Zertifikate-Akademie Was ist ein Zertifikat?

Mehr als 300 000 Zertifikate gibt es in Deutschland. Das Problem: Kaum ein Produkt gleicht dem anderen. Manche kommen eher wie Aktien daher, manche gleichen einer Anleihe. Anders als diese seit Jahrzehnten etablierten Anlageformen sind Zertifikate aber wesentlich flexibler. Durch den Einsatz spezieller Terminmarktbausteine lässt sich fast jedes gewünschte Profil kreieren.
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Die Kreativität der Banken hat einen Wust verschiedener Zertifikate produziert, von dem kaum eines dem anderen gleicht. Illustration: Horsch Quelle: Wolfgang Horsch

Die Kreativität der Banken hat einen Wust verschiedener Zertifikate produziert, von dem kaum eines dem anderen gleicht. Illustration: Horsch

Ein Zertifikat ist ein Wertpapier aus der Gattung der Derivate (lat. Derivare = Ableiten). Anders als eine Aktie oder eine Anleihe verbrieft das Zertifikat nicht selbst einen Wert, sondern bildet die Wertentwicklung einer anderen Anlage ab. In den meisten Fällen beziehen sich Zertifikate auf eine Aktie oder einen Aktienindex, genauso gibt es aber auch Papiere auf Rohstoffe, Währungen oder Zinsen. Auch Fonds oder Hedge-Fonds können als Grundlage für Zertifikate dienen.

Ihren Reiz beziehen Zertifikate daraus, dass sie entweder einen Markt zugänglich machen, der für Privatanleger nicht investierbar ist - wie beispielsweise den Rohstoffsektor oder das Segment der Hedge-Fonds. Darüber hinaus statten die Emittenten die meisten ihrer Zertifikate mit speziellen Chance-Risiko-Profilen aus. Während Anleger bei Aktien immer dann gewinnen, wenn die Kurse steigen, und verlieren, wenn diese fallen, sind mit Zertifikaten ganz andere Konstruktionen denkbar. Beispielsweise gibt es Papiere, bei denen Anleger so lange profitieren, wie die zugrunde liegende Aktie nicht mehr als 25 Prozent fällt.

Der Phantasie der sogenannten Strukturierer, die in den Banken neue Zertifikate-Konstrukte entwickeln, sind wenig Grenzen gesetzt. Möglich wird das, weil die Zertifikate aus verschiedenen Terminmarkt-Komponenten bestehen. Meist werden mehrere Kauf- oder Verkaufsoptionen zusammengefügt, um das gewünschte Auszahlungsprofil zu erhalten. Der Nachteil: Durch die Optionen wird die Kursentwicklung der Zertifikate schwerer zu durchschauen, weil deren Preise auch von Faktoren wie der Schwankungsintensität am Markt (Volatilität) beeinflusst werden.

Rechtlich gesehen sind Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Anders als bei Fonds haben Anleger daher keinen Anspruch auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten droht ihnen im Extremfall der Totalverlust.

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