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Allianz und Provinzial Angst vor dem Ausverkauf

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Der neue Chef in Düsseldorf kommt von der Allianz

Allianz: Gut geführt - gut gerüstet

Denn Tesarczyk kommt ausgerechnet von der Allianz, für die er seit 1982 gearbeitet hat. Er war seit 2000 bei der Allianz Versicherungs-AG Vorstandsmitglied für das Firmenkundengeschäft. Bereits seit Juli 1993 saß er in Allianz-Vorständen – in dem Konzern, der die Provinzial in Münster kaufen wollte, dürfte er also bestens vernetzt sein.

Ob dies eine gute Voraussetzung ist, nun politisch erwünschte Fusionsverhandlungen zu führen? So fragt man sich in Branchenkreisen – zumal er den kleineren Partner repräsentierte und das Unternehmen noch gar nicht kennt. Nach Düsseldorf war er ja außerdem unter der Voraussetzung gegangen, Chef zu werden. Das könnte schon Ende März Vergangenheit sein. Denn in einer fusionierten Provinzial würde die Chefrolle wohl einem Manager aus Münster oder Kiel zufallen.

Oder gibt es doch noch einen Spielverderber? Der westfälische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach könnte diese Rolle einnehmen, fürchten Branchenkenner. Er galt bisher als treibende Kraft für den Verkauf der Provinzial Nordwest, da er wegen zu erwartender Ertragsprobleme der Lebensversicherer Belastungen für die Sparkassen sieht.

Andererseits gilt er nach Informationen des Handelsblatt in der Sparkassenorganisation als jemand, der die Kräfte bündeln will. Sein Sprecher begrüßte die Initiative Krafts. An der Provinzial Nordwest sind die westfälischen Sparkassen und der kommunale Landschaftsverband mit je 40 Prozent beteiligt, 18 Prozent halten die Sparkassen in Schleswig-Holstein.

Die Provinzial Nordwest ist mit Beitragseinnahmen von rund drei Milliarden Euro der zweitgrößte Sparkassenversicherer. Nummer eins der Branche ist die Versicherungskammer Bayern. Zu den Branchengrößen gehört außerdem die SV Sparkassenversicherung in Stuttgart - ein Unternehmen, das zahlreiche Fusionen hinter sich hat und lange Zeit brauchte, um diese zu verarbeiten.

Gegen die Attacke des großen Konkurrenten aus München setzen die Sparkassenversicherer vor allem ihre Verankerung in der Region und ihr öffentliches Engagement. „Alle Regionen in Deutschland profitieren vom gesellschaftlichen Engagement der Sparkassen und öffentlichen Versicherer in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Sport und sozialen Projekten“, sagt der Verbandsvorsitzende der Öffentlichen Versicherer, Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl. Deshalb seien die Sparkassen und ihre Versicherer gerade für Kommunen und Regionen ein natürlicher Partner.

Die Gruppe der Öffentlichen Versicherer nimmt für sich in Anspruch, dass die Konzentration auf eine bestimmte Region detaillierte Kenntnisse über ihr jeweiliges Geschäftsgebiet und dessen Risikostruktur verschaffe. Mit fast 4.400 Geschäftsstellen und über 11.000 Mitarbeitern im Außendienst in Deutschland seien sie überall dort, wo auch ihre Kunden sind.

Aus dieser gelebten Nähe habe sich über Generationen großes Vertrauen und eine hohe Identifikation der Menschen mit „ihrem“ Versicherungsunternehmen entwickelt. Mit einem Beitragsvolumen von rund  18 Milliarden Euro im Jahr 2011 und einem Marktanteil von mehr als 10 Prozent sind die öffentlichen Versicherer die zweitgrößte Erstversicherungsgruppe am deutschen Markt.  Zusammen sind sie damit der größte Konkurrent des größten Versicherungskonzerns im Lande, der Allianz.

Finance Briefing
Was Sparkassenversicherer bringen
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3 Kommentare zu "Allianz und Provinzial: Angst vor dem Ausverkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest versteht der gemeine Leser bei diesem regional westfälischem Engagement jetzt besser, warum Provinzial etwa 30% über durchschnittlichem Marktpreisniveau liegt.

    Dabei sind Gelder für einen, wie gestern beschrieben, höchst kapriziösen Vorstand oder zur zusätzlichen Altersabsicherung aller Agenturinhaber in Höhe eines 1/20 des jeweilig gesamten Agenturbestandes pro Kalenderjahr Zugehörigkeit noch das mindeste ...

    In diesem Sinne Ihnen allen noch einen weiteren schönen frühwinterlichen Adventszeitarbeitstag.
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • 2. Seite, 2. Absatz:
    "Anteilseigner sind neben dem Kieler Verband die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband sowie der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband."
    Richtig ist, dass der Landschaftsverband Westfallen-Lippe und nicht der Rheinische Sparkassen- und Giroverband Anteilseigner der Provinzial NordWest ist.

  • Im Bild heißt es:
    "Der Vorstandschef des Sparkassenversicherers Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther. Ein Unbekannter hat ihn am Mittwoch in Münster attackiert. Der Manager wurde in ein Krankenhaus gebracht. "

    Einige Zeilen weiter dagegen:
    "Provinzial-Chef täuscht Angriff vor
    Verletzungen mit einem Schraubenzieher hat sich der Manager selbst zugefügt."

    Es wäre toll, wenn die Redaktion anerkennen würde, dass der Provonzial-Chef kein Unbekannter ist ...

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