Russland Der Bär ist wieder erwacht

Noch vor einigen Monaten haben Experten einen Crash an der Börse in Russland erwartet. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Ein Experte für solch Turnaround-Märkte rät bereits wieder zum Einstieg. Das Tool der Woche.
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„Keine Altersvorsorge ohne Aktien“

DüsseldorfIm September 2014 hatten die Strategen der weltgrößten US-Investmentbank JP Morgan einen Russland-Crash vorausgesagt. Die Moskauer Börse könnte um 50 Prozent einbrechen, sagte der JP-Morgan-Chefstratege Alex Kantarovich: „Herausforderungen und Risiken durch Sanktionen des Westens könnten für Aktien 'unbegrenzt' sein.“.

Das Interessante: Diesen Kurssturz gab es – auch wenn er einige Monate gedauert hat. Gegenüber dem Kurs während der Ankündigung im September fiel der russische Aktienindex RTS, der in Dollar notiert, im Dezember um mehr als 50 Prozent. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Die andere: In den vergangenen drei Monaten ist dieser Index bereits wieder um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Und der russische Aktienmarkt soll nach Meinung des Hedgefondsmanagers Jim Rogers noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. „Ich bin sehr optimistisch für die Zukunft Russlands. Das ist für mich derzeit der attraktivste Aktienmarkt der Welt“, meint der Experte für Turnaround-Märkte. In Dollar gerechnet stieg der RTS seit Beginn des Jahres um mehr als 20 Prozent. Und das soll seiner Meinung nach so weitergehen.

Jim Rogers gilt als Experte für derartige Turnaround-Situationen. Er hat in den 70er Jahren gemeinsam mit George Soros den Quantum Fonds gegründet, den vermutlich berühmtesten Hegdefonds der Welt. Damals waren Hedgfonds noch ein Fremdwort. 1998 wiederum startete er den Rohstoffindex Rogers International Commodity Index (RICI) - und profitierte so von der Rohstoffbegeisterung der Investoren.

Nach Rogers Meinung sei auch der Boden für den Ölpreis erreicht. Denn während der niedrige Ölpreis für viele Länder ein Segen war, erwies der sich im vergangenen Jahr für Russland als ein Fluch. Zudem setzten die Sanktionen der westlichen Welt der russischen Wirtschaft zu.

Der drastische Preisverfall des Ölpreises potenzierte den Abwärtstrend. „Die Wirtschaft wird vom Energiesektor dominiert und leidet entsprechend“, erläuterte Daniel Schär, Analyst bei der Weberbank, Anfang des Jahres.

Sollte der Ölpreis wieder steigen, so werden auch die Kurse von russischen Energie-Konzernen weiter im Wert steigen – und damit auch die relevanten russischen Börsenindizes, die von diesen Aktien dominiert werden.
Anleger, die auf einen mittelfristigen Turnaround hoffen, sollten möglichst breit gestreut investieren und Einzelinvestments meiden.

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11 Kommentare zu "Russland: Der Bär ist wieder erwacht"

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  • Aus der Vasallenschaft sich zu lösen ist leicht gesagt. Denn für die US-Army und andere gilt immer noch das NATO-Truppenstatut. Mit diesem Statut ist das wieder-vereingite Deutschland immer noch von den Allierten (ehemaligen Feinden) besetzt. Doch mit TTIP, CETA, TISA und Co. kommt auch die zivile Eroberung durch die Angelsachsen. Und wir glauben, dass das versprochene Wirtschaftswachstum (wer stellt sich besser als vorher?) das wert sei. Im letzten Jahrhundert hat Deutschland zweimal dem außenpolitischen Grundgedanken von Bismarck nicht zu eigen gemacht: Nicht unnötig mit dem Nachbarn Rußland in Konfrontation geraten. Ob Mutti Merkel und Frankie-Boy Steinmeier im neuen Jahrhundert nicht die gleichen Fehler machen wie Kaiser Wilhelm und Adolf Hitler bleibt abzuwarten.,

  • na ja, wenn das wirklich so ist, dann ist ja wohl der Schuss der Sanktionen nach hinten losgegangen. Glückwunsch an die Strategen der EU !


  • @Herr Reiner Vogels

    - ....diesen Weg in den Wahnsinn zu verhindern, indem sie sich aus ihrem Vasallentum lösen..... -

    Meiner Meinung nach löst sich Deutschland nie aus dem Vasallentum - weil es schon viel zu tief involviert ist. Mit etwas klarem Verstand und mit mehr Selbstbewußtsein hätte man Ende 2013 die entsprechenden Beschlüsse fassen müssen, d. h. man hätte klar sagen sollen, dass man keinen Brand vor der eigenen Haustür möchte und deshalb nicht mitmacht.

    Dann hätten andere Länder, mit Ausnahme Polens und der baltischen Staaten, wahrscheinlich ähnlich gehandelt.

    Allerdings, bei diesen politschen "Fachkräften" kommt mir der Gedanke, dass sie sich wie dumme Kinder freuen, wenn andere ihr eigenes Haus anzünden, weil es so schön brennt.

  • Aus der Kernphysik her kennen wir die Blasenkammer. Und so ist das auch mit dem Ami.

    wenn er iwo einen neuen Konflikt anzettelt, sieht man ihn nie direkt. Dirkt ist er lieb, nett, demokratisch und immer um Frieden bemüht. Doch er hinterläßt eine spur (wie ind er Basenkammer). Doch seine Spur ist Unfrieden, Streit, Mord und Krieg.

    wenn wir hier in Europa wieder Frieden haben wollen, geht das nur wenn es uns gelingt, den aus Europa zu entfernen.

    Aber inzwischen ist Deutschland ja so stark, dass es man sogar Konflikte lösen kann, obwohl die alliierten Kriegstreiber dabei sind (s. IRAN). Ich freue mich auf eine Welt ohne Zionisten und ami-Land.

  • @ Manfred Schäfer,

    Sie weisen auf die von Grass beschworene Gefahr eines Weltkrieges hin. Ich muß sagen, daß ich mir echte Sorgen mache.

    Wenn man das Szenario strategisch analysiert, erkennt man die reale Gefahr:

    Die Neokons in den USA träumen von der Möglichkeit eines "atomaren Enthauptungsschlags". Das heißt, sie fabulieren und phantasieren über die Möglichkeit, in einem präventiven Raketenangriff die russische Fähigkeit zur strategischen atomaren Antwort zu zerstören, indem sie sie größten Teil der landgestützen Interkontinentalraketen Russlands überfallartig ausschalten. Sie stellen sich vor, daß der immer noch mögliche Gegenschlag Rußlands (U-Boote) die USA nicht mehr in der Substanz vernichten könnte. Es geht darum, das berühmte "Gleichgewicht des Schreckens" auszuhebeln.

    Dabei muß es gar nicht die Absicht der Neokons sein, den Enthauptungsschlag wirklich durchzuführen. Ihnen dürfte die Fähigkeit dazu genügen, weil sie sich davon ein unbegrenztes Erpressungspotential gegen Rußland erhoffen.

    Und genau in diesem Szenario ist der Donbas von entscheidender strategischer Bedeutung. Von dort nämlich können die hochpräzisen Marschflugkörper über den Ural nach Sibirien fliegen und die dortigen Raketensilos zerstören. Vom Baltikum aus bzw. von Polen ist die Entfernung zu groß.

    Aus diesem Grunde werden die USA nicht so schnell bereit sein, auf die Möglichkeit zu verzichten, die ganze Ukraine einschließlich des Donbas unter ihre Kontrolle zu bekommen. Und genau aus diesem Grunde wird Rußland alles in seiner Macht Stehende tun, das zu verhindern. Einen Kompromiß sehe ich nicht.

    Allein die EU-Europäer und hier vor allem Deutschland hätten die Macht, diesen Weg in den Wahnsinn zu verhindern, indem sie sich aus ihrem Vasallentum lösen und die USA ausbremsen. Kiew II war ein erster Versuch in diese Richtung. Wir können nur hoffen und beten (!), daß Europa nicht erneut vor den USA einknickt.

  • @Frau Deutsche Micheline:

    Gerade hat man in den USA Blackwater-Schergen zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Ob die auf dem »Maiden« geschossen haben können wir nur vermuten denn die tragen auch keine Kennungszeichen auf ihren Uniformen. Wer will mit Gewissheit sagen wer auf den sog. Revolutionsplätzen angezettelt hat und in wessen Auftrag – alles Spekulation!

  • In Kiew wurden bereits 2 Journalisten, Gestern der Journalist Oles Busina, die prorussisch waren ermordet...Die UKRAINE soll ein demokratscher Staat mit Gewaltenteilung sein, der von der EU massiv, auch miltärisch, unterstützt wird...Das ist ein Witz...Günter Grass hat noch die Befürchtung ausgesprochen, daß es zum 3. Weltkrieg kommen kann, wenn wir so weitermachen...Recht hat er...!!!...Es ärgert mich masslos, dass sich Deutschland wieder gegenüber anderen Völkern wie Russland oder Griechenland als Moralapostel und Oberlehrer aufspielt...Die ganze Ostpolitik , die über Jahrzehnte aufgebaut wurde, wird durch MERKEL& CO vernichtet und jeden Tag wird es ein bischen kälter im Land...
    Wir sollten mit Russland einen regen Austausch im Handel und auch kulturell haben, dass wir alle wissen, auf der anderen Seite sind auch friedvolle und wertvolle Menschen, die mit Respekt behandelt werden sollten...
    Die Sanktionen gegen Russland ist auf dem Mist der USA gewachsen und MERKEL & Co sind zum Erfüllungsgehilfen des US- Kapitals degradiert worden...Eine Schande für Deutschland...Wir sollten die Lehren aus 2 Weltkriegen gelernt haben...!!! Am Ende gibt es nur Verlierer...

  • Die sogenannte "West-Allianz" sollte endlich aufhören mit zweierlei Maß zu messen.
    Rußland gehört genauso zu Europa wie die Ukraine oder Weißrußland.
    Nur hat Rußland viel mehr wirtschaftliches und geopolitisches Potential.
    Wieso bindet man Rußland nicht näher an die EU und an die NATO?
    Weil Polen dagegeb ist?

  • Es gab keinen "Überfall auf die Krim", "Micheline". Es gibt aber das Selbstbestimmungsrecht der Völker, und eine Referendum mit überwältigenden Stimmen für den (Wieder-)Anschluß an Russland, wo es schon viele Jahrhunderte zugehörig war und erst von Chruschtschow in nebulösen diktatorischen Größenwahn der Ukraine "zugeschlagen" wurden in der zwischenzeitlich kollabierten USSR.
    In der Ostukraine wohnen russische Ethnien, deren Zivilisten von der mit Faschisten durchsetzen Kiewer Regierung zu Tausenden ermordert werden durch Artilleriebeschuß der Großstädte Donesk und Lugansk.
    [...] Aber Wahrheit bleibt Wahrheit. Da ist es sogar wurscht, wenn es RT berichtete. Die westliche Propaganda, die mit zweierlei Maß misst, widert mich nur ein - so wie Ihr Beitrag auch!
    Und nein, mit Putin habe ich nichts zu tun, sondern ich bin eine westdeutsche Liberale, die diesem widerlichen Mediengetrommel, das mich an schlimmste Zeiten in Deutschland erinnert, nicht auf den Leim geht!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wie, Herr Maier, und den Überfall auf die Krim nicken wir freundlich ab und vergessen das mal ganz schnell?
    So viel zum "friedlich zusammenleben". Von der direkten Einmischung des Bären in der Ukraine wollen wir da mal gar nicht reden.

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