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Aareal-Bank-Vorstand Merkens zur Düsselhyp-Abwicklung „Die Transaktion hat für beide Seiten einen Vorteil“

Der Vorstandschef der Aareal Bank erklärt, warum die Abwicklung der Düsselhyp für sein Unternehmen lukrativer ist als für den privaten Bankenverband BdB.
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Vor seinem Amtsantritt als CEO war der Manager als Finanzvorstand der Aareal Bank im Einsatz. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Hermann Merkens

Vor seinem Amtsantritt als CEO war der Manager als Finanzvorstand der Aareal Bank im Einsatz.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

FrankfurtÜber das Interesse der Aareal Bank an der in Abwicklung befindlichen Düsseldorfer Hypothekenbank (Düsselhyp) ist seit längerem gemunkelt worden. Doch die finalen Verhandlungen zwischen dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) und der Aareal Bank über den Verkauf zogen sich am Montag bis tief in die Nacht. Erst nach Mitternacht meldete die Aareal Bank per Pflichtmitteilung den Vollzug. Das Kalkül hinter der Transaktion erläutert Vorstandschef Hermann Josef Merkens dem Handelsblatt in der Pause einer Vorstandssitzung am Dienstag.

Herr Merkens, die Aareal Bank kauft dem Einlagensicherungsfonds des privaten Bankenverbands BdB die Düsseldorfer Hypothekenbank ab und verbucht dabei einen Gewinn. Haben Sie den BdB über den Tisch gezogen?
Natürlich nicht. Das Verhandlungsergebnis ist aus unserer Sicht für beide Seiten angemessen und fair. Die Düsseldorfer Hypothekenbank befand sich schon seit längerem in Abwicklung unter der Regie des BdB. Doch die langwierige Abwicklung einer Bank verursacht Kosten, vor allem gegen Ende hin.

Sie müssen nämlich über den gesamten Zeitraum eine gewisse Infrastruktur, etwa für die IT-Systeme, aufrechterhalten, auch wenn die Bank immer kleiner wird und immer weniger Erträge erwirtschaftet. Deshalb gilt: Je länger es dauert, desto ineffizienter wird eine Abwicklung, vor allem, wenn der Eigentümer selbst keine Bank ist.

Was ist bei Ihnen anders?
Wir haben schon in der Vergangenheit gezeigt, dass wir so etwas sehr gut können. Auch der Bankenverband weiß, dass er diese Aufgabe getrost in unsere Hände geben kann. Wir wissen, wie man solche Banken zügig in unsere bestehende Infrastruktur integrieren kann und wie man eine Abwicklung geräuschlos und zugleich verantwortungsbewusst realisiert. Außerdem sind wir ein finanzstarker Käufer. Dass wir an einer solchen Transaktion auch etwas verdienen wollen, müsste sich von selbst verstehen. Kurz gesagt: Die Transaktion hat für beide Seiten einen Vorteil.

Woher kommt eigentlich dieser Sondergewinn, den Sie durch den Kauf verbuchen?
Vereinfacht gesagt, liegt das daran, dass der Kaufpreis niedriger ist als das nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS errechnete Eigenkapital. Bei der Ermittlung des fairen Werts für die Bilanzpositionen konnten wir aktive latente Steuern auf die Differenz zwischen den Buchwerten nach HGB und IFRS bilden. Sie stellen zukünftige Steuervorteile dar, weil wir in unserem Geschäft ja auch steuerpflichtige Gewinne generieren, die sich aus der Möglichkeit der Nutzung von steuerlichen Verlusten ergeben.

Das unterscheidet Sie dann wohl vom BdB, der ja keine Gewinne erzielt, mit denen er die Verlustvorträge verrechnen könnte.
Unsere steuerliche Situation ist möglicherweise eine andere als die des BdB, aber hierüber können wir nicht spekulieren.

Wenn Abwicklungen für Sie so interessant sind, wann bieten Sie dann eigentlich für die FMS Wertmanagement, der Bad Bank der Hypo Real Estate?
Wir kommunizieren nicht vorab, welche Opportunitäten wir uns ansehen, und hypothetische Fragen beantworte ich ohnehin sehr ungern. Aber wir schauen uns immer grundsätzlich alles an, von dem wir denken, dass es für uns Sinn ergeben könnte und wir es bewältigen können, auch von der Größe her. Wenn es nur einen Hauch von einem Zweifel gibt, egal ob rein praktisch oder technisch, dann würden wir es nicht machen.

Ist es für die Aareal Bank eigentlich attraktiver, kleine Wettbewerber abzuwickeln oder normales Immobiliengeschäft zu betreiben?
Unser starkes Neugeschäft zeigt, dass die Strukturierte Immobilienfinanzierung uns weiterhin viel Spaß macht. Solche Abwicklungen sind nicht attraktiver, sondern sie sind aus meiner Sicht eine Ergänzung. Unsere Umsetzungsstärke auf diesem Gebiet haben wir ja hinlänglich unter Beweis gestellt.

Wie wichtig sind solche Zukäufe wie Corealcredit, Westimmo, Düsselhyp für die Aktienkursentwicklung der Aareal Bank?
Der Anstieg des Aktienkurses am Dienstag ist ein Indiz dafür, dass die Aktionäre uns die Umsetzung einer solchen Transaktion zutrauen. Der Kurs steigt ja nicht bei jedem Unternehmen nach einer Übernahmeankündigung.

Könnte es wegen des Sondergewinns auch eine Sonderdividende geben?
Diesen Sondergewinn benötigen wir zunächst einmal, um die zu erwerbenden Vermögenswerte der Düsseldorfer Hypothekenbank mit Eigenkapital zu unterlegen. Schmilzt dieses Portfolio dann weiter ab, dann wird wieder Eigenkapital freigesetzt und steht dann der Aareal Bank für eine weitere Verwendung zur Verfügung – für welchen Zweck auch immer.

Wie schnell wird die Düsseldorfer Hypothekenbank nun unter Ihrer Regie abgewickelt?
Das hängt davon ab, wann die Transaktion auch juristisch unter Dach und Fach ist. Zunächst bedarf es dazu ja auch noch der Zustimmung von Kartellamt und Bankenaufsicht. Wir sind natürlich bestrebt, die Integration rasch umzusetzen. Es ist aber noch zu früh, um hierfür konkrete Zeiträume zu nennen.

Wie viele Menschen arbeiten für die Düsseldorfer Hypothekenbank noch und wird es für die Mitarbeiter einen Sozialplan geben?
Aktuell hat die Düsseldorfer Hypothekenbank noch 56 Vollzeitstellen. Konkrete Pläne lassen sich erst nach Abschluss der Transaktion mit dem Vorstand besprechen. Aber es gibt bei dem Institut bereits einen existierenden Sozialplan und einen Interessenausgleich. Über alles Weitere sprechen wir dann nach dem Closing.

Herr Merkens, wir danken für das Interview.

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