US-Aktien Ritt auf der Rasierklinge

Google vermeldet im ersten Quartal Milliardengewinne, doch die Margen sinken. Obwohl Skeptiker warnen, empfehlen Analysten die Aktie weiter zum Kauf. Diese Haltung ist derzeit symptomatisch für den US-Aktienmarkt.
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Amazon schockt, Nasdaq rockt!

AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
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US0231351067
Börse
Xetra

-6,96 -0,42%
+1.666,67€
Chart von AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Amazon
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Einen kleinen Schock bescherte diese Woche seinen Anlegern der US-Online-Händler Amazon. Die Expansion in verschiedenste Geschäftszweige dem Konzern erneut einen Verlust ein. Unter dem Strich habe im ersten Quartal 2015 ein Minus von 57 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 108 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum gestanden. Zu einem Einbruch der Aktie hat das bislang aber nicht geführt.

Google

WKN
ISIN
Börse

Chart von Google
Google
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Auch imm Vorfeld der Bekanntgabe von Google-Zahlen waren die Anleger skeptisch. Doch der Konzern konnte die Befürchtungen entkräften: Der Google-Überschuss erhöhte sich im ersten Quartal auf 3,59 Milliarden Dollar von 3,45 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Google bleibt also auf den Kauflisten der Analysten.

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

-21,59 -0,76%
+2.787,13
Chart von S&P 500
S&P 500
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Der historische Kursverlauf des US-Aktienindex S&P 500 lässt Aktionärsherzen höher schlagen. Mitte Februar 2009 notierte der S&P 500 noch bei 735 Punkten. Heute notiert der Index bei 2.100 Punkten. Seit März 2009 hat sich der Wert des S&P 500 also fast verdreifacht. Das ist eine stramme Performance.

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+27,42 +0,23%
Chart von DAX ®
Dax
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Währungsverluste drücken für US-Anleger die Gewinne beim DAX: In den vergangenen zwölf Monaten ist der DAX um rund 27 Prozent gestiegen...

EUR/USD SPOT

WKN
ISIN
EU0009652759
Börse
FX

+0,01 +0,44%
+1,14€
Chart von EUR/USD SPOT
EUR/USD
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…27 Prozent Jahres-Plus im DAX können sich schnell verflüchtigen. Denn im gleichen Zeitraum hat der Euro fast 23 Prozent gegenüber dem Dollar an Wert verloren. Aus Sicht eines US-Anlegers ist das Ergebnis ernüchternd.

iShares S&P 500 UCITS ETF (Dist)

WKN
ISIN
IE0031442068
Börse
STU

+0,04 +0,16%
+24,82€
Chart von iShares S&P 500 UCITS ETF (Dist)
ETFs auf positive US-Börsenentwickung
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Anleger, die davon ausgehen, dass sich die US-Börsen in den kommenden Monaten gut entwickeln werden, können in Index-Zertifikate und ETFs auf den S&P 500 setzen. Dazu zählt zum Beispiel ein ETF von iShares (WKN 622391) …

XS&P 500 SW

WKN
ISIN
LU0490618542
Börse
STU

+0,20 +0,45%
+44,76€
Chart von XS&P 500 SW
Kostensparende ETFs
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...oder ein ETF von db x-trackers (WKN DBX0F2) – wobei der ETF von der Deutschen Bank eine nur halb so hohe Gesamtkostenrate ausweist wie das Konkurrenzprodukt von iShares.

DüsseldorfGoogle ist eine Geldmaschine. Kein Konkurrent kann mit den Bilanzkennzahlen mithalten, die Google seinen Aktionären 2015 präsentiert hat. Google setzte im vergangenen Jahr 65,83 Milliarden Dollar um, die operative Gewinnmarge lag bei 25,4 Prozent, die Nettogewinnmarge bei unglaublichen 21,2 Prozent. Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2015 sind immer noch gut, doch die Rückgänge bei den sogenannten Paid Clicks, negative Währungseinflüsse, sinkende Margen und der Rückgang beim Cashflow geben den Skeptikern Recht: Grenzenloses Wachstum sieht anders aus.

Trotzdem bleibt Google auf den Kauflisten der Analysten. Die Kaufempfehlungen überwiegen deutlich, Verkaufsempfehlungen sucht man vergeblich. Das Motto lautet eher: Jetzt nachkaufen! Diese Haltung ist symptomatisch für den US-Markt in diesen Tagen. Die mahnenden Stimmen gehen unter.

Dabei gibt es Grund zur Skepsis. Die historischen Kursverläufe der US-Aktienindizes S&P 500 und Nasdaq geben zu denken. Seit März 2009 hat sich der Wert des S&P 500 fast verdreifacht. Der Wert des Nasdaq-Index hat sich in dieser Zeit sogar vervierfacht. Ernsthafte Korrekturen gab es keine. Nicht zuletzt deshalb werden immer mehr Stimmen laut, die den ungebremsten Kursaufschwung kritisch hinterfragen – und davor warnen, dass es bald vorbei sein könnte mit der US-Aktienrally.

Die Hausse am Aktienmarkt, so der Tenor, ist eher ein Ausdruck von Verzweiflung: Anleihen fallen aufgrund der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank als Renditebringer aus. Aktien erscheinen deshalb als letzte Zuflucht vor der Negativrendite. Doch spiegelt der Run auf US-Aktien die Entwicklung der Konjunktur wieder? Schließlich hat sich die US-Wirtschaftsleistung seit 2009 nicht verdreifacht – oder gar vervierfacht. Und es sieht auch nicht so aus, als sich ob die USA in den kommenden Monaten mit neuem Schwung zur Weltkonjunkturlokomotive entwickeln würden.

So hat unter anderem die Federal Reserve Bank of Atlanta ihre Schätzung für das reale Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal 2015 auf null reduziert. Noch im Februar hatten die Ökonomen ein Wachstum von plus 2,3 Prozent prognostiziert. Fakt ist: Rechnet man die Ausgabensteigerungen durch die Reform des Gesundheitswesens („Obamacare“) heraus, bleibt schon fürs vergangene Jahr nur ein Nullwachstum übrig.

Die US-Wirtschaft tritt auf der Stelle. Gleichzeitig bleibt die Risikoneigung der Börsianer hoch: Die Volumina der auf Kredit gekauften Aktien an der New Yorker Börse NYSE haben im Februar mit rund 466 Milliarden US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Seitdem stagniert das Kreditvolumen. In den Jahren 2000 und 2007 folgte einem Rückgang des Kreditvolumens jeweils eine heftige Korrektur an den Aktienmärkten. Noch läuft die Aktien-Rally. Die Frage drängt sich auf: Wie lange noch?

Experten sind nur noch vorsichtig optimistisch
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