Afrika, Lateinamerika und Naher Osten Deutsche Bank will mehr Exporte in Schwellenländer finanzieren

Vielen Banken haben sich aus der Finanzierung von Exporten in Schwellenländer zurückgezogen. Die Deutsche Bank will in die Bresche springen – und zielt damit vor allem auf die Konkurrenz von der Commerzbank.
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Schwellenländer versprechen hohe Wachstumsraten. Die Bank will mitverdienen. Quelle: dpa
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Schwellenländer versprechen hohe Wachstumsraten. Die Bank will mitverdienen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Bank setzt in der Handelsfinanzierung stärker auf Exporte in Schwellenländer in Afrika, Lateinamerika oder dem Nahen Osten. „Viele unserer Wettbewerber haben sich aus der Finanzierung in diesen Regionen zurückgezogen“, sagte der Leiter des Bereichs, Daniel Schmand, am Mittwoch in Frankfurt. Vor allem kleinere Unternehmen hätten es immer schwerer, eine Finanzierung für Geschäfte in Entwicklungsländern, aber auch in Asien oder Osteuropa zu bekommen.

Die Deutsche Bank wolle in die Bresche springen: „Wir wollen nicht in eine Situation kommen, wo Unternehmen Handelsgeschäfte mit diesen Regionen nicht mehr finanzieren und abwickeln können, weil es keine Banken mehr gibt, die dazu bereit sind“, sagte Schmand.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Das Institut wolle seinen zweistelligen Marktanteil in dem Bereich sukzessive ausbauen, sagte Schmand. Die Deutsche Bank zielt damit vor allem auf die Commerzbank. Sie gilt in Deutschland bei der Exportfinanzierung als führend, hat ihr umfangreiches Netz von Korrespondenz-Banken im Ausland zuletzt allerdings ausgedünnt. Als weitere Konkurrenten nannte Schmand BNP Paribas, HSBC und Citi.

Die Deutsche Bank werde dafür in diesen Ländern innerhalb von drei Jahren 20 bis 30 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag soll in die Informationstechnik investiert werden. Dabei gehe es vor allem um die Risikosteuerung und die Verwaltung von Sicherheiten.

  • rtr
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