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Allianz und Provinzial Angst vor dem Ausverkauf

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Politik sorgt für Bewegung

Die Versicherung Provinzial Nordwest werde nicht an die Allianz verkauft, beschloss der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein am heutigen Mittwoch in Kiel. „Damit ist definitiv der Verkauf vom Tisch“, sagte der Präsident des Verbandes, Reinhard Boll.

Die Entscheidung sei mit den anderen Anteilseignern noch nicht besprochen worden, für einen Verkauf wäre aber ein einstimmiger Beschluss notwendig. Anteilseigner sind neben dem Kieler Verband die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband sowie der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband.

Zuvor hatte schon die Politik ein klares Signal gegen die Allianz gesendet. Am Sonntag hatten die SPD-Ministerpräsidenten der beteiligten Ländern am Rande des SPD-Parteitags kurz über das Thema Sparkassenversicherer beraten, wie es in Branchenkreisen heißt. In der Diskussion: Eine Fusion der beiden Sparkassenversicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland als Alternative zur Übernahme durch den Branchenriesen. Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, in deren Bundesland die beiden Versicherer ihren Hauptsitz haben, sollte die Führungsrolle übernehmen. Das tat sie auch – und wie.

Sie rang, wie das Handelsblatt schreibt, den beiden Sparkassenverbandschefs in Nordrhein-Westfalen sowie den Chefs der Landschaftsverbände das Versprechen ab, bis zum 31. März 2013 „über Möglichkeiten einer Fusion der beiden Provinzial-Versicherungsgesellschaften Nordwest und Rheinland zu verhandeln“. Bis dahin würden die Gespräche „mit anderen Interessenten“ ausgesetzt.

Was wegen Rivalitäten der Eigentümer lange auf Eis lag, hat nun plötzlich wieder eine Chance: Ein großer Sparkassenversicherer unter dem Dach der bekannten Marke Provinzial. In Branchenkreisen wir sogar spekuliert, dass die Allianz gezielt angesprochen wurde, nur um Bewegung in die festgefahrenen Fusionspläne zu bekommen.

Dass die Politik so schnell eingegriffen hat, kam nicht von ungefähr. In Münster und Kiel, den beiden Provinzial-Standorten, war in der vergangenen Woche ein wahrer Proteststurm losgebrochen. Die Arbeitnehmer sind tief verunsichert, unter anderem auch, weil sofort die Gefahr drastischer Stellenstreichungen an die Wand gemalt wurde. In Westfalen lassen sich die Fusionsgegner bereits viel einfallen, um die Bevölkerung gegen die Allianz zu mobilisieren.

Die Gewerkschaften unterstützen dies und erklärten kategorisch: „Die Betriebs- und Personalräte der Öffentlichen Versicherungsunternehmen in Deutschland sind entschieden gegen Verkäufe von Öffentlichen Versicherungsunternehmen an private Versicherer oder Investoren.“

Komplizierte Verhältnisse
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3 Kommentare zu "Allianz und Provinzial: Angst vor dem Ausverkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest versteht der gemeine Leser bei diesem regional westfälischem Engagement jetzt besser, warum Provinzial etwa 30% über durchschnittlichem Marktpreisniveau liegt.

    Dabei sind Gelder für einen, wie gestern beschrieben, höchst kapriziösen Vorstand oder zur zusätzlichen Altersabsicherung aller Agenturinhaber in Höhe eines 1/20 des jeweilig gesamten Agenturbestandes pro Kalenderjahr Zugehörigkeit noch das mindeste ...

    In diesem Sinne Ihnen allen noch einen weiteren schönen frühwinterlichen Adventszeitarbeitstag.
    _____________________________
    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • 2. Seite, 2. Absatz:
    "Anteilseigner sind neben dem Kieler Verband die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, der Rheinische Sparkassen- und Giroverband sowie der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband."
    Richtig ist, dass der Landschaftsverband Westfallen-Lippe und nicht der Rheinische Sparkassen- und Giroverband Anteilseigner der Provinzial NordWest ist.

  • Im Bild heißt es:
    "Der Vorstandschef des Sparkassenversicherers Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther. Ein Unbekannter hat ihn am Mittwoch in Münster attackiert. Der Manager wurde in ein Krankenhaus gebracht. "

    Einige Zeilen weiter dagegen:
    "Provinzial-Chef täuscht Angriff vor
    Verletzungen mit einem Schraubenzieher hat sich der Manager selbst zugefügt."

    Es wäre toll, wenn die Redaktion anerkennen würde, dass der Provonzial-Chef kein Unbekannter ist ...

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