T-Aktie Höhere Renditechance durch Dividendenverzicht

Telekom-Aktionäre profitieren seit Jahren nicht von nennenswerten Kurssteigerungen, sondern lediglich von der Dividende. Doch für Besitzer der T-Aktie gibt es Alternativen, die bei weniger Risiko mehr Rendite versprechen.
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Das Logo der Deutschen Telekom leuchtet auf dem Dach der Zentrale des Unternehmens in Bonn. Quelle: dpa

Das Logo der Deutschen Telekom leuchtet auf dem Dach der Zentrale des Unternehmens in Bonn.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Aktienkurse der großen Telekommunikationsunternehmen sind seit Jahresanfang deutlich gesunken. Das Papier der France Telekom hat in diesem Zeitraum mehr als zehn Prozent an Wert verloren, die Titel der Deutschen Telekom  mehr als fünf Prozent. Anlass für diese Kursverluste war die Ankündigung einer Kapitalerhöhung des niederländischen Konzerns KPN in Höhe von vier Milliarden Euro.

Doch nicht nur die Kapitalerhöhung, sondern auch die angekündigten Dividendenkürzungen im vergangenen Jahr belasten seitdem die Kurse. Auch die Deutsche Telekom hat ihre Dividende gesenkt. Von 2013 an will die Telekom ihren Aktionären nur noch 50 Cent je Aktie auszahlen. Das entspricht einer Kürzung von fast 30 Prozent. Zwischen 2010 und 2012 hatte der Konzern noch 70 Cent je Aktie ausgeschüttet.

Ein Ende weiterer großer Kursabschläge ist allerdings in Sicht – glaubt man aktuellen Einschätzungen der Analysten. Im vergangenen Monat gab es drei Kaufempfehlungen für die T-Aktie. Mit Kurszielen zwischen zehn und zwölf Euro. (Quelle: Handelsblatt Analystencheck) Die anderen beiden Studien setzen die Telekom-Aktie auf Neutral mit Kurszielen zwischen neun und 10,50 Euro.

Dax-Konzerne im Dividendenrausch

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-26,62 -0,22%
Chart von DAX ®
Dax
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Start in die Dividendensaison

Wie jedes Jahr im Frühjahr werden die deutschen Großkonzerne einen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Auf dieser Grundlage geht es den meisten Dax-Konzernen offenbar gut. Nur wenige haben ihre Dividende gestrichen oder gekürzt, die Mehrheit erhöht die Ausschüttung sogar. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, was die Anleger von den einzelnen Dax-Unternehmen erhalten, geordnet nach der Dividende in Euro je Aktie.

Quelle: Ernst & Young, Reuters, Stichtag: 05.04.2013

Commerzbank

WKN
ISIN
Börse

Chart von Commerzbank
Commerzbank
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Commerzbank

Die Aktionäre der Commerzbank müssen sich in Verzicht üben, haben sie doch seit Jahren keine Dividende mehr bekommen – und daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Das vorerst letzte Mal belohnte das Institut seine Anleger 2007, nach einem Rekordgewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Seitdem ist viel passiert: Die Commerzbank wurde teilverstaatlicht, strich tausende Jobs und meldete immer wieder Verluste. Die Aktie stürzte in der Folge ab. Ein Konzernumbau soll die Wende bringen, doch das kann dauern.

Dividende 2012: 0,00 Euro
Dividende 2011: 0,00 Euro
Veränderung in Prozent: 0 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,10 +0,42%
+23,10€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Lufthansa
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Deutsche Lufthansa

Auch Deutschlands größte Fluggesellschaft kann oder will ihren Aktionären für das zurückliegende Jahr keine Dividende anbieten – trotz einer Milliarde Euro Jahresüberschuss. Es sei momentan wichtiger, alle verfügbaren Mittel ins Unternehmen zu investieren, begründete Konzernchef Christoph Franz den Schritt. Geplant ist, zusätzlich 108 neue Flugzeuge zu kaufen. Kostenpunkt: mehr als neun Milliarden Euro. Dafür müssen die Anleger zurückstecken. Für 2011 hatte die Lufthansa noch 25 Cent je Anteilschein ausgeschüttet.

Dividende 2012: 0,00 Euro pro Aktie
Dividende 2011: 0,25 Euro pro Aktie
Entwicklung: - 100 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
L&S

-0,30 -1,52%
+19,28€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Thyssen-Krupp
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Thyssen-Krupp

Der Stahlkonzern war nie besonders spendabel. Doch dieses Mal bekommen die Anleger gar nichts, ein Novum in der Unternehmensgeschichte. Woher soll das Geld auch kommen? Thyssen-Krupp hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Verlust von fünf Milliarden Euro angehäuft – ein Schock für alle Beteiligten. Schuld sind vor allem Fehlinvestitionen in Übersee. So musste das Unternehmen weitere 3,6 Milliarden Euro auf die erst vor kurzem fertiggestellten Anlagen in Brasilien und den USA abschreiben.

Dividende 2012: 0,00 Euro pro Aktie
Dividende 2011: 0,45 Euro pro Aktie
Entwicklung: - 100 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
L&S

-0,30 -1,38%
+21,18€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon
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Infineon

Aktionäre von Infineon haben in den vergangenen Jahren einiges durchgemacht. Zwischenzeitlich flog der Titel sogar aus dem Dax, die Aktie kostete weniger als einen Euro. Der Kurs hat sich mittlerweile erholt, weil der Konzern nach Milliardenverlusten wieder schwarze Zahlen schreibt. Jahrelang mussten die wenigen Anleger, die dem Chiphersteller die Treue hielten, auf eine Dividende verzichten. Nun werden sie zum dritten Mal in Folge belohnt, auch wenn der Bonus mit 12 Cent pro Aktie – mehr wird es in diesem Jahr wieder nicht geben – vergleichsweise gering ausfällt.

Dividende 2012: 0,12 Euro pro Aktie
Dividende 2011: 0,12 Euro pro Aktie
Entwicklung: 0 Prozent
Dividendenrendite: 1,96 Prozent

HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006047004
Börse
L&S

-1,52 -2,15%
+68,60€
Chart von HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.
Heidelberg Cement
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Heidelberg-Cement

Heidelberg-Cement verschärft trotz der guten Aussichten auf eine weltweit steigende Nachfrage nach Baustoffen seinen Sparkurs. Das Einsparziel für den Zeitraum 2011 bis 2013 werde von ursprünglich 600 Millionen Euro auf gut eine Milliarde Euro erhöht.

Der größte deutsche Baustoffkonzern senkte die Nettofinanzschulden im vergangenen Jahr um 700 Millionen Euro auf 7,0 Milliarden Euro. Den Jahresüberschuss konnte der Konzern nur um zwei Prozent auf 545 Millionen Euro steigern. Trotzdem wurde die Dividende leicht erhöht.

Dividende 2012: 0,47 Euro pro Aktie
Dividende 2011: 0,35 Euro pro Aktie
Entwicklung: + 34 Prozent
Dividendenrendite: 0,88 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,03 -0,18%
+13,96€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
7 von 31

Deutsche Telekom

Die Telekom zahlt in Relation zum Aktienwert eine sehr hohe Dividende. Mit 70 Cent gibt es pro Aktie zählt die Aktie deshalb trotzdem zu den Dividendenkönigen, wegen einer Dividendenrendite von 8,25 Prozent. Für den Telekomkonzern ist die Dividende fast die einzige Möglichkeit, die Anleger bei der Stange zu halten. Die Kursentwicklung ist schon seit längerem, und das ist noch vorsichtig ausgedrückt, mäßig. Das Problem: In den nächsten zwei Jahren will die Telekom die Dividende kürzen, um 20 Cent. Dies könnte einige Anleger vergraulen.

Dividende 2012: 0,47 Euro pro Aktie
Dividende 2011: 0,35 Euro pro Aktie
Entwicklung: + 34 Prozent
Dividendenrendite: 8,25 Prozent

Der große Vorteil der Telekom-Aktie: Sie hat eine hohe Dividendenrendite (Dividende ./. Aktienkurs x 100) – aktuell  mehr als acht Prozent.  Anleger, denen aber eine Investition in die Aktie zu risikoreich ist, können stattdessen in ein Bonuszertifikat mit der T-Aktie als Basiswert investieren. Auch Anleger, die eine Aktie im Depot haben, sollten sich einen Tausch der Aktien in ein Bonusprodukt überlegen.

Bonus statt Dividenden
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3 Kommentare zu "T-Aktie: Höhere Renditechance durch Dividendenverzicht"

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  • Zitat:
    Mitte Mai will die Telekom letztmalig 70 Cent pro Aktie zahlen. Das dürfte auch den Aktienkurs an dem Tag belasten.

    Was für eine bahnbrechende Erkenntnis!
    Auf Grund der hohen Dividendenrendite und der bald stattfindenden Ausschüttung sollte man den Kurs auch heute schon mal exDiv betrachten, und da liegt er bei rd. 7,40 €. Soviel zum Thema Sicherheit bei Bonuszertifikaten, die ihre Schwelle bei 6,50 € haben.

  • Das dumme ist nur, was hier keiner sagt: Kommt es zu einem Kurs von 6,50 bekommt man nicht nur den schlechteren Kurs, man man hat auch Mehr für das Ganze bezahlt.(Differenz Aktienkurs-Zertifikatkurs als zusätzlichen Verlust!)
    Man hat hier nicht ein kleineres Risiko, sondern ein ANDERES!

  • "Beispielsweise bietet ein Zertifikat der Commerzbank (WKN: CZ3MMT) eine Rendite von rund 15 Prozent p.a., solange während der Laufzeit des Produktes bis Ende Dezember 2013 die Schwelle von 6,50 Euro nicht berührt oder unterschritten wird. "

    UND: die Commerzbank nicht pleite geht. Sicher wird der Staat alles unternehmen, sein Finanzbetrugssystem am Laufen zu halten aber das Vertrauen erodiert immer mehr und irgendwann, wird kein Staat der Welt mehr helfen können. Wann der die Lawine auslösende Sack Reis in China umfällt, weiß niemand (außer vielleicht die ganz großen Spieler hinter den Kulissen). Jedenfalls sollte man das Emittentenrisiko schwer beachten und derivativen Giftmüll allenfalls kurzfristig in Erwägung ziehen!

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