Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Andrea Orcel Chefwechsel bei der Banco Santander scheitert am Geld

Spaniens größte Bank zieht die Ernennung des Investmentbankers Andrea Orcel zum neuen CEO zurück, weil die Kosten für dessen ausstehenden Bonus bei der UBS zu hoch sind.
Kommentieren
Er wechselt nun doch nicht zur Banco Santander. Quelle: Reuters
Andrea Orcel

Er wechselt nun doch nicht zur Banco Santander.

(Foto: Reuters)

MadridEnde September überraschte Banco Santander mit der Ankündigung, der Investmentbanker Andrea Orcel werde neuer CEO der Bank. Am Dienstagabend stellte die Bank klar: Daraus wird doch nichts. Grund sind höher als zunächst angenommene Zahlungen für Gehaltsbestandteile, die die Schweizer Großbank UBS Orcel zugesichert, aber noch nicht gezahlt hat, etwa Aktienoptionen.

Bei einem Wechsel zu einem Konkurrenten müssen die Banken diese Vergütungen nach ihren Statuten in der Regel nicht auszahlen. Santander hat sich als Geschäftsbank aber nicht als Rivale, sondern als Kunde von UBS gesehen und deshalb darauf gesetzt, dass man sich die ausstehenden Zahlungen teilt. Orcel hat Santander in der Vergangenheit bei allen großen Deals und Kapitalerhöhungen beraten. Im Umfeld von Santander ist zu hören, UBS habe anders als erwartet keinen Anteil an den ausstehenden Zahlungen übernehmen wollen. Orcel ist seit 2012 in der Konzernleitung von UBS und seit 2014 Präsident des Investmentbanking-Geschäfts der UBS-Gruppe.

Die ausstehenden Zahlungen für seine Zeit bei UBS „wären unakzeptabel für eine Privat- und Geschäftsbank wie Santander eine ist“, erklärt die Bank in ihrer Mitteilung. „Das ist insbesondere so vor dem Hintergrund von Santanders Werten und der Verantwortung gegenüber den verschiedenen Stakeholdern und den Gesellschaften, in denen wir aktiv sind.“

Die spanische Wirtschaftszeitung Expansión schätzt auf Basis der Geschäftsberichte von UBS, dass Orcels ausstehender Bonus bei rund 50 Millionen Euro liegen würde. Santander wollte sich dazu nicht äußern.

Die hohen Banker-Boni und Gehälter haben in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt. Orcel, der zu den Stars in der Investmentbanking-Szene gehört, machte bereits kurz vor Ausbruch der Finanzkrise bei seinem damaligen Arbeitgeber Merrill Lynch mit einem Rekordsalär von rund 30 Millionen Euro von sich reden. Er erhielt es, als die Bank schon tiefrote Zahlen schrieb. Auch die UBS bezahlte im Jahr 2012 die für Schweizer Verhältnisse rekordverdächtige Ablöse von 25 Millionen Franken für den Italiener.

Einen neuen CEO wird Santander sich nicht suchen: Der bisherige Amtsinhaber José Antonio Álvarez bleibt auf dem Posten und behält zudem die Stelle des Vizepräsidenten der Bank, die ihm Santander bei der Ernennung von Orcel zugedacht hatte. Zunächst war geplant, dass Álvarez ab März Chef des Spanien-Geschäfts werden sollte, weil der aktuelle Spanien-Chef in den Ruhestand geht. Santander sucht sich nun für den Heimatmarkt einen neuen Leiter.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Andrea Orcel - Chefwechsel bei der Banco Santander scheitert am Geld

0 Kommentare zu "Andrea Orcel: Chefwechsel bei der Banco Santander scheitert am Geld"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.