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Analyse zu Jahreszahlen der Großbank Barclays gute Ergebnisse stärken CEO Staley in Streit mit Großinvestor

Barclays kann einen satten Gewinn vermelden, vor allem die Investmentsparte gibt Bankchef Jes Staley Rückenwind. Den braucht er im Konflikt mit dem größten Investoren.
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Die britische Großbank kehrt trotz Markturbulenzen in die Gewinnzone zurück. Quelle: AFP
Barclays

Die britische Großbank kehrt trotz Markturbulenzen in die Gewinnzone zurück.

(Foto: AFP)

London Die britische Großbank Barclays ist 2018 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Für das abgelaufene Jahr meldete die Bank einen Gewinn von 1,4 Milliarden Pfund, nachdem sie 2017 noch einen Verlust von 1,9 Milliarden Pfund eingefahren hatte. Die Erträge blieben unverändert bei 21 Milliarden Pfund.

Der Gewinnsprung lag vor allem daran, dass die Bank weniger Strafzahlungen und Restrukturierungskosten verbuchen musste. Die größten historischen Altlasten habe man abgeräumt, sagte Bankchef Jes Staley bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag. Jetzt könne die Bank ihre geplante Strategie umsetzen.

Der um Sonderzahlungen bereinigte Vorsteuergewinn lag bei 3,5 Milliarden Pfund – unverändert gegenüber dem Vorjahr. Er lag leicht unter den Erwartungen der Analysten. Für Staley war das Ergebnis der Investmentsparte besonders wichtig. Hier stieg der Vorsteuergewinn um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund.

Auch im schwierigen vierten Quartal schnitt Barclays besser ab als die meisten Konkurrenten aus den USA und Europa. Während die Rivalen Verluste im zweistelligen Prozentbereich im Anleihenhandel hinnehmen mussten, ging der Umsatz bei Barclays nur um sechs Prozent zurück. Im Aktienhandel stiegen die Erträge sogar um 3,4 Prozent. Auch im M&A-Geschäft stiegen die Einnahmen um drei Prozent.

Die Ergebnisse der Investmentbank zeigen, dass seine Strategie funktioniere, sagte Staley zufrieden. Seit seinem Antritt im Jahr 2015 setzt der frühere JP-Morgan-Banker auf die Investmentbank. Er sieht Barclays in einer Liga mit den großen Wall-Street-Banken.

Die Zahlen geben Staley Rückendeckung im Kampf mit dem aktivistischen Investor Ed Bramson. Der New Yorker Hedgefondsmanager fordert seit seinem Einstieg vor einem Jahr, das in der Investmentbanksparte gebundene Kapital gewinnbringender einzusetzen. Mit einem Anteil von 5,5 Prozent ist Bramsons Firma Sherborne Investors der größte Anteilseigner an Barclays.

Bei der Hauptversammlung im Mai will Bramson sich von den Anlegern in den Verwaltungsrat wählen lassen, um den künftigen Kurs der Bank stärker mitzubestimmen. Die Barclays-Führung hatte seinen Wunsch im September abgelehnt. Nun versucht Bramson seinen Willen mit der Brechstange umzusetzen.

Die Bank hält an ihrem Nein fest. „Wir glauben nicht, dass er einen Sitz braucht, um mit dem Management zu reden“, bekräftigte Staley am Donnerstag. Er werde sich im März mit Bramson treffen und seine Vorschläge für die Bank anhören. Bisher kenne Staley die Vorschläge nicht.

Dabei hatte Bramson vor einigen Wochen in einem Brief an seine Anleger geschrieben, dass die Investmentbanksparte Shareholder Value vernichte. Sie sei eine „Blackbox mit zu viel Leverage“, hatte er kritisiert. Einen positiven Plan hatte er jedoch nicht vorgelegt.

Wie viel Unterstützung Bramson bei den anderen Barclays-Investoren genießt, ist unklar. Staley sagte, die Anleger wollten vor allem Stabilität in den Gremien und eine Umsetzung der Strategie. Doch der Investmentbankfokus ist umstritten – es bleiben genug Angriffsflächen. So war die Eigenkapitalrendite der Sparte im vierten Quartal mit -0,9 Prozent schon wieder negativ.

Staley und Finanzvorstand Tushar Morzaria verwiesen hingegen auf die Eigenkapitalrendite der Investmentbank im Gesamtjahr. Die betrug 7,1 Prozent – eine deutliche Verbesserung gegenüber den 2,2 Prozent im Vorjahr. Die liegt allerdings immer noch deutlich unter den 17 Prozent Eigenkapitalrendite, die das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Privatkunden abwirft. Es ist daher nicht zu erwarten, dass Bramson Ruhe geben wird.

Insgesamt stieg die Eigenkapitalrendite der Bank auf 8,5 Prozent – ein deutlicher Sprung von den 5,6 Prozent im Vorjahr. Staley bekräftigte das Ziel, sie dieses Jahr auf neun Prozent und 2020 auf zehn Prozent zu erhöhen.

Die Barclays-Aktie, die ähnlich wie die Deutsche-Bank-Aktie einen tiefen Fall hinter sich hat, stieg am Donnerstag um vier Prozent. Staley stimmte die Anleger milde, indem er eine schrittweise Erhöhung der Dividende und Aktienrückkäufe in Aussicht stellte. Zunächst allerdings bleibt die Dividende bei 6,5 Pence pro Aktie.

„Angesichts der Brexit-Unsicherheit in den nächsten Wochen ist es angezeigt, vorsichtig zu sein“, sagte Staley. Wie die britischen Konkurrenten Royal Bank of Scotland und HSBC legte auch Barclays 150 Millionen Pfund für mögliche Brexit-Kosten beiseite.

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