthält ausschließlich Unternehmen, deren Dividende in den vergangenen fünf Jahren nicht gesunken ist und bei denen das Verhältnis von Dividende zu Gewinn je Aktie höchstens 60 Prozent beträgt. In den zurückliegenden zwei Jahren ist der Wert des Index um 29 Prozent gestiegen. Für Dividendenjäger ist das ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Wichtiger für sie: Der ETF schüttet regelmäßig die Dividenden der im Index enthaltenen Aktien aus. So kann der ETF in einem Portfolio zu regelmäßigen Kapitalflüssen beitragen.

Risiko-Reduzierung durch gezielte Streuung

Dividenden sind die neuen Zinsen
Allianz
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Im vergangenen November hat der Vorstand der Allianz eine Änderung der Dividendenpolitik beschlossen. Die Ausschüttungsquote wurde von 40 auf 50 Prozent des Jahresüberschusses der Allianz Gruppe erhöht. Die Aktionäre dürfte es freuen. Die Dividendenhistorie des Konzerns ist allerdings nicht frei von Makel. Im Jahr 2008 wurde – wie bei vielen börsennotierten Unternehmen – aufgrund der Finanzkrise die Dividende gekürzt. Dass Konzerne es schaffen, auch in schweren Zeiten die Dividenden anzuheben, zeigen andere Beispiele…

(Foto: dpa)
Novo-Nordisk
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Der dänische Medizinkonzern Novo-Nordisk hat sich auf das Thema Diabetes spezialisiert und profitiert von der weltweit steigenden Zahl der Diabetiker. Die Aktionäre freut es: Der Konzern hat in den zurückliegenden 16 Jahren ununterbrochen in jedem Jahr die Dividende erhöht.

(Foto: Reuters)
Fresenius Medical Care
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Der weltweit führende Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care erfreut seine Aktionäre seit 17 Jahren ununterbrochen mit Dividendenerhöhungen. In den vergangenen Jahren hat sich der Aktienkurs so gut entwickelt, dass die Dividendenrendite unter zwei Prozent gesunken ist. Die Ausschüttungen spielen bei einem Kursplus von 150 Prozent in fünf Jahren allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Nestlé
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Mit 92 Milliarden Schweizer Franken Jahresumsatz ist das Unternehmen der größte Nahrungsmittelhersteller der Welt. Selbst in Jahren der Finanzkrise erzielten die Schweizer Cash-Flows in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Dividenden wurden in den vergangenen 18 Jahren ununterbrochen von Jahr zu Jahr erhöht. Aktuell bieten die Aktien eine Dividendenrendite von etwa 3,3 Prozent.

(Foto: Reuters)
L'Oreal
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Der Schönheits-Konzern L´Oreal macht zur Freude der Anleger auch an der Börse eine gute Figur. Seit 19 Jahren erhöht das Unternehmen ununterbrochen die Dividenden.

(Foto: dpa)
Fresenius
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Der Gesundheits-Konzern Fresenius hat Ende Januar vermeldet, dass die Dividende angehoben wird. Für Investoren, die die Aktie schon länger im Depot haben, ist das mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Fresenius erhöht seit 21 Jahren regelmäßig die Höhe der jährlichen Ausschüttung.

(Foto: dpa)
Roche
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Auch der Pharma-Gigant Roche Holding gehört zu den verlässlichen Dividendenzahlern. Seit 28 Jahren erhöhen die Schweizer jedes Jahr die Höhe der Ausschüttungen. Derzeit bietet die Aktie eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent.

(Foto: dpa)

Weitere Beispiele für Dividenden-Produkte sind die beiden ETFs auf den Stoxx Global Select Dividend 100 Index von db x-trackers (WKN DBX1DG) und iShares (WKN A0F5UH). Der Index, auf den sich die beiden ETFs beziehen, enthält 100 Aktien mit hohen Dividendenausschüttungen aus dem Stoxx Global 1800 Index, der sich aus 600 europäischen, 600 nordamerikanischen und 600 Werten aus dem asiatisch-pazifischen Raum zusammensetzt. Der Index ist dadurch breiter diversifiziert als der Euro Stoxx Select Dividend 30 Index – enthält aber aufgrund der weltweiten Streuung auch ein gewisses Währungsrisiko.

Investoren, die ihr Risiko bei der Anlage in Dividendenaktien reduzieren wollen, sollten breit streuen. Bei der Auswahl der Investments gilt es deshalb, genau hinzusehen. „ETFs auf klassische Aktienindizes oder aktiv gemanagte Dividenden-Fonds bieten zwar eine gewisse Verteilung des Risikos auf verschiedene Aktien. Klumpen-Risiken sind aber nicht ausgeschlossen“, erklärt Claus Walter von der Freiburger Vermögensmanagement. Als Beispiel nennt er den Stoxx Global Select Dividend 100 Index, der zu einem Drittel Aktien aus den USA und Kanada enthält.

„Mit Eon und Münchner Rück sind gerade einmal zwei deutsche Vertreter unter den 100 Werten. Unter den Top-10 findet man gar keine deutsche Aktie“, so Walter. Beim aktiv gemanagten Verkaufsschlager, dem Fonds DWS Top Dividende (WKN 984811) liegt der Nordamerika-Anteil sogar bei 50 Prozent, die Euro-Zone ist nur zu rund 16 Prozent vertreten. „Als Anleger muss ich mich da fragen, ob ich zur Hälfte in US-Dollar-Werten investiert sein will. Das ist eine sehr grundsätzliche Entscheidung“, sagt Claus Walter. Auch die Branchenverteilung sollten sich Anleger genau ansehen.

„Der Dax zum Beispiel besteht zu einem Viertel der Gewichtung aus Finanztiteln. Entsprechenden Einfluss hätte es auf den Index, wenn die Finanzbranche noch einmal unter Druck geraten würde“, so Walter. Auch der Dividendenindex DivDax biete dazu keine wirkliche Alternative: „In den vergangenen fünf Jahren haben sich die beiden Indizes nahezu identisch entwickelt“, rechnet Walter vor.

Eine Lösung des Problems ungleicher Verteilung sieht Walter in der gezielten, individuellen Zusammenstellung eines Dividendenaktien-Portfolios, in dem Branchen und Regionen möglichst gleich verteilt sind – und bei dem sich Anleger bei jeder einzelnen Aktie die Frage stellen sollten: Würde ich in diese Aktie auch dann investieren, wenn die Dividende niedriger wäre? „Solide Bilanzen und eine hohe Kontinuität in der Geschäftsentwicklung sollten maßgeblich bei der Auswahl sein“, so Walter.

Auch wenn ein hoher Dividenden-Kupon lockt, gilt: Grundsätzlich müssen konservative Anleger bei Aktien in Kauf nehmen, dass die Volatilität höher ist als bei Anleihen. Eine höhere Renditechance bedeutet eben auch ein höheres Risiko. Und dieses Risiko scheuen konservativ orientierte Anleger oft. Doch es gibt eine Möglichkeit, den Nachteil der höheren Volatilität in einen Vorteil umzumünzen und hohe Dividenden bei reduziertem Risiko einzufahren.

Risiko-Reduzierung mit Discountzertifikaten

Wie die Dax-Konzerne ihre Anleger verwöhnen
K+S
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Die Erholung der Düngemittelpreise haben dem Salz- und Düngemittelhersteller K+S zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Seinen Aktionären stellte der Konzern nun eine höhere Dividende von 90 Cent (Vorjahr: 25 Cent) je Aktie in Aussicht.

Dividendenrendite: 2,6 Prozent
Dividende: 0,90 Euro pro Aktie

(Foto: dpa)
Deutsche Post
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Trotz eines boomenden Expressgeschäfts und einer Paketflut zu Weihnachten blieb der Gewinnanstieg des Konzerns im vierten Quartal 2014 deutlich unter den Markterwartungen. Der operative Gewinn kletterte dennoch auf 2,965 (Vorjahr: 2,865) Milliarden Euro, die Dividende soll um fünf Cent auf 0,85 Euro je Aktie steigen.

Dividendenrendite: 3,0 Prozent
Dividende: 0,85 Euro pro Aktie

(Foto: AFP)
Eon
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Der Energiekonzern hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust eines börsennotierten Versorgers in der Geschichte der Bundesrepublik geschrieben. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 3,2 Milliarden Euro, teilte Eon mit. Der vor der Aufspaltung stehende Energieriese gab als Gründe hohe Abschreibungen auf seine Kraftwerke, die gefallenen Strom-Großhandelspreise und Wechselkurseffekte an.

Dividendenrendite: 3,5 Prozent
Dividende: 0,50 Euro pro Aktie

(Foto: dpa)
Continental
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Bereits im vergangenen Jahr verwöhnte Continental seine Anleger mit einer kräftigen Dividendensteigerung – und auch in diesem Jahr steigt die Dividende von 2,50 Euro auf 3,25 Euro.

Dividendenrendite: 1,3 Prozent
Dividende: 3,25 Euro pro Aktie

(Foto: dpa)
RWE
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Vergangenes Jahr war für RWE-Aktionäre wenig erfreulich. Die Aktie lief schlecht und die Dividende wurde gekürzt. Für die diesjährige Dividende will RWE die Berechnungsmethode ändern. Künftig wird der Konzern sich der Konzern hinsichtlich der Ausschüttung an operativen Mittelzuflüssen, der Verschuldung und der Ertragslage orientieren.

Dividendenrendite: 3,2 Prozent
Dividende: 0,80 Euro pro Aktie

(Foto: Reuters)
Merck
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Trotz des skeptischen Ausblicks der Chemiebranche auf das Jahr 2015 zeigen sich die Aktien von Merck seit Jahresanfang in blendender Verfassung. Um rund 15,5 Prozent verteuerten sich die Papiere und entwickeln sich damit besser als der Dax. Der Pharmakonzern will an seine Aktionäre daher fünf Cent je Aktie mehr ausschütten.

Dividendenrendite: 1,2 Prozent
Dividende: 1,00 Euro pro Aktie

(Foto: dpa)
Aktionäre dürfen sich auf Rekordausschüttungen freuen
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Die Dax-Konzerne haben jetzt schon rekordverdächtige 138 Milliarden Euro auf der hohen Kante und sie wissen nicht wohin mit dem vielen Geld. Niedrige Zinsen sind kein Anreiz zum Sparen und einige Banken drohen bereits mit Negativzinsen. Die Dax-Konzerne werden deshalb 2015 wohl einen Rekordwert von 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Das ergaben Berechnungen des Handelsblatts und der Commerzbank, die die Neun-Monats-Bilanzen und die Aussagen der Konzernchefs auswerteten.

Quelle: Handelsblatt, Commerzbank, Handelsblatt Research Institute

(Foto: AFP)

Die Lösung: Discount-Zertifikate auf dividendenstarke Aktien. Der Trick: Bei diesen Zertifikaten werden die für die betreffenden Aktien erwarteten künftigen Gewinnausschüttungen dazu genutzt, um die Konstruktionen der Zertifikate überhaupt möglich zu machen. Anleger legen sich also mit diesen Produkten Papiere ins Depot, in denen die erwarteten Dividenden bereits enthalten sind. Sie sichern sich dadurch bei Kauf des Produktes die erwarteten Dividenden für die Laufzeit des Zertifikates. Zudem sichern sich Anleger über ein Discount Zertifikat gleichzeitig in gewissem Umfang gegen Kursrückgänge ab. Eine hohe Volatilität sorgt dabei zusätzlich für eine Preisreduzierung der Discountzertifikate während der Laufzeit – was zum Schluss unter dem Strich eine höhere Rendite bedeuten kann.

Discountzertifikate verbriefen also ein Versprechen auf Dividenden, die im ungünstigsten Fall für den Emittenten geringer ausfallen oder gar nicht ausgezahlt werden. Sollten später tatsächlich vom betreffenden Unternehmen weniger Dividenden gezahlt werden als ursprünglich prognostiziert, zum Beispiel wegen einer überraschenden Dividendenkürzung, geht das zu Lasten des Emittenten. Da dieser Effekt den Emittenten selbst natürlich auch bewusst ist, sind solche Risiken zum Teil eingepreist. Die besten Konditionen gibt es deshalb bei Aktien, bei denen die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Dividendenzahlung sehr gering ist.

Anleger, die sich mithilfe von Discountzertifikaten hohe Dividendenversprechen im Voraus sichern wollen, sollten deshalb nicht nur Discountzertifikate auf Aktien mit hoher Dividendenrendite bevorzugen. „Anleger sollten aber auch darauf achten, dass Unternehmen, in die sie investieren, eine möglichst verlässliche Dividendenhistorie und eine solide Bilanzentwicklung aufweisen“, sagt Stephan Witt von FiNUM Private Finance in Berlin.

Als Paradebeispiel dafür nennt er den Mischkonzern Procter & Gamble. „Der weltweit agierende Mischkonzern ist enorm krisenresistent. Selbst in Konjunkturkrisen verzichten die Menschen nicht auf den Kauf von Seife und Windeln. Gleichzeitig punktet Procter & Gamble mit seinen Marken in aufstrebenden Industriestaaten in Asien“, erklärt Stephan Witt. Was für Dividendenjäger aber vor allem interessant ist: „Seit 1890 hat der Konzern noch niemals eine Dividendenzahlung ausfallen lassen. Und in den vergangenen 60 Jahren wurde die Dividende von Jahr zu Jahr stets erhöht“, so Witt.

Das Unternehmen weist derzeit eine erwartete Dividendenrendite von über drei Prozent aus. Schon das wäre ein Argument für die Aktie, die derzeit rund 86,20 Dollar (75,50 Euro) kostet. Mit einem passenden Discountzertifikat lässt sich diese Quote noch erhöhen. Beispiel: Ein Discountzertifikat auf Procter & Gamble, herausgegeben von BNP Paribas (WKN PA5AS5) mit einem Cap bei 80 Dollar und einer Laufzeit bis Weihnachten 2015 kostet aktuell 67,54 Euro.

Das entspricht einem Rabatt von mehr als zehn Prozent auf den Aktienkurs. Darin enthalten ist die Dividende, die demnächst ausgeschüttet wird und anteilig die erwartete Dividende für das folgende Geschäftsjahr, berechnet auf die Laufzeit des Discountpapiers. Unter dem Strich bleibt bis zum Fälligkeitsdatum des Zertifikats am 24. Dezember eine maximale Rendite von 3,8 Prozent absolut oder 4,3 Prozent per annum.

Solide Basiswerte für weniger Risiko

Wie Anleger von der Euro-Schwäche profitieren können

Noch bessere Rendite-Aussichten bieten einige Discountzertifikate auf Coca-Cola, dessen erwartete Dividendenrendite für 2015 bei etwa drei Prozent liegt. „Auch Coca-Cola ist ein Beispiel für Verlässlichkeit. Seit 94 Jahren gab es keine Unterbrechung bei den Dividendenzahlungen. Und in den vergangenen 52 Jahren wurde die Dividende immer erhöht“, so Witt. Anleger, denen die mögliche positive Kursperformance der Coca-Cola Aktie egal ist, haben die Chance, mit einem Discount-Zertifikat von HSBC Trinkaus – mit einer Laufzeit bis 27. Januar 2016 und einem Cap bei 40 Dollar – die Dividendenrendite innerhalb eines Jahres zu verdoppeln.

Aktuell kostet die Aktie 41,88 Dollar (36,70 Euro). Das Discountzertifikat ist derzeit für rund 33 Euro zu haben. Maximal bietet das Papier bis zum Fälligkeitsdatum rund sechs Prozent Rendite – vorausgesetzt, der Coca-Cola-Aktienkurs notiert dann nicht unter 40 Dollar. Der Wechselkurs des Euro zum Dollar ist Chance und Risiko zugleich.

Wer nicht bis zur Fälligkeit von Discountzertifikaten warten will, bis der geplante Gewinn auf dem Anlagekonto erscheint, kann alternativ auch auf Aktienanleihen zurückgreifen. Vom Chancen-Risikoprofil her gleichen sich Aktienanleihen und Discountzertifikate. Aktienanleihen bieten jedoch während der Laufzeit Zinskupons anstelle eines Rabatts auf den Kurs des Basiswertes, wie dies bei Discountzertifikaten der Fall ist. Diese Zinskupons liegen deutlich über dem Marktdurchschnitt für klassische Anleihen.

Beispiel: Eine Aktienanleihe auf den Basiswert Allianz, eine Aktie, die eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent aufweist. Eine Aktienanleihe, herausgegeben von der Deutschen Bank (WKN XM0P64) mit Laufzeit bis zum 19. Januar 2016, hat einen Kupon von 4,2 Prozent und lockt aktuell mit einer maximalen Rendite von 5,13 Prozent per annum.

Fazit: Anlegern, die Alternativen zum Anleihenmarkt suchen, bieten sich zunehmend Dividendenstrategien an. Um das Risiko einer Aktienanlage zu reduzieren, empfehlen sich Discountzertifikate oder Aktienanleihen auf solide Basiswerte mit hoher Dividendenrendite und langer Dividendenhistorie. Der Preis für solch eine Strategie ist eine Begrenzung der Kurs-Chancen und ein – trotz Risikopuffer durch den Rabatt – immer noch vorhandenes Kursrisiko, das bei Aktien niemals auszuschließen ist.

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5 Kommentare zu "Risikopuffer: Anleger im Dividendenrausch"

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  • Ihr Weg ist ein Weg, einer von Vielen . Doch nicht immer ist es sinnvoll, eine Kuh zu kaufen, wenn man nur ein Glas Milch trinken will. Sprich: Als Immobilieneigentümer hat man natürlich auch Verwaltungsaufwand, insbesondere Nachvermietungsrisiken und Revitalisierungskosten zu berücksichtigen. Diese belasten die Mietrendite. Indirekte Immobilien-Investments haben den Reiz, dass man sich um nichts scheren muss und trotzdem eine ordentliche Rendite erzielt. Es kommt wie gesagt auf den Anbieter an. Ich würde mein Geld ganz sicher nicht jedem Initiator anvertrauen und mir das Investitionsmodell ganz genau anschauen. In jedem Fall kann man mit Sachwertanlagen in Immobilien derzeit nichts falsch machen, außer zu teuer einzukaufen.

  • Herr Christian [email protected]
    Ich will Sie nicht ärgern aber wenn ich eine Wohnung kaufen will, dann mache ich das. Irgendwelche Zettel kaufe ich bestimmt nicht.

  • Eine interessante Rendite-Alternative können die neuen KAGB-regulierten Immobilienfonds mit Spezialisierung auf Wohnimmobilienentwicklung sein. Sie sind aufgrund eines ausgeglichenen Rendite/Risiko-Profils meiner Meinung nach planbarer als Aktien. Es kommt jedoch auf den Anbieter an. Hier ist sorgsam zu selektieren, wie die Investitionen erfolgen, z.B. reine Eigenkapitalbasis, möglichst hoher Streuungsgrad in mehrere Objektentwicklungen und Konzentration auf die stark nachgefragten Metropolregionen (insbesondere Berlin). Wichtig ist dabei auch der Exit: Ein Immobilienfonds mit Bestandshaltung, der die Rendite durch die Vermietung von Immobilien erzielt, wird sich sicher schwerer tun, als ein Beteiligungsangebot, bei dem die Wohnungen zum Zeitpunkt der höchsten Wertschöpfungsphase im Leben einer Immobilien sofort verkauft werden. Bei letzterem ist jedoch der Exit sicherzustellen.

    Als Anleger sollte man in seinem Portfolio ohnehin nicht einseitig auf Aktien setzen - es geht auch wieder genauso schnell bergab und dann ist das Gejammer groß. Insofern Sachwertanlagen in jedem Fall einbeziehen in die Anlageentscheidung. Es wäre begrüßenswert, wenn der Autor im Rahmen eines weiteren Artikels auf seriöse Anlage-Alternativen hinweisen würde, die ebenso Rendite liefern, ohne die Risiken zu forcieren.

  • Für Fonds gilt. Es steht jeden Tag ein Dummer auf nur finden muß man ihn.
    Daher die Werbung.

  • "Zinsen wird es in den kommenden Jahren quasi nicht mehr geben." Liebes HB, es gibt neben BUndesanleihen auch Anleihen von Unternehmen, die sehr wohl Zinsen zahlen. Könnte man erfahren, wer der Auftraggeber für die Aktienwerbung ist? Warum wird ein Aktienfonds mit wesentlich höherem Risiko beworben, während ETFs mit Unternehmensanleihen bei vergleichbarer Rendite aber weniger Risiki unerwähnt bleiben?

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