ABN Amro Niederländische Bank will Auslandsgeschäft ausbauen

ABN Amro profitiert von der Konjunkturerholung in den Niederlanden. Jetzt streckt das Geldhaus die Fühler ins Ausland aus. Parallel sollen auf dem Heimatmarkt 200 Millionen Euro eingespart werden.
Im November hatte die niederländische Regierung ein 23-prozentiges ABN-Paket an die Börse gebracht. Quelle: AP
ABN Amro in Amsterdam

Im November hatte die niederländische Regierung ein 23-prozentiges ABN-Paket an die Börse gebracht.

(Foto: AP)

AmsterdamDie niederländische Großbank ABN Amro will nach der Rückkehr an die Börse das Auslandsgeschäft ausbauen. Bis Ende nächsten Jahres sollen die internationalen Aktivitäten um fünf Prozent zulegen, kündigte Bankchef Gerrit Zalm am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Zunächst werde der Blick auf Deutschland, Frankreich, Belgien und ungeachtet des Brexit-Votums auch Großbritannien gerichtet. Näheres über die Auslandsstrategie werde aber erst im nächsten Jahr bekanntgegeben. Parallel will die Bank auf dem Heimatmarkt 200 Millionen Euro einsparen.

Im zweiten Quartal profitierte das Bankhaus von der Konjunkturerholung in den Niederlanden, wo der Löwenanteil der Einnahmen erzielt wird. Das operative Ergebnis kletterte in den vergangenen drei Monaten um sieben Prozent auf 941 Millionen Euro. Analysten hatten einen Rückgang erwartet. Unter dem Strich brach der Gewinn dagegen wegen einer Sonderbelastung um mehr als ein Drittel auf 391 Millionen Euro ein. Hintergrund ist eine Entschädigungsregelung für Käufer von Zins-Derivaten, die mangelnde Aufklärung über das Verlustrisiko des Finanzinstruments geltend gemacht haben.

Diese Städte wollen das nächste London sein
Dublin
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Die irische Hauptstadt lockt vor allem mit niedrigen Steuersätzen für Unternehmen. Damit hat Irland bereits große US-Konzerne überzeugt – und zugleich Kritik auf sich gezogen. Der IT-Riese Google zum Beispiel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er den deutschen Fiskus austrickst.

Dublin
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Um sich dem Zugriff des Staates zu entziehen, verschieben einige Unternehmen über ihre Niederlassungen in Irland Gewinne in andere Steueroasen. Punkten kann Dublin natürlich auch damit, dass Englisch gesprochen wird. Gegen den Standort spricht aber, dass er nicht gerade zentral in der EU liegt und auch nicht gerade viele Banker unbedingt dort hinziehen werden.

Paris
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Der französische Staatschef François Hollande hat gleich Paris als Alternative zu London ins Spiel gebracht – und Banken Hoffnungen auf Steuererleichterungen gemacht. Die Regierung müsse daher „unsere Regeln, darunter die fiskalischen, anpassen, um den Finanzplatz Paris attraktiver zu machen“, sagte Holland. Paris hat als Bankenstadt bereits eine Bedeutung – allein schon, weil die großen französischen Banken dort ihren Hauptsitz haben.

Paris
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Und wenn es um Kultur, Lifestyle und Nachtleben geht, hängt Paris sowieso alle anderen Städte ab. Die Attraktivität Paris‘ ist zugleich ein Manko. Die Stadt ist extrem teuer, die Wege sind weit.

 

Luxemburg
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Dass Luxemburg ein wichtiger Finanzplatz in der EU ist, ist unbestritten. Viele Banken, Fondsgesellschaften und Dienstleister haben dort große Büros. Der Großteil der Fonds, die in Deutschland verkauft werden, wurde nach den Luxemburger Regeln gestartet.

Luxemburg
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Und ähnlich wie Dublin hat auch das Großherzogtum Unternehmen mit geringen Steuersätzen angelockt. Diese Praxis ist aber mehr denn je hochumstritten. Zudem ist die Stadt mit rund 110.000 Einwohnern alles andere als groß. Fraglich wäre, ob dort einfach tausende weiterer Banker hinziehen könnten.

New York
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New York ist das globale Finanzzentrum. Viele Banken aus aller Welt haben ohnehin einen großen Standort dort. Deshalb dürfte in einigen Fällen – wenn es nicht um das Europageschäft geht – naheliegend sein, Jobs von London nach New York zu verlagern. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group nannten Topbanker von sich aus New York als beste Alternative zu London.

Trotz der Unsicherheit über die Wirtschaftslage nach dem Brexit-Votum sei das Engagement in Großbritannien auf lange Sicht angelegt, sagte Zalm. „Wir denken, dass wir dort eine Rolle spielen können – nicht nur für unsere niederländischen Kunden, sondern auch für englische Unternehmen.“ Ökonomen rechnen damit, dass die exportorientierte Wirtschaft der Niederlande stärker als andere Länder durch den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU in Mitleidenschaft gezogen wird. Großbritannien ist nach Deutschland der größte Handelspartner der Niederländer.

Im November hatte die niederländische Regierung ein 23-prozentiges ABN-Paket an die Börse gebracht. Es war der erste Schritt zur Privatisierung des Instituts – acht Jahre nach der milliardenschweren Rettung durch den Staat in der Finanzkrise.

  • rtr
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