Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Allianz und Provinzial Angst vor dem Ausverkauf

Seite 3 von 5:
Komplizierte Verhältnisse
Provinzial-Mitarbeiter protestieren in Kiel. Nachdem die Eigentümer der Provinzial-Versicherung Kaufpläne aus dem Konkurrenzlager bestätigt haben, hält die Unruhe unter den Beschäftigten an. Quelle: dpa

Provinzial-Mitarbeiter protestieren in Kiel. Nachdem die Eigentümer der Provinzial-Versicherung Kaufpläne aus dem Konkurrenzlager bestätigt haben, hält die Unruhe unter den Beschäftigten an.

(Foto: dpa)

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Verhandlungen mit der Allianz stets argwöhnisch verfolgt. Bei einem Erfolg hätte es zu einer neuen Diskussion über den Kauf von Sparkassen durch private Banken kommen können, sagte Verdi-Vorstand Beate Mensch dem Handelsblatt.

Doch einfach wird auch eine Fusion der beiden Provinzial-Versicherer nicht. Obwohl sie ähnlich heißen und gemeinsam unter der Marke „Provinzial“ werben, handelt es sich um zwei komplett unterschiedliche Unternehmen mit eigener Kultur, wie von beiden Seiten auch immer betont wird. Letztlich gehören beide Unternehmen den Sparkassen, die Eigentümerstruktur ist jedoch kompliziert. Auch kommunale Eigner sind über weitere Verbände beteiligt. Dies führt dazu, dass in beiden Unternehmen kein einzelner Eigentümer das Sagen hat. Gemeinsam sammeln die beiden mehr als fünf Milliarden Euro an Prämien im Jahr ein. Zusammen betrug der Konzernüberschuss im Jahre 2011 rund 200 Millionen Euro. Rund 5500 Leute arbeiten in beiden Unternehmen.

Dazu kommt: Die nun angekündigten Fusionsverhandlungen müsste der Chef des größeren Unternehmens, der Provinzial Nordwest, in die Hand nehmen. Das ist bisher Ulrich Rüther. Er selbst hat in Kiel als Manager eine Fusion innerhalb des Konzerns umgesetzt und weiß daher aus eigener Anschauung, welche Detailprobleme damit verbunden sind. Doch ob Rüther in Zukunft noch für diese Rolle zur Verfügung stehen wir, ist mehr als fragwürdig. Denn gerade erst wurde bekannt, dass er einen mutmaßlichen Angriff eines Unbekannten auf sich selbst nur vorgetäuscht hat.

Rüther war vergangenen Mittwoch nach einer vermeintlichen Attacke eines Vermummten kurz im Krankenhaus behandelt worden. Der Unbekannte soll ihm mit einem Schraubendreher in die Brust gestochen haben, hatte es geheißen. Nun muss sich Rüther selbst wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Zu Fragen nach Rüthers Zukunft äußert sich das Unternehmen nicht. Auch nicht zur Frage, wer die Fusionsverhandlungen führen könnte. In Münster ist Funkstille angesagt.

Aber auch der künftige Verhandlungspartner in Düsseldorf befindet sich in Unruhe. Derzeit wird die Provinzial Rheinland kommissarisch von Ludger Gooßens geführt. Ein neuer Vorstandsvorsitzender für die Rheinländer ist zwar bestellt, aber noch gar nicht an Bord. Walter Tesarczyk (59) soll im ersten Quartal 2013 in Düsseldorf antreten. Doch inzwischen knüpfen sich an seine Position viele Fragezeichen.

Finance Briefing
Der neue Chef in Düsseldorf kommt von der Allianz
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Allianz und Provinzial - Angst vor dem Ausverkauf

3 Kommentare zu "Allianz und Provinzial: Angst vor dem Ausverkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest versteht der gemeine Leser bei diesem regional westfälischem Engagement jetzt besser, warum Provinzial etwa 30% über durchschnittlichem Marktpreisniveau liegt.

    Dabei sind Gelder für einen, wie gestern beschrieben, höchst kapriziösen Vorstand oder zur zusätzlichen Altersabsicherung aller Agenturinhaber in Höhe eines 1/20 des jeweilig gesamten Agenturbestandes pro Kalenderjahr Zugehörigkeit noch das mindeste ...

    In diesem Sinne Ihnen allen noch einen weiteren schönen frühwinterlichen Adventszeitarbeitstag.
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • 2. Seite, 2. Absatz:
    "Anteilseigner sind neben dem Kieler Verband die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband sowie der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband."
    Richtig ist, dass der Landschaftsverband Westfallen-Lippe und nicht der Rheinische Sparkassen- und Giroverband Anteilseigner der Provinzial NordWest ist.

  • Im Bild heißt es:
    "Der Vorstandschef des Sparkassenversicherers Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther. Ein Unbekannter hat ihn am Mittwoch in Münster attackiert. Der Manager wurde in ein Krankenhaus gebracht. "

    Einige Zeilen weiter dagegen:
    "Provinzial-Chef täuscht Angriff vor
    Verletzungen mit einem Schraubenzieher hat sich der Manager selbst zugefügt."

    Es wäre toll, wenn die Redaktion anerkennen würde, dass der Provonzial-Chef kein Unbekannter ist ...

Serviceangebote