Nachgerechnet Goldanleger muss der Dollarkurs nicht interessieren

Der schwache Goldpreis irritiert die Anleger. Zu Unrecht: Denn dass der Goldpreis bei einem starken Dollar sinkt, ist ein Trugschluss. Das Edelmetall bleibt von Währungsschwankungen weitgehend unabhängig.
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Unsinnige Depotabsicherung

Wenn Goldanleger derzeit die Zeitung aufschlagen, dann erleben sie fast täglich eine neue Enttäuschung. Der Goldpreis, der üblicherweise in Dollar angegeben wird, geht schon seit Monaten tendenziell nach unten, allein in den letzten drei Monaten verbilligte sich das Edelmetall erneut um zwei Prozent. Das hat weniger mit einer mangelnden Nachfrage nach Gold zu tun als vor allem mit der Aufwertung des Dollars gegenüber dem Euro. Blicken Sie mal auf den Goldpreis in Euro: Der ist seit Anfang Mai sogar schön gestiegen, um 4,1 Prozent.

Die Währungseinflüsse auf den Goldpreis irritieren Anleger, deshalb werden regelmäßig Zertifikate angeboten, die den Goldpreis gegen Kursschwankungen des Dollars absichern. Doch das Etikett „mit Währungsabsicherung" ist irreführend. Die sogenannte Absicherung ist teuer und schafft erst ein Währungsrisiko.

Um das zu verstehen, hilft ein Blick auf die Zusammenhänge zwischen Goldpreis und Dollar-Kurs. Gold hat ja eine ganz wichtige Funktion: Es behält seinen Wert, auch wenn eine Währung an Wert verliert, es schützt vor Inflation. Sollte nun eine südafrikanische Mine an eine US-Firma Gold verkaufen, und der Dollar hat abgewertet, müssen die Südafrikaner für ihr Gold mehr Dollar nehmen, wenn der Wert des Goldes gleich geblieben ist. Der Goldpreis in Dollar würde in diesem Augenblick also nur deswegen steigen, weil der Dollar abgewertet hat.

Goldpreis in Dollar und Schwankungen des Dollars hängen also zusammen. Der rasante Anstieg des Goldpreises in Dollar bis 2011 war teilweise auch dem Verfall des Dollars zu verdanken. In Euro gerechnet war der Goldpreis viel weniger gestiegen.

Im Moment wertet aber der Dollar eher auf, und der Euro wertet ab. Und siehe da, auch hier ist es die gleiche Geschichte: Der Goldpreis in Euro steigt. Weil der Euro abgewertet hat, wollen Goldverkäufer mehr Euro für ihre Ware haben. Die Schwankungen einer Währung sind natürlich nicht der einzige Grund, warum der Goldpreis steigt oder sinkt. Doch generell haben Wissenschaftler den inversen Zusammenhang zwischen Währungsentwicklung und Goldpreis für fast alle Währungen nachwiesen. So gesehen ist Gold eine eigene Währung.

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11 Kommentare zu "Nachgerechnet: Goldanleger muss der Dollarkurs nicht interessieren"

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  • @ Hape noch ein Nachtrag zu dem Gold/ Öl Vergleich. Beim Weltmarkthandel Öl in $ Gold in $ brauchen sie die nationalen Steuerlichkeiten erstmal nicht berücksichtigen.

    Und Kupfer eignet sich nicht als Wertspeicher, da es der Korrosion unterliegt. Euroscheine bestehen ja auch nicht aus Salami.

  • @ Hape
    Wert von Gütern vergleichen ja. Aber ihre Aussage brauche ich eher Milch oder Gold zum leben, laß sich nach diesen berühmten Unkenrufen, dass man ja Gold nicht essen kann.
    Gold ist halt nicht nur ein Gut, es ist auch eine Währung, bzw. die Währung des Planeten schlechthin. Sorry, das dies so ist, ich habe es nicht erfunden.
    Zu welchem Zweck braucht man Gold? Man brauch es als Wertspeicher. Wenn sie arbeiten gehen, dann erhalten sie die geleistet Arbeit vergütet - eine Wertschätzung sozusagen. Mit der sie sich dann ihre Milch, ihr Bier etc. kaufen können. Und sicherlich haben sie ein Interesse daran, dass diese einmal durchgeführte Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit erhalten bleibt, sprich konserveriert wird. Damit sie selbst entscheiden können, wann sie diese Vergütung in Milch und Bier eintauschen. Ist doch blöd wenn sie von der Vergütung einer 16 Stundenschicht innerhalb eines Monats 16 Kästen Bier bekommen und nach einem Jahr aber nur noch 14 Kästen.
    Gold konserviert Werte - deswegen halten es Zentralbanken auch als "Reservewährung", weil es so super konserviert. Und da gibt es auf dem Planeten nichts vergleichbares - ist halt so.

    Suchen sie mal per Google nach Dr. Paul C. Martin und seiner Abhandlung "Gold das Gewaltmetall"

  • Wieso soll man den Wert von Gütern nicht gegenseitig vergleichen dürfen ? Sie vergleichen doch auch Gold gegen den Wert von Öl. Nur dass dieser Vergleich wirklich schwer herzustellen ist, da Sie die spezielle Steuerlastentwicklung auf Mineralöl berücksichtigen müssen. Aber ich weis, man tut sich bei bereits getroffenen Investitionsentscheidungen immer etwas schwer, die eigenen Entscheidungen wieder zu hinterfragen. Geht mir auch immer so. Ich sag nur breit streuen. 10% freies Vermögen in Gold ist ja o.k. Aber Sie haben sicher mehr drin ? In Öl investieren ist auch eine gute Sache. Auch ein knappes Gut. Das man dazu auch noch zu etwas benutzen kann. Z.B. Autofahren, heizen, etc. Zu welchem Zweck braucht man Gold ? Kupfer wäre da auch noch einigermaßen nützlich.

  • Diese ständigen Vergleiche Lebensmittel vs. Gold - Herr lass Hirn vom Himmel fallen. Als wenn man Dollarscheine, Aktien, Staatseinleihen, Euromünzen, Sparbücher oder sonstiges essen könnte.

  • @ Hape

    Da muß man sie leider entäuschen Hape. Sie haben kein Gewinn gemacht, lediglich den seit 40 Jahre dauernden Entwertungsdruck der Papiergeldwährungen ausgeglichen.
    Wieso seit 40 Jahren - da wurde das Kreditgeldsystem ins Leben gerufen. Zur Verdeutlichung gerne mal dieser Chart. Wieviel mußßte man an Gold oder Papiergeld in die Hand nehmen, um eine gleichbleibende Menge Öl zu erwerben - in den letzten 40 Jahren. Gäbe es bei Gold eine Blase - also einen Kaufkraftzugewinn, dann würde die gelbe Linie nach unten durchtauchen - ist aber nur ein waagerechter Strich.
    http://www.pic-upload.de/view-15400055/oel-dollar-yen-2.png.html

  • Ok, Wikipedia weis nicht alles, aber sehr interessant: "Goldpreis". Milch und Butter gibt es heute 5mal soviel wie noch im Jahre 1900 für die selbe Menge Gold. Die Abbaumethoden von Gold haben sich seither wesentlich verbessert. Gut, die Melkmaschinen auch. Knappes Gut? Was brauch ich eher zum Leben Milch oder Gold? Laktoseintolleranz ? Dann doch lieber in Brauerei-Aktien investieren. Ich weis es auch nicht !

  • @Hape
    Blase? Bei einem knappen Gut mit steigender Nachfrage?
    Nein! Alle bedrucken Papiere sind in einer Blase wie jeder an den Preissteigerungen sehen kann. Das Tempo wird sich durch verschärftes Drucken noch beschleunigen.
    Ich wette, der Verkauf der Unzen wird noch bitter aufstoßen. Der Run hat noch nicht einmal richtig begonnen.
    Daher interssiert mich weder Dollar noch Europreis..... wird ehe bald alles Klopapier sein. Schönes Investieren noch.

  • Mir wird diese Anlageform "Gold" langsam suspekt. Wenn man sich mal so ein kleines Stückchen glänzendes "Nichts" mit einer Unze in die Hand legt und darüber nachdenkt, warum das 1.250 Euro Wert sein soll, dann kann man sich auch die Frage stellen ob es hier schon eine Preisblase gibt. Riesige Mengen sind im Eigentum von Staaten und die Presse will uns weismachen, dass der Umsatz der Privatanleger am Preisgefüge was beeinflußt. Der Privatanleger zahlt teuer, die Staaten freuen sich über den Kursgewinn. Gewinner wird derjenige sein, der zuerst seinen Bestand zu dem hohen Preis wieder verkauft hat. Der Goldpreis ist erst seit den 70er Jahren nennenswert gestiegen. Vielleicht auch mit der Einführung des Krügerrandes, der den Handel damit für Kleinanleger interessant machte. Profitiert haben hauptsächlich die Staatsbestände von dem Kursanstieg. Verdienen tun daran mittlerweile Viele, die dicke Umsatzmargen machen und die Presse, die seitenweise Artikel dazu schreiben. "Blase" sag ich da nur. Hab übrigens auch 100% Gewinn gemacht seit 2008. Aber bereits realisiert. "Freu" ;-)

  • @ Nurmal so

    Meinen sie mit der Banalität ihren eigenen Kommentar?
    Dieser Handelsblatt-Artikel zum Gold und dessen Preis bzw. Wert, ist der erste ernstzunehmende, den ich hier finde.
    Besonders hervorzuheben ist die Aussage: "Gold ist eine eigene Währung". Exakt!
    Langsam bekomme ich Angst :-)

  • Mich interessiert der Dollarpreis auch nicht. Goldanleger sparen in Gold, das wird bei uns zur Zeit noch in Euro bezahlt.
    Was nach dem Euro kommt werden wir sehen. Auf jeden Fall bleibt Gold Gold und Silber Silber. Was mit Sparbüchern passiert kann man sich denken.
    Daher ist für Goldanleger, nicht Spekulanten, der Dollarpreis uninteressant, der Europreis noch ein wenig.

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