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Allianz Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Allianz achten

Am Freitagmorgen präsentiert die Allianz ihre Zahlen für das erste Halbjahr. Ein weiterer Milliardengewinn steht dabei in Aussicht. Spannend wird die Integration einer neuen Tochter.
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Der Vorstandsvorsitzende bei der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns im Mai. Quelle: dpa
Oliver Bäte

Der Vorstandsvorsitzende bei der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns im Mai.

(Foto: dpa)

München Allianz-Chef Oliver Bäte lässt seine Follower in den sozialen Netzwerken gerne an seinem abwechslungsreichen Arbeitsleben teilnehmen. Ein Treffen mit dem chinesischen Botschafter in der Münchener Zentrale, eine Geschäftsreise nach New York oder ein internes Strategiemeeting, bei dem die Teilnehmer offenbar reichlich Spaß hatten, waren da zuletzt zu sehen. Der Umbau des Versicherungskonzerns geht also in großen Schritten voran, so das Signal nach außen.

Tatsächlich ist in den Monaten von April bis Juni auf internationaler wie auf strategischer Ebene viel passiert. Ende Mai meldete der Versicherer in Großbritannien gleich doppelten Vollzug. Für 274 Millionen Euro übernahm der Konzern dort die Sachversicherungssparte von Legal & General (L&G). Gleichzeitig flossen 654 Millionen Euro für die restlichen 51 Prozent am Sachversicherer Liverpool Victoria.

Wenn der Finanzvorstand am Freitagmorgen ab 8.30 Uhr per Telefon-Call die neuesten Zahlen für das erste Halbjahr der Öffentlichkeit vorstellt, dann sollten Anleger auf diese fünf Punkte achten.

1. Der Gewinn

Im Schnitt rechnen Analysten bei Europas größtem Versicherer mit 3,026 Milliarden Euro an operativem Gewinn. Zu berechenbar verlief das Geschäft angesichts nur weniger Großschäden in den vergangenen Monaten, als dass es zu Überraschungen kommen könnte wie bei anderen Dax-Konzern im abgelaufenen Quartal. Zu sehr diversifiziert ist auch die Anlagestrategie, mit der die Allianz der wohl noch Jahre anhaltenden Niedrigzinsphase trotzen will.

Vermehrt floss Geld in alternative Investments wie Energieparks, Leitungsnetze oder Straßenabschnitte. Im ersten Quartal hatte der Konzern damit den Gewinn um 7,5 Prozent steigern können. Drei Milliarden Euro sprangen in der Zeit von Januar bis März heraus. Dass es per einfachem Dreisatz nach sechs Monaten dann sechs Milliarden Euro sein könnten, ist somit durchaus denkbar aus Sicht der Experten. Bei der Jahresprognose von 11,5 Milliarden Euro plus oder minus 500 Millionen Euro wäre man so voll im Plan.

2. Die Strategie

Wie kleine Jungs haben sich Vorstandschef Oliver Bäte und sein Kollege Christof Mascher kürzlich bei einem Strategietreffen vor Lachen gekringelt, als ein Kollege dort Beispiele für besonders absurde Prozesse vorstellte, die es bei der Allianz noch immer gibt. Er hoffe, dass man schon in naher Zukunft darüber lachen könne, wie komplex man einst war, kommentierte Bäte das Bild.

Die große Linie hin zu einfacheren Produkten ist somit klar. Ebenso spannend dürften neue Details zum geplanten Online-Versicherer namens Allianz Direkt sein. Der soll im November bereits starten.

Intern wird die neue Tochter nicht überall willkommen geheißen. Gerade aus dem traditionell starken Vertrieb befürchten viele eine Konkurrenz für ihr Geschäft. Das Management dementiert das indes heftig und sieht keinerlei Überschneidungen zwischen den stationären Vertrieb und dem neuen Online-Kanal. Dessen Einführung wird das spannendste interne Projekt in den kommenden Monaten sein.

3. Die Zukäufe

Nach der Übernahme der Sachversicherungssparte von Legal & General sowie der restlichen Anteile an Sachversicherer Liverpool Victoria ist die Allianz in Großbritannien nun die Nummer zwei hinter Marktführer Prudential. Weitere regionale Übernahmen zur besseren Markterschließung dürften deshalb künftig woanders stattfinden.

Gerüchte dazu gab es zuletzt einige. In Brasilien hatte der zweitgrößte Versicherer Sul America Anfang Juli in einer Pflichtmitteilung bekannt gegeben, dass man ein Angebot der Allianz für die Sach- und Unfallversicherung sowie für den Kfz-Bereich erhalten habe. Es wäre der Vorstoß in eine Region, in der die Münchener bisher noch nicht allzu stark vertreten sind.

Am Kaufpreis, der im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen dürfte, sollte der Deal nicht scheitern. Intern geht es eher darum, ob sich die Summe mit dem selbst auferlegten Renditeziel verträgt. Danach soll das Ergebnis je Aktie jedes Jahr im Schnitt um fünf Prozent steigen.

4. Die Lebensversicherung

Der Bereich profitiert derzeit von mehreren Entwicklungen gleichzeitig. Zum einen hatte der Konzern schon früh sein Angebot in die entsprechenden Bahnen gelenkt: weg vom klassischen Garantiezins hin zu flexiblen Produkten ohne Garantie, aber höheren Renditechancen. Das gibt mehr Freiheit bei der Geldanlage. Seither kommen mehr als 90 Prozent der Neuabschlüsse in Deutschland aus diesem Bereich.

Im internationalen Vergleich ist die Zahl etwas niedriger, aber immer noch über dem Durchschnitt der Wettbewerber. Zugute kommt dem Versicherer, dass die anderweitig erzielbaren Renditen weiterhin so niedrig sind, dass die 2,9 Prozent, die die Allianz für das laufende Jahr für Produkte ohne Garantiezins versprochen hat, vielen Anlegern attraktiv erscheinen. Interessant dürfte sein, wie viele Kunden eine Lebensversicherung zuletzt gerade deswegen abgeschlossen haben.

5. Die Sachversicherung

Sie ragte im ersten Quartal mit einem Plus von 14,2 Prozent bei der Gewinnentwicklung heraus. Damit trug der Geschäftsbereich fast die Hälfte zum Gesamtgewinn bei. Auch der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten um mehr als sechs Prozent. Dieser Trend dürfte sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt haben. Gab es hier doch nur eine geringe Zahl an Großschäden weltweit.

Einen besonderen Blick sollten Anleger auch auf die Schaden-Kosten-Quote richten. Sie zeigt an, ob ein Versicherer mit seinen Produkten Geld verdient. Die Allianz hatte diese Quote in den ersten drei Monaten noch einmal um 1,1 Prozentpunkte auf sehr auskömmliche 93,7 Prozent reduziert. Viele Experten würden es bereits als Erfolg ansehen, wenn sich die Sachversicherung des Hauses auch nach einem halben Jahr weiter in diesem Bereich bewegen würde. Der Mittelwert der Analystenschätzungen liegt im Moment bei 94,0 Prozent.

Mehr: Geldregen für die Allianz – Santander zahlt knapp eine Milliarde Euro für Joint-Venture.

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