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Adam Farkas Vom Bankenverband zur Finanzmarktlobby: Farkas' Wechsel stößt auf Kritik

Der Ungar Adam Farkas hatte sich vergeblich um den Chefposten bei der europäischen Bankenaufsichtsbörde Eba beworben. Jetzt wird er Geschäftsführer beim Lobbyverband Afme.
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Sein Wechsel zu einem Lobby-Verband stößt auf Kritik. Schließlich verfügt der Ungar über beste Kontakte und Insiderwissen. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Adam Farkas

Sein Wechsel zu einem Lobby-Verband stößt auf Kritik. Schließlich verfügt der Ungar über beste Kontakte und Insiderwissen.

(Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt)

Frankfurt Der Exekutivdirektor der Europäischen Bankenaufsicht Eba, Adam Farkas, wird Finanzmarktlobbyist. Ab Februar 2020 soll Farkas die mächtige Association for Financial Markets in Europe (Afme) als Geschäftsführer leiten, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Für die Eba nimmt Farkas bis Ende Oktober nur noch organisatorische Aufgaben wahr.

Der Ungar hatte sich vergeblich um den Chefposten bei der Eba mit Sitz in Paris bemüht, der dann an den Spanier José Manuel Campa ging. Schon als erste Gerüchte über den Jobwechsel Farkas auftauchten, gab es deutliche Kritik. Schließlich sichert sich die Afme mit dem 51-Jährigen einen Experten, der über umfassendes Insiderwissen und ein hochrangiges Netzwerk in alle EU-Aufsichtsbehörden verfügt.

Farkas war seit 2011 operativer Chef der Eba, die die Arbeit aller Bankenaufseher in der EU koordiniert. „Wir hoffen, dass ein so hochrangiger Wechsel dieser Art selbstverständlich verboten wird“, schrieb die Nichtregierungsorganisation Finance Watch im Vorfeld. Sie fordert eine Abkühlungsphase von zwei bis fünf Jahren.

Der Rat der Aufseher, oberstes Beschlussorgan der Eba, genehmigte Farkas‘ Wechsel, wenngleich unter Auflagen. Sie betreffen Kontakte zur Eba sowie Themen, die er in der Behörde betreute: Zwei Jahre darf er bei der Eba nicht als Lobbyist auflaufen oder Kontakt zu deren Mitarbeitern pflegen. Für 18 Monate ist ihm jede – auch beratende – Beteiligung an Lobby-Aktivitäten zu Themen verboten, die mit seiner Eba-Arbeit in den letzten drei Jahren zu tun hatten.

Das lässt sich schwer überprüfen. Der Europaparlamentarier Sven Giegold (Grüne) hält die Auflagen für einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Entscheidend sei, dass Farkas‘ Wissen an die Bankenlobby übergehe. Finance Watch zeigte sich „enttäuscht“ und forderte Informationen darüber, wie die Interessenkonflikte geprüft wurden, ob es eine Liste mit den Dossiers gebe, über die Farkas nicht reden dürfe, und wie die Eba das kontrolliere.

Mehr: Das Baseler Abkommen ist eine Gefahr für die Konjunktur. Die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken ist durch zu starke Auflagen gefährdet.

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