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Andrea Orcel Starbanker will Banco Santander offenbar auf 100 Millionen Euro Schadensersatz verklagen

Santander-Chefin Ana Botín machte den CEO-Vertrag mit dem ehemaligen UBS-Investmentbanker wieder rückgängig. Der bittet die Bank nun deshalb zu Kasse.
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Der Investment-Banker verlangt die Erfüllung seines Vertrags bei Santander oder „etwas mehr als 100 Millionen Euro“. Quelle: Reuters
Andrea Orcel

Der Investment-Banker verlangt die Erfüllung seines Vertrags bei Santander oder „etwas mehr als 100 Millionen Euro“.

(Foto: Reuters)

Madrid, Zürich Der Versuch, den Investmentbank-Star Andrea Orcel als neuen CEO zu verpflichten, kommt der spanischen Großbank Santander womöglich teuer zu stehen. Laut Medienberichten plant Orcel, Santander auf 100 Millionen Euro Schadensersatz zu verklagen, weil die Bank ihn im vergangenen September zunächst zum neuen CEO bestimmt, die Ernennung aber im Januar noch vor seinem Amtsantritt wieder rückgängig gemacht habe.

Die spanische Online-Zeitung El Confidencial hatte zuerst über die geplante Klage berichtet. Demnach fordert Orcel die Erfüllung seines Vertrags bei Santander oder „etwas mehr als 100 Millionen Euro“, die sich aus nicht gezahlten Boni seines früheren Arbeitgebers UBS und dem Gehalt, das Orcel bei Santander bekommen hätte, zusammensetzten.

Kommt es tatsächlich dazu, dass Santander Orcel eine hohe Millionensumme zahlen muss, wäre die Blamage für die Spanier perfekt: Santander-Chefin Ana Botín hatte die Absage an Orcel damit begründet, dass sie sich nicht mit UBS darauf einigen konnte, dass die Schweizer einen Teil der rund 50 Millionen Euro ausstehenden Boni und Aktienansprüche zahlen, die Orcel bei ihnen angehäuft hatte. Botín war davon ausgegangen, dass einen Teil Santander übernimmt, einen anderen Teil aber UBS. Doch die Schweizer machten dabei nicht mit. Sie waren dazu auch nicht verpflichtet, denn die Ansprüche verfallen, wenn ein Banker zur Konkurrenz wechselt.

Der 56-jährige Orcel steht nun ohne Job da. Allein seine Aktienansprüche an UBS liegen bei 20 Millionen Euro, dazu kommt ein verzögerter Bonus aus einem Anleiheprogramm in einer ähnlichen Größenordnung sowie weitere Beihilfen. Bis zu sieben Jahre muss sich Orcel bis zur letzten Auszahlung gedulden. Erst dann kann er ohne Einbußen bei einem Konkurrenten anheuern. Die UBS und Santander wollten zu den Berichten keine Stellung nehmen.

Botín begründete ihren Sinneswandel damals damit, die Übernahme von Orcels Ansprüchen an UBS „wären inakzeptabel für eine Privat- und Geschäftsbank wie Santander eine ist“. Eine mögliche Einigung auf einen Schadensersatz in Millionenhöhe würde für Santander neben dem bereits erlittenen Reputationsschaden auch noch einen finanziellen Schaden bedeuten.

Die Financial Times berichtet, dass Orcel die Klage erst einreichen werde, nachdem Santander Gelegenheit hatte, dazu Stellung zu nehmen. Dass er klagen wird, hatte er in einem Interview bereits angekündigt. Neu ist die Höhe seiner Forderungen, die sowohl in der Schweiz als auch in Madrid überrascht.

Doch das Geld war womöglich nicht der einzige Grund, weshalb seine Berufung scheiterte. In Santander-Kreisen war zu hören, Orcel habe nach seiner Nominierung in Treffen bei Santander dick aufgetragen. Mehrere spanische Manager hätten sich gefragt, ob er sich damit zufriedengeben würde, als CEO die Nummer zwei hinter der Verwaltungsratschefin Botín zu sein, die auch eine exekutive Rolle ausübt.

Mehr: Die spanische Großbank Santander hatte zuletzt für fast eine Milliarde Euro das Vertriebs-Joint-Venture des deutschen Versicherungskonzerns Allianz gekauft.

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