Millionen-Verlust Schiffsfinanzierung reist Riesen-Loch

Die Commerzbank hatte im ersten Halbjahr vor allem mit der Schiffsfinanzierung zu kämpfen. Die Sparte wird aufgegeben, doch das Minus wird immer größer. Und auch die Eurohypo macht Sorgen.
Update: 09.08.2012 - 14:22 Uhr 6 Kommentare

Commerzbank bleibt ein Sorgenkind

FrankfurtDie Commerzbank hat im ersten Halbjahr Finanzkreisen zufolge allein in der Schiffsfinanzierung einen Vorsteuerverlust von fast 300 Millionen Euro angehäuft. Damit reißt sie dieses Mal das größte Loch in die Sparte Asset Based Finance (ABF), wie am Donnerstag aus dem Konzern verlautete. ABF hatte per Ende Juni ein Minus von 553 Millionen Euro ausgewiesen.

Auch das Fondshaus Commerz Real und der kriselnde Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo zählten bislang zu dem Bereich. Die Eurohypo hat sich den Berechnungen zufolge aber ein Stück weit an die Nulllinie herangerobbt und ihren Verlust deutlich auf unter 200 Millionen Euro reduziert (Vorjahr: minus 871 Millionen Euro).

Die Commerzbank selbst brach das ABF-Ergebnis nicht weiter herunter. Sowohl die Schiffsbank als auch die Eurohypo werden ohnehin komplett abgewickelt. ABF wird durch die neue interne Bad Bank NCA abgelöst, in der die Papiere über die Zeit möglichst wertschonend abgebaut werden sollen. Angesichts der höheren Kapitalanforderungen und der schwierigen Refinanzierungsmärkte zieht die Commerzbank gerade bei diesen langlaufenden und großvolumigen Krediten die Notbremse.

Die Schifffahrtsbranche leidet seit Jahren an Überkapazitäten und sinkenden Frachtraten. Einige Unternehmen gingen bereits pleite, andere geraten mit Kreditzahlungen in Rückstand. Commerzbank-Finanzchef Stephan Engels räumte in einer Telefonkonferenz ein, dass die Schiffsfinanzierung der Haupttreiber für die höhere Risikovorsorge in ABF im zweiten Quartal war. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung - in der Finanzkrise Sorgenkind Nummer eins - habe sich erholt, die Belastungen in der Schiffsfinanzierung aber nicht vollständig auffangen können.

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6 Kommentare zu "300 Millionen Euro Verlust: Schiffsfinanzierung reißt Riesen-Loch bei Commerzbank"

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  • ... ja, ist es nicht erstaunlich, wie weit die "Konstruktionsmöglichkeiten" bei Bilanzen inzwischen gehen :-)))? Um die tatsächliche Lage eines Unternehmens zu beurteilen, gibt es zwei erstklassige Quellen: 1. Fragen Sie langjährige Mitarbeiter vor Ort und b) langjährige Kunden ... beide werden Ihnen die Wahrheit schildern - das klärt einen z.B. durch "Kommunikations"- und Bilanzabteilungen ggf. vernebelten Blick!

  • Aber lt. dem gestrigen Artikel hatte die Commerzbank doch noch ein dickes Kapitalpolster, oder nicht ? Und die böse Schiffsfinanzierung ist er Eisberg für die Titanic.
    Naja, wie heißt es so schön: "Life is a rollercoaster" :-)

  • Bei aller "Häme" hat der HB Artikel vergessen zu berichten:


    "Den Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA hat das Institut im zweiten Quartal aber offenbar locker bestanden.
    Aus der Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro, die die Bank im Dezember noch vorwies, ist nun ein Kapitalüberschuss von 2,8 Milliarden Euro geworden. Damit steigerte die Bank ihre Kernkapitalquote auf 12,2 Prozent."

  • ES JUCKT DIE REDAKTION NICHT UND ES KRATZT SIE NICHT.

    @hanskurt teilte ihnen mit, daß in der Überschrift ein Deutschfehler unterlaufen ist.
    ...ein Loch wird gerissen, also "reißt es ein Loch".

    Indes: Der in Ihren Reihen Kommentare redigieren muß hat meine volle Hochachtung (Ich könnte es nicht).

  • Das ist der Fluch der "bösen" Tat. Durch die steuerliche Begünstigung von Schiffsbeteiligungen ist das Angebot von Schiffen derart in die Höhe getrieben worden, solche Dinge führen doch schon immer zur Blasenbildung! Die konjunkturelle Entwicklung hat halt zum beschleunigten Platzen der Blase beigetragen. Modelle aus vergangenen Zeiten haben doch ein ähnliches Schicksal erlitten, z.B. Bauherrenmodelle!

  • Sog. Schiffsreise (böser typo in der Überschrift)

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