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Aktivistischer Investor Ed Bramson gegen Jes Staley – Wie der Machtkampf bei Barclays eskaliert

Die Barclays-Führung verweigert dem aktivistischen Investor Ed Bramson einen Sitz im Verwaltungsrat. Jetzt will er seine Mitsprache erzwingen.
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Bramson gegen Staley: Machtkampf bei der Barclays Bank eskaliert Quelle: Reuters
Filiale von Barclays in London

Der Barclays-Chef und sein Großinvestor aus den USA streiten über die Rolle der Investmentbanksparte.

(Foto: Reuters)

LondonNeun Monate nach seinem Einstieg bei Barclays verliert der aktivistische Investor Ed Bramson offenbar die Geduld. In einem Anlegerbrief kündigte er an, dass er einen Sitz im Verwaltungsrat der britischen Großbank für sich durchsetzen wolle. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor. Zuerst hatten der Finanzdienst Bloomberg und die „Financial Times“ darüber berichtet.

„Wenn wir Fortschritte bei unseren Anliegen machen wollen, erscheint es zunehmend wahrscheinlich, dass wir eine Aktionärsabstimmung brauchen, um die Zusammensetzung des Verwaltungsrats zu ändern“, schrieb Bramson an die Investoren seiner Private-Equity-Firma Sherborne Investors. Die Abstimmung könne bei der Jahreshauptversammlung im Mai oder bei einer außergewöhnlichen Hauptversammlung zu einem anderen Termin erfolgen.

Der New Yorker hält seit dem vergangenen März mehr als fünf Prozent der Barclays-Anteile. Die Drohung mit einer Anleger-Abstimmung ist eine Kampfansage an den Vorstand. Es ist auch das erste Mal, dass Bramson seine Kritik in einem größeren Forum äußert. Bisher war der gebürtige Brite auffällig still geblieben. Er hatte nur hinter den Kulissen Gespräche mit Barclays-Chef Jes Staley und anderen Investoren geführt.

Im September hatte die Barclays-Führung Bramsons schriftliche Forderung nach einem Verwaltungsratssitz abgelehnt. Ihm sei mitgeteilt worden, seine Präsenz werde nicht "gebraucht", schrieb Bramson nun an seine Anleger. Damit will er sich offenbar nicht zufriedengeben. Es ist jedoch unklar, wie viel Rückhalt Bramson bei den anderen Anlegern genießt.

Enttäuschende Kursentwicklung

Mit der Kursentwicklung jedenfalls können die Aktionäre nicht zufrieden sein: Das Barclays-Papier hat im vergangenen Jahr 23 Prozent an Wert verloren. Seit Bramsons Einstieg vor neun Monaten ist es weiter bergab gegangen. Bramson sieht die Schuld vor allem bei der Investmentbanksparte, weil sie die Gesamtrendite des Unternehmens drückt. Damit stellt er den Kurs von Staley in Frage, der weiterhin mit den großen Wall-Street-Banken konkurrieren will.

Die jüngsten Quartalszahlen im Oktober schienen Staley zu bestätigen: Das Handelsgeschäft konnte deutliche Zuwächse verbuchen. Die Eigenkapitalrendite der Investmentbank blieb mit sieben Prozent allerdings schwach - und deutlich unter der 18-Prozent-Rendite des Privatkundengeschäfts.

Bramson bleibt daher skeptisch. Die Investmentbank sei eine „Black Box mit zu viel Leverage“, schrieb er in dem Anlegerbrief. Dies schrecke viele Anleger ab, trotz des außergewöhnlich günstigen Kurses bei Barclays einzusteigen. Die Investmentbank in ihrer derzeitigen Form zerstöre "Shareholder Value". Statt immer mehr Kapital in diesem weniger profitablen Geschäftsbereich einzusetzen, um den Ertrag zu steigern, wäre es besser, die Strategie zu überdenken, schrieb Bramson.

Der New Yorker hat jedoch noch keine eigene Alternativstrategie vorgelegt. Aus Staleys Sicht wäre es ein großer Fehler, die Investmentbank zu schrumpfen, weil dann die Erträge wegbrechen würden. Als abschreckendes Beispiel wird bei Barclays die Deutsche Bank genannt.

Auf den designierten Barclays-Verwaltungsratschef Nigel Higgins kommt also gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine heikle Aufgabe zu. Der Rothschild-Veteran soll auf der Hauptversammlung im Mai gewählt werden. Er findet sich dann gleich mitten im Machtkampf zwischen Staley und Bramson wieder.

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