Abwicklung der WestLB Düsseldorfer Bad Bank könnte verkauft werden

Die Erste Abwicklungsanstalt soll die Reste der zerschlagenen Landesbank WestLB verwerten. Damit kommt sie schneller voran als geplant. Erstmals wird auch über einen Komplettverkauf an Investoren nachgedacht.
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Die Landesbank wollte zum Global Player aufsteigen – und scheiterte desaströs. Quelle: dpa
Ehemalige WestLB

Die Landesbank wollte zum Global Player aufsteigen – und scheiterte desaströs.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Bad Bank der ehemaligen WestLB könnte ihre Aufgabe früher abschließen als geplant. Ursprünglich sollten alle Papiere aus dem Erbe der zerschlagenen Landesbank bis 2027 verkauft sein – nun könnte es deutlich schneller gehen. „Die Jahre 2020 plus X – das ist eine Option“, sagte der Vorstandssprecher der Düsseldorfer Ersten Abwicklungsanstalt (EAA), Matthias Wargers, am Donnerstag.

Während in der Vergangenheit nur einzelne Beteiligungen verkauft wurden, steht jetzt sogar erstmals eine Umwandlung der EAA im Raum. Würden die WestLB-Reste in eine „neue Rechtsform“ überführt, könnte die Gesellschaft als Ganzes von einem privaten Investor übernommen werden. Hierzu stelle man bereits interne Überlegungen an und tausche sich mit den Trägern aus, sagte Wargers. Gespräche mit externen Investoren würden aber noch nicht geführt.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Die EEA war Ende 2009 gegründet worden, um problematische Papiere der schwankenden WestLB, darunter risikoreiche Immobilienkredite und Staatsanleihen, zu verwerten. Diese galten in der Finanzkrise als schwer verkäuflich bis toxisch. Angesichts der grassierenden Niedrigzinsen sind Finanzinvestoren heute risikofreudiger als zuvor und kaufen auch schwierige Kredite auf.

Insgesamt übernahm die EAA von der WestLB ein laut eigener Berechnung rund 200 Milliarden Euro schweres Portfolio. Dessen Schrumpfung geht voran. Im Jahr 2016 reduzierte die EAA ihre Beteiligungen weiter. Vorstandschef Wargers bezifferte das Portfolio zum Jahresende auf rund 53 Milliarden Euro. Die EAA konnte damit rund drei Viertel des zwischen 2009 und 2012 von der WestLB übernommenen Portfolios abbauen.

Natürlich könnte die EAA schon morgen die Arbeit einstellen, wenn sie alle Beteiligungen zu Spottpreisen auf den Markt werfen würde. Das widerspräche jedoch dem Ziel, das Portfolio mit möglichst geringen Verlusten für das Land und die Sparkassen zu verkaufen. Diese tragen als ehemalige WestLB-Eigner die Hauptlast der Zerschlagung, nachdem sich die einstmals größte Landesbank in der Finanzkrise heillos verzockt hatte. Fünf Milliarden Euro mussten sie 2008 in einer Rettungsaktion bereitstellen. EAA-Chef Wargers ist stolz, dass diese Garantien bislang nicht gebraucht wurden.

Tatsächlich hat die EAA 2016 sogar einen Mini-Gewinn gemacht; der Überschuss belief sich auf 10 Millionen Euro. „Die EAA schloss das fünfte Geschäftsjahr in Folge mit schwarzen Zahlen“, verkündete Wargers. „Das ist längst keine Selbstverständlichkeit, da mit dem fortschreitenden Portfolioabbau auch die Ertragsbasis der EAA geringer wird.“ Heißt: Je weniger Titel in den Büchern stehen, desto geringer sind die Einnahmen etwa aus Zinsen und Dividenden.

Unterstützend wirkten laut Wargers die Schadenersatzzahlung einer großen US-Bank im „hohen zweistellen Millionen-Bereich“. Rund zehn weitere Klagen gegen US-Banken, unter anderem wegen fehlerhafter Beratung der früheren WestLB, liefen noch. Obendrein konnten die Personalkosten gesenkt werden. Die schrumpfende EAA benötigt immer weniger Mitarbeiter, zuletzt noch 178. Weiteres Geld soll der anstehende Verkauf einer irischen Pfandbriefbank bringen.

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