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Allianz und Provinzial Angst vor dem Ausverkauf

Lange lagen Fusionspläne bei den Sparkassenversicherern auf Eis. Nun bringt ein gemeinsamer Feind die Kontrahenten wieder an einen Tisch: Das Übernahmeangebot der Allianz ist abgeschmettert, aber viele Hürden bleiben.
Update: 12.12.2012 - 15:47 Uhr 3 Kommentare
Die Feuerwehr hilft der Provinzial gegen die Allianz: „Wir sind überrascht über eine mögliche Verkaufsabsicht der Eigentümer, die Provinzial Versicherung an einen privaten Investor zu verkaufen“, erklärt Dr. Jan Heinisch, Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW. Foto: Verband der Feuerwehren in NRW

Die Feuerwehr hilft der Provinzial gegen die Allianz: „Wir sind überrascht über eine mögliche Verkaufsabsicht der Eigentümer, die Provinzial Versicherung an einen privaten Investor zu verkaufen“, erklärt Dr. Jan Heinisch, Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW. Foto: Verband der Feuerwehren in NRW

Düsseldorf Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Das ist auch bei der Provinzial Nordwest so. Der Versicherer sollte an die Allianz verkauft werden. Doch davon halten die Brandexperten gar nichts. Das wäre nicht zum Wohle der Menschen in der Region, rufen sie.

Denn dann gäbe es wohl keine Hochstrahlrohre mehr, mit denen in den vergangenen Jahren alle Feuerwehren in Westfalen dank der Unterstützung des Versicherers ausgerüstet wurden. Oder Wärmebildkameras und mobile Rauchverschlüsse. Ganz zu schweigen von Info-Mobilen für Schul- und Stadtfeste, ein Unwetterfrühwarnsystem sowie zinsgünstige Darlehen für Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge. Von Zuschüssen zu Jugendzeltlagern und Jubiläen einmal ganz abgesehen.

Kurzum: „Ohne diese Förderungen, die dem Gemeinwohl zugutekommt, würde in vielen Fällen die Arbeit in den Feuerwehren leiden und damit für die Städte und Gemeinden als Träger der Feuerwehren eine nicht unerhebliche zusätzliche finanzielle Belastung bedeuten“, sagt Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Die Aktion der Feuerwehr ist die ungewöhnlichste Solidaritätsadresse für den mittelgroßen Versicherer aus Münster. Die Provinzial Nordwest war vergangene Woche in die Schlagzeilen geraten, weil der Allianz-Konzern an dem Unternehmen interessiert ist. Mehr als zwei Milliarden Euro würde der größte Versicherer Europas auf den Tisch legen, um den Sparkassen- und Landschaftsverbänden das Unternehmen abzukaufen.

Schon die Absicht brachte nicht nur die Region rund um Münster auf die Barrikaden, sondern auch andere Teilen der Republik. Überall dort, wo die Provinzial Nordwest tätig ist: Nicht nur in Westfalen agiert das Unternehmen, auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sind Provinzial-Vertreter aktiv. Wie aufgewühlt die Menschen waren, kam daher auch schnell in der Politik an. Die sorgte dann am Montag überraschend schnell für etwas Entspannung und bereitete eine schnelle Entscheidung heute in Kiel vor.

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3 Kommentare zu "Allianz und Provinzial: Angst vor dem Ausverkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest versteht der gemeine Leser bei diesem regional westfälischem Engagement jetzt besser, warum Provinzial etwa 30% über durchschnittlichem Marktpreisniveau liegt.

    Dabei sind Gelder für einen, wie gestern beschrieben, höchst kapriziösen Vorstand oder zur zusätzlichen Altersabsicherung aller Agenturinhaber in Höhe eines 1/20 des jeweilig gesamten Agenturbestandes pro Kalenderjahr Zugehörigkeit noch das mindeste ...

    In diesem Sinne Ihnen allen noch einen weiteren schönen frühwinterlichen Adventszeitarbeitstag.
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • 2. Seite, 2. Absatz:
    "Anteilseigner sind neben dem Kieler Verband die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband sowie der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband."
    Richtig ist, dass der Landschaftsverband Westfallen-Lippe und nicht der Rheinische Sparkassen- und Giroverband Anteilseigner der Provinzial NordWest ist.

  • Im Bild heißt es:
    "Der Vorstandschef des Sparkassenversicherers Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther. Ein Unbekannter hat ihn am Mittwoch in Münster attackiert. Der Manager wurde in ein Krankenhaus gebracht. "

    Einige Zeilen weiter dagegen:
    "Provinzial-Chef täuscht Angriff vor
    Verletzungen mit einem Schraubenzieher hat sich der Manager selbst zugefügt."

    Es wäre toll, wenn die Redaktion anerkennen würde, dass der Provonzial-Chef kein Unbekannter ist ...

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