Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Aktie fällt auf Rekordtief Deutsche Bank wehrt sich gegen heikle Vorwürfe um Trump-Zahlungen

Nach neuen Vorwürfen aus den USA und einem negativen Analystenurteil trennen sich Investoren von Aktien der Deutschen Bank.
Kommentieren
Hat das Kreditinstitut den Behörden verdächtige Zahlungen von Firmen des US-Präsidenten Donald Trump sowie seines Schwiegersohns Jared Kushner verschwiegen? Quelle: Reuters
Zentrale der Deutschen Bank

Hat das Kreditinstitut den Behörden verdächtige Zahlungen von Firmen des US-Präsidenten Donald Trump sowie seines Schwiegersohns Jared Kushner verschwiegen?

(Foto: Reuters)

Frankfurt, New YorkKurz vor der wichtigen Hauptversammlung am Donnerstag werfen neue Hiobsbotschaften die Deutsche Bank zurück. In den USA gibt es Vorwürfe, das Kreditinstitut habe den Behörden verdächtige Zahlungen von Firmen des US-Präsidenten Donald Trump sowie seines Schwiegersohns Jared Kushner verschwiegen. Außerdem senkten die Analysten der Schweizer Großbank UBS den Daumen und rieten wegen schlechter Ertragsprognosen zum Verkauf der Aktie.

Der Kurs rutschte daraufhin mehr als zwei Prozent ins Minus. Zeitweise kostete die Aktie nur noch 6,60 Euro. So billig waren Anteilsscheine des größten deutschen Kreditinstituts noch nie. Der Börsenwert der Bank liegt aktuell bei weniger als 14 Milliarden Euro. Er beträgt damit rund 21 Prozent des Buchwerts, also des Werts des Eigenkapitals. Zum Vergleich: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis der französischen Großbank BNP Paribas liegt bei etwa 53 Prozent.

Für Aufsehen sorgte am Montag ein Bericht der „New York Times“, in dem frühere und aktuelle Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen die Bank erhoben. Fünf Spezialisten der Anti-Geldwäsche-Abteilung der Bank gaben an, sie hätten 2016 und 2017 einige Transaktionen von Firmen von US-Präsident Trump und seinem Schwiegersohn Kushner als verdächtig eingestuft und sie der Finanzaufsicht melden wollen. Führungskräfte hätten dies aber abgelehnt.

Der Präsident und seine Familie zählen zu den prominentesten Kunden des Geldhauses. Eine der Ex-Mitarbeiterinnen, Tammy McFadden, ging sogar mit vollem Namen an die Öffentlichkeit. McFadden wirft der Bank vor, sie sei im vergangenen Jahr entlassen worden, nachdem sie Bedenken über den Umgang mit den verdächtigen Transaktionen angemeldet habe.

Bank bestreitet Vorwürfe

Die Mitarbeiterin hat sich nach eigenen Angaben in der Sache an die Behörden gewandt. Die Bank wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Wir haben in den letzten Jahren das Personal für den Kampf gegen Finanzkriminalität aufgestockt und unsere Kontrollen verstärkt“, sagte ein Sprecher. Das Institut nehme die Anti-Geldwäsche-Vorschriften und die Regeln zum Bankgeheimnis „sehr ernst“.

Die Bank wies auch den Vorwurf zurück, kritische Mitarbeiter aus dem Institut gedrängt zu haben. Es sei „kategorisch falsch“, „dass jemand versetzt oder entlassen wurde, um Bedenken in Bezug auf einen Kunden zu unterdrücken“. Bei der Geldwäsche-Überwachung kommt es immer wieder vor, dass Kontrollsysteme Warnmeldungen ausgeben, die betroffenen Transaktionen bei näherer Untersuchung dann aber als unverdächtig eingestuft werden.

Es ist also möglich, dass es sich bei den Fällen, auf die sich die „New York Times“ bezieht, um falschen Alarm handelte. Möglich ist auch, dass es zumindest Auslegungs- oder Abwägungssache war. Die zuständigen Behörden dürften sich nun von den verdächtigen Transaktionen ein eigenes Bild machen wollen.

Für die Bank sind die Vorwürfe, um die es geht, heikel. Das Institut hat sich schon viel Ärger mit den Regulierungsbehörden eingehandelt, weil seine Kontrollsysteme, gerade auch im Kampf gegen Geldwäsche, als verbesserungsbedürftig gelten. Die Finanzaufsicht Bafin schickte dem Institut deshalb im vergangenen Herbst sogar einen Sonderbeauftragten ins Haus.

Auch bei der Aufarbeitung des Geldwäscheskandals bei der Danske Bank steht die Frage im Raum, warum die Deutsche Bank so lange verdächtige Transaktionen der estnischen Danske-Filiale weiterleitete, ohne dass ihre Systeme Alarm schlugen. US-Präsident Trump lobte seine Hausbank indes via Twitter. „Die Deutsche Bank war sehr gut und hochprofessionell im Umgang – und wenn es irgendeinen Grund gegeben hätte, dass ich sie nicht mag, dann hätte es jede Menge Geld und Banken gegeben, aus denen ich hätte auswählen können. Sie wären sehr froh gewesen, mein Geld zu nehmen. FAKE NEWS!“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst. Banken hätten ihm immer zur Verfügung gestanden.

Die Vorwürfe der US-Zeitung waren nicht der einzige Belastungsfaktor für die Aktie: Auch eine Analystenstudie der UBS schreckte Anleger auf. Die Analysten senkten ihr Anlageurteil für die Deutsche Bank auf „verkaufen“. Sie begründeten das mit den Ertragsaussichten.

„Wir rechnen nicht damit, dass sich die operativen Bedingungen in absehbarer Zeit verbessern“, heißt es in der Studie. Die UBS senkte ihre Prognose für den von 2020 bis 2022 erwarteten Gewinn je Aktie um 25 Prozent, 18 Prozent sowie zwölf Prozent. Die UBS steht mit ihrem kritischen Urteil nicht allein da: 19 von 32 Analysten raten bei der Deutschen Bank aktuell zum Verkauf.

Mehr: Deutsche-Bank-Mitarbeiter sollen auffällige Transaktionen von Donald Trump gemeldet haben. Doch ihre Führungskräfte waren offenbar dagegen, diese Aktivitäten an die Finanzüberwachung der USA zu melden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Aktie fällt auf Rekordtief - Deutsche Bank wehrt sich gegen heikle Vorwürfe um Trump-Zahlungen

0 Kommentare zu "Aktie fällt auf Rekordtief: Deutsche Bank wehrt sich gegen heikle Vorwürfe um Trump-Zahlungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote