100. Geburtstag Sparda: Mit der Eisenbahn gewachsen

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So manche Volks- und Raiffeisenbank liebäugelt zudem damit, sich den örtlichen Sparda-Bank-Wettbewerber einzuverleiben. Das ist dem Verband der Sparda-Banken ein Dorn im Auge. Bisher gab es zwar noch keine Fusion, und nach dem Willen des Verbandschefs Peter Scharpf soll es auch nicht dazu kommen. „Das Geschäftskonzept der Sparda-Banken ist so klar auf Privatkunden ausgerechnet, dass eine Fusion mit einer Volks- oder Raiffeisenbank, die auch Firmengeschäft betreibt, keinen Sinn machen würde“, erklärt Scharpf. Die näher liegenden Fusionspartner wären die PSD-Banken, die aus den früheren Postspar- und Darlehnsvereinen hervorgegangen sind – im Prinzip also aus der Schwesterorganisation für die Postbediensteten, die mit den Sparda-Banken schon bei der Datenverarbeitung zusammenarbeitet.

Der Fusionsdruck ging aber auch an den Sparda-Banken nicht vorüber. Heute sind zwölf Institute übrig geblieben, die im Schnitt rentabler sind als die Volks- und Raiffeisenbanken.

Immerhin klappt es inzwischen mit dem Easy Credit der Norisbank. Denn mit der Konzernmutter der Norisbank, der DZ-Bank, ist das Verhältnis besser, seit die Sparda-Banken 2004 unter das Dach der genossenschaftlichen Zentralbank schlüpften. Auch zu den anderen genossenschaftlichen Verbundunternehmen wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall und Union Investment ist das Verhältnis ausgesprochen gut, denn für sie beleben die Sparda-Banken in Konkurrenz zu den Volksbanken das Geschäft.

Geschäft: Zwölf Sparda-Banken gibt es heute in Deutschland: Augsburg, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hannover, Hessen, München, Münster, Nürnberg, Regensburg, Südwest und West. Zusammen kommen sie auf eine Bilanzsumme von 50 Milliarden Euro; sie erwirtschaften mit 6 000 Mitarbeitern und 2,65 Millionen Kunden 110 Millionen Euro Gewinn.

Konkurrenz: Die genossenschaftlichen Konkurrenten, die Volks und Raiffeisenbanken, haben schon öfter mit dem Gedanken gespielt, eine Sparda-Bank zu schlucken. Allerdings haben sich die Sparda-Banken untereinander zu schlagkräftigeren Instituten zusammengeschlossen. Sie bedienen im Gegensatz zu den Volksbanken nur Privatkunden. Mit dieser Strategie sind die Sparda-Banken, gemessen an der Aufwands- Ertragsquote, profitabler als die größeren Genossen.

Annäherung: Sparda-Verbandschef Peter Scharpf ist um Ausgleich bemüht: „Wir gehören dem genossenschaftlichen Finanzverbund gern an und möchten als gleichberechtigte Mitglieder, nicht als lästige Konkurrenten behandelt werden.“

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