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Analyse Warum der Gewinn der Commerzbank eingebrochen ist

Die Commerzbank hat im ersten Quartal auch wegen Sondereffekten deutlich weniger verdient. Im operativen Geschäft gibt es dagegen Fortschritte.
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Commerzbank: Warum der Gewinn eingebrochen ist Quelle: Bloomberg
Commerzbank

Die Fusionspläne mit der Deutschen Bank wurden ad acta gelegt – jetzt will Commerzbank-Chef Zielke beweisen, dass das Geldhaus seinen Weg auch allein gehen kann.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtDie Commerzbank hat am Mittwochmorgen über die Geschäfte in den ersten drei Monaten des Jahres berichtet. Sinkende Erträge und eine höhere Steuerlast brockten dem Geldhaus, einen Gewinneinbruch ein.

Nach den gescheiterten Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank muss sich Institut künftig allein beweisen: Im Herbst will die Bank bekanntgeben, mit welcher Ausrichtung sie in die Zukunft geht, kündigte Finanzchef Stephan Engels in einer Telefonkonferenz mit Analysten an. „Nach unseren üblichen strategischen Diskussionen werden wir Sie im Herbst zu einem Kapitalmarkttag einladen, um Ihnen zu erklären, wie wir unsere Strategie über 2020 hinaus weiterentwickeln wollen.“

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Der Gewinn ist um 54 Prozent eingebrochen auf 120 Millionen Euro. Zu dem starken Rückgang haben Sondereffekte jedoch maßgeblich beigetragen – allen voran eine deutlich höhere Steuerquote.
  • Das operative Ergebnis ging lediglich um sechs Prozent auf 244 Millionen Euro zurück.
  • Die um Sondereffekte bereinigten Erträge sanken im ersten Quartal um ein Prozent auf 2,19 Milliarden Euro.
  • Für das Gesamtjahr bekräftigte die Bank ihre bisherigen Ziele. Die bereinigten Erträge sollen leicht steigen, die Kosten auf unter 6,8 Milliarden Euro sinken.

Das fällt positiv auf

Wachstum im operativen Geschäft: Die bereinigten Erträge im Privat- und Firmenkundengeschäft sind im ersten Quartal leicht gestiegen. Das ist vor allem auf das Kundenwachstum in beiden Sparten zurückzuführen. „Durch unser Wachstum bei Kunden und Assets stärken wir unsere Ertragsbasis und wirken so den niedrigen Zinsen und dem Margenverfall entgegen“, sagte Vorstandschef Martin Zielke.

Das Privatkundensegment gewann im ersten Quartal 123.000 neue Kunden, wozu die Online-Tochter Comdirect überproportional beitrug. Das angepeilte Geschäftsvolumen (Assets under Control) stieg auf 402 Milliarden Euro. Sein Ziel für 2020, auf mehr als 400 Milliarden Euro zu kommen, hat Privatkundenchef Michael Mandel damit vorzeitig übererfüllt.

Und auch in der Firmenkundensparte, die sich in den vergangenen Jahren von der Ertragsperle zum Sorgenkind entwickelt hat, gibt es Fortschritte. Das Segment gewann seit Jahresbeginn rund 800 neue Firmenkunden. Und es hat seinen Gewinn zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder ausgebaut.

Das operative Ergebnis stieg um 23 Prozent auf 121 Millionen Euro. „Im wettbewerbsintensiven Firmenkundengeschäft haben wir im ersten Quartal gezeigt, was mit unserem Geschäftsmodell möglich ist“, sagte Finanzchef Stephan Engels. „Jetzt gilt es, die Fortschritte zu verstetigen.“

Das fällt negativ auf

Geringe Profitabilität: Unter dem Strich sind die Erträge und der Gewinn der Commerzbank im ersten Quartal gesunken. Die Eigenkapitalrendite sank in der Folge auf magere 1,9 Prozent. Von ihrem bereits nach unten revidierten Ziel, im kommenden Jahr eine Rendite von fünf bis sechs Prozent zu erreichen, ist die Commerzbank somit noch meilenweit entfernt.

Im ersten Quartal gab es jedoch eine Reihe von negativen Sondereffekten: Der Konzern musste 91 Millionen Euro Steuern zahlen nach fünf Millionen Euro im Vorjahresquartal. Zudem drückte die Sparte Equity Markets & Commodities, die an Société Générale verkauft und gerade peu à peu an die Franzosen übertragen wird, auf das Ergebnis. Darüber hinaus gab es unter dem Strich negative Absicherungs- und Bewertungseffekte in Höhe von 34 Millionen Euro.

Die Bank geht deshalb davon aus, dass sie in den kommenden Quartalen mehr Gewinn einfahren wird. Für das Gesamtjahr hat sie ein leicht höheres Konzernergebnis als im Vorjahr in Aussicht gestellt. 2018 fuhr das Institut einen Gewinn von 865 Millionen Euro ein, was einer Eigenkapitalrendite von 3,4 Prozent entsprach.

Was kommt

Umbau geht weiter, eine Übernahme ist denkbar: Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank will die Commerzbank versuchen, aus eigener Kraft in die Erfolgsspur zu finden. „Wir werden den aktuellen Rückenwind unserer Kunden nutzen und unsere Strategie weiter umsetzen“, sagte Vorstandschef Zielke. Durch den laufenden Umbau werde die Bank noch effizierter werden. „Und natürlich werden wir weiter konzentriert daran arbeiten, unsere Ertragskraft zu steigern.“ 

Zielke ist der Ansicht, dass sich die Commerzbank nicht völlig neu erfinden muss. Aber dennoch wird innerhalb des Instituts debattiert, welche strategischen Weichenstellungen es für die nächsten Jahre vornehmen muss. „Wir werden im Herbst, wenn der übliche Strategiezyklus ausläuft, prüfen, ob wir an der einen oder anderen Stelle noch einmal nachschärfen“, sagte Zielke kürzlich im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bafin-Chef Felix Hufeld forderte die Commerzbank und die Deutsche Bank am Dienstag auf, ihre Kosten auch ohne eine Fusion zu senken.

Zudem wird die Debatte, ob ein ausländisches Geldhaus die Commerzbank übernimmt, weitergehen. Grundsätzliches Interesse an einer Übernahme haben Finanzkreisen zufolge unter anderem die niederländische Großbank ING und die italienische Unicredit bekundet. Ob es tatsächlich dazu kommt, wird auch maßgeblich von der Bundesregierung abhängen. Diese ist nach der staatlichen Rettung der Commerzbank noch mit gut 15 Prozent an dem Institut beteiligt und damit größter Aktionär.

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  • Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und pflanzt sich von Ast zu Ast fort.

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