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Analysten erwarten deutlichen Gewinnanstieg Der Allianz-Konzern erntet erste Früchte seiner Sanierung

Der Allianz-Konzern, Europas größter Versicherer, steuert im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2005 auf Erholungskurs. Analysten erwarten eine weitere deutliche Verbesserung der Ertragslage. Im Konzern selbst heißt es, der Fokus liege 2005 auf einer weiteren Verzahnung zwischen den Bank- und Versicherungsaktivitäten.
  • Caspar Busse (Handelsblatt)

MÜNCHEN. Die Allianz will in den nächsten zwölf Monaten rund 300 000 ihrer Versicherungskunden auch für die Tochter Dresdner Bank gewinnen.

Konzernchef Michael Diekmann, der seit April 2003 an der Spitze der Allianz steht, kann damit die ersten Früchte seiner Sanierungsarbeit ernten. Der 50-Jährige hatte einen strikten Sparkurs eingeschlagen und alle Geschäftsbereiche auf die Verbesserung der Profitabilität eingeschworen. Einige nicht ertragreichen Regionalgesellschaften wurden abgestoßen. Die großen Verlustbringer des Konzerns sanierte er: die französische Tochter AGF, den US-Sachversicherer Fireman’s Fund, das Industriegeschäft AGR und die Dresdner Bank. Die Tochtergesellschaften werden nach Analystenschätzungen 2005 wieder deutliche Gewinne an die Konzernmutter in München abliefern.

Zudem sinkt im Konzern die Combined Ratio, also das Verhältnis von Schäden und Kosten zu Beiträgen, in nahezu allen Bereichen deutlich unter die wichtige Marke von 100 Prozent. Damit wird im klassischen Versicherungsgeschäft Geld verdient. Von Belastungen aus dem verheerenden Seebeben in Südasien blieb der Konzern zudem weitgehend verschont.

Gleichzeitig will Konzernchef Diekmann nun über die Landesgesellschaften hinweg Synergien heben. Mario Greco, Chef der Italien-Tochter RAS und ab April Mitglied des Konzernvorstands, kümmert sich weltweit um den Bereich Lebensversicherungen, Enrico Cucchiani, Chef von Lloyd Adriatico, um Sachversicherungen.

Analysten erwarten für 2005 einen weiteren Anstieg der Erträge, manche sogar nahezu eine Verdoppelung des Gewinns. Konrad Becker von Merck Finck beispielsweise rechnet mit 3,65 Mrd. Euro, die Analysten von Merrill Lynch sogar mit über vier Mrd. Euro. „Wir erwarten für 2005 und 2006 weiter steigende Ergebnisse“, schreiben auch die Experten von ING-BHF. Sie hoffen, dass dann auch die Allianz-Aktie, die 2004 enttäuscht hat, nachhaltig nach oben geht.

Für 2004 wollte Controlling-Vorstand Helmut Perlet bisher keine Gewinnprognose gegeben. Nach den ersten neun Monaten standen bereits über 1,8 Mrd. Euro zu Buche; 2003 hatte die Allianz einen Milliardenverlust verbucht. Detaillierte Zahlen über das abgelaufene Geschäftsjahr will der Konzern nach derzeitigem Stand erst Mitte März veröffentlichen. Analysten rechen mit über zwei Mrd. Euro Gewinn.

Insbesondere die Dresdner Bank, lange das Sorgenkind im Konzern, erholte sich zuletzt. 2005 sollen jetzt die Kapitalkosten verdient werden. Ob das Frankfurter Institut, das seit 2001 zur Allianz gehört, das schaffen wird, gilt in Expertenkreisen aber als fraglich. Denn für 2005 wird nicht mit einem deutlichen Anziehen der Bankenkonjunktur gerechnet. Auch auf einen Börsenboom deutet nichts hin. Problemkredite, die in einer eigenen Einheit mit dem Namen IRU gebündelt sind, baut die Dresdner Bank ab: Über den Verkauf eines Kreditportfolios von bis zu zwei Mrd. Euro wird derzeit verhandelt.

Nicht so positiv dürfte die weitere Entwicklung im Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland sein. Ab 2005 werden Lebensversicherungen in Deutschland erstmals besteuert. Nach einem Boom zum Jahresende, der offenbar selbst die positiven Erwartungen der Allianz übertroffen hat, hat die traditionelle Lebenspolice nun deutlich an Attraktivität eingebüßt. Die Branche und die Allianz arbeiten nun an neuen Produkten.

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