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Allianz Online-Versicherer Allianz Direct rüstet sich zum Preiskampf

Der neue Online-Versicherer Allianz Direct wird intern nicht überall willkommen geheißen. Spätestens im November soll er aber an den Start gehen.
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Mit ihren Plänen für einen Online-Versicherer ist die Allianz im Vergleich zur Branche sehr spät dran. Quelle: dpa
Allianz

Mit ihren Plänen für einen Online-Versicherer ist die Allianz im Vergleich zur Branche sehr spät dran.

(Foto: dpa)

München Ende November liefern sich die Versicherer jedes Jahr einen Preiskampf. Rechtzeitig zur Wechselsaison im wichtigen Kfz-Bereich soll der neue Online-Versicherer Allianz Direct starten.

Das bestätigte Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol bei der Präsentation des erneuten Milliardengewinns im zweiten Quartal. „Hier wollen wir etwas erreichen, was wir noch nie erreicht haben und etwas ganz Neues schaffen“, so der 47-jährige Italiener, der seit anderthalb Jahren das Finanzressort von Europas größtem Versicherer leitet.

Womöglich geht die Allianz-Tochter sogar schon im Oktober an den Start, Name und Geschäftsadresse sind bereits bekannt. Damit wäre die neue Einheit startklar, die ihren Sitz im angesagten Werksviertel am Münchener Ostbahnhof hat – dem ehemaligen Gelände des Kartoffelverarbeiters Pfanni.

Wer bis Ende November bei seinem bisherigen Versicherer kündigt, kann für Anfang des nächsten Jahres beim neuen Versicherer zu womöglich günstigeren Konditionen abschließen.

Damit der neue Online-Versicherer der Allianz in diesem aufwendig geführten Preiskampf mithalten kann, macht Finanzvorstand Terzariol keinen Druck bei den Renditeerwartungen. „Es ist normal, dass Allianz Direct in der Ausbauphase eine höhere Kostenquote hat“, drückt es Terzariol aus.

Aber man sei da, wo man zum aktuellen Zeitpunkt sein wolle: Nach dem Launch von Allianz Direct in Deutschland und den Niederlanden spätestens im November sollen im kommenden Jahr Italien und Spanien folgen.

In den ersten zwei bis drei Jahren dürfte die Schaden-Kosten-Quote bei 100 oder darüber liegen, so Terzariol. Je geringer die Quote ist, desto profitabler arbeitet ein Unternehmen. Bei einer Schaden-Kosten-Quote von mehr als 100 Prozent macht es Verlust.

Erst nach vier bis fünf Jahren soll es dann darunter gehen. „Natürlich wollen wir langfristig eine ganz andere Quote, wir können aber einen anfänglichen Verlust verkraften“ gibt Terzariol die Richtung vor. Sehr wichtig sei schließlich auch die Kundenzufriedenheit.

Mit ihren Plänen für einen Online-Versicherer ist die Allianz im Vergleich zur Branche sehr spät dran. Branchenführer Cosmos Direkt aus Saarbrücken, der zu Generali gehört, ist beispielsweise schon seit dem Jahr 1997 am Markt. Und auch die Huk aus Coburg, die mit Abstand Marktführer bei der Kfz-Versicherung in Deutschland ist, brachte schon im Jahr 2000 ihren Online-Ableger Huk24 an den Start.

Die Allianz startete zwar im Jahr 2005 die Online-Marke Allianz24, stellte diese allerdings vier Jahre später wegen des teils massiven Widerstands des mächtigen stationären Vertriebs wieder ein. Dieser fürchtete um sein Geschäft, wenn ein Teil der Kunden seine Verträge künftig im Internet abschließt und verwaltet.

Im Jahr 2010 startete dann Allsecur als Online-Marke für den Konzern. Die baute ihr Angebot zwar über die Jahre deutlich aus, der Erfolg blieb jedoch überschaubar. Auch weil die Vorbehalte in manchen Teilen des Hauses gegenüber einem Online-Kanal noch immer groß waren.

Mittlerweile ist dieses Thema jedoch auf oberster Ebene angesiedelt. Für Konzernchef Oliver Bäte ist Allianz Direct eines der Top-Projekte in diesem und im kommenden Jahr. Interner Widerstand ist zumindest nicht mehr offen zu vernehmen – auch weil die Konkurrenz in diesem Bereich mittlerweile große Erfolge erzielt. Die rund 750.000 Kunden der Allsecur sollen mit Start von Allianz Direct dorthin übertragen werden.

Mehr: Die Allianz übertrifft mit ihren Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten. Der Umbau des Sach- und Unfallgeschäftes ist in vollem Gange.

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