Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Angaben aus Branchenkreisen WestLB bei Tui-Verkauf offenbar noch am Anfang

Nach Angaben aus Branchenkreisen steht die WestLB bei ihren Bemühungen, ihren Anteil am Reisekonzern Tui zu verkaufen, nach wie vor am Anfang.

HB FRANKFURT. „Von einer heißen Phase oder einem kurz bevor stehenden Abschluss kann keine Rede sein. Es gibt keinen neuen Sachstand“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. Ein Medienbericht über den angeblichen Beginn einer „restricted period“ als der bereits heißen Verkaufsphase hatte zuvor am Montag den Kurs der Tui-Aktie nach oben getrieben.

Die Äußerung der WestLB vom vorigen Freitag, sie wolle sich zu dem Verkauf nicht weiter öffentlich erklären, sei möglicherweise als Indiz für bereits weit fortgeschrittene Verhandlungen überinterpretiert worden, hieß es aus den Kreisen. Ein WestLB-Sprecher gab dazu keinen Kommentar ab und verwies auf die Mitteilung der Bank von Ende voriger Woche. Auch Tui lehnte eine Stellungnahme ab.

Seit vier Wochen sorgen Berichte über mögliche Kaufinteressenten aus der Touristik oder auch die Gefahr einer Zerschlagung des Reisekonzerns durch einen Finanzinvestor für Unruhe bei Tui und beeinflussen auch den Aktienkurs. Von dessen Höhe im August hängt der im Interesse von WestLB und Tui wichtige Verbleib der Aktie des einzigen börsennotierten Touristikunternehmens in Deutschland im Deutschen Aktienindex ab.

Am Montag kam Tui mit einem Plus von mehr als drei Prozent auf 15,54 € diesem Ziel erneut ein Stück näher. Für ungewollten Kursauftrieb sorgt Aktienhändlern zufolge auch, dass so genannte Hedge Fonds, die mit dem Verkauf von geliehenen Aktien auf sinkende Tui-Kurse spekuliert haben, diese jetzt zurückerwerben müssen, um ihre Verluste zu begrenzen. .

Unter den Branchenanalysten wird erwartet, dass vor der Entscheidung der Deutsche Börse AG über den Dax-Verbleib von Tui am 3. September kaum mit konkreten Verkaufsverhandlungen seitens der WestLB zu rechnen sei. Bei einem Abstieg in dem Mittelwerteindex M-Dax drohen Kursverluste, was einem baldigen Verkauf entgegen stehen dürfte. Die WestLB hat bereits mehrfach bekundet, sie wolle mindestens 16,50 € für ihre 31,3 % an Tui (rund 55 Mill. Aktien) erlösen, jenen Wert auf den die Bank die Aktie Ende 2003 abgeschrieben hatte.

Ebenso gehen Experten davon aus, dass das Interesse an dem Tui-Anteil angesichts der unsicheren Kursentwicklung noch sehr überschaubar ist und die WestLB eher noch auf weitere Investoren hofft. Vorigen Freitag hatte die Bank erklärt, sie wolle ihr Paket „möglichst vollständig“ an einen Investor oder ein Konsortium veräußern. Damit hielt sich die Bank mehrere Möglichkeiten offen.

Branchenexperten werteten dies auch als Hinweis an potenzielle Interessenten, dass ein Verkauf des Tui-Pakets auch ohne ein Abfindungsangebot an alle übrigen Tui-Aktionäre gelingen könnte. Dies ist in Deutschland gesetzlich ab einem Anteilsbesitz von 30 % vorgeschrieben. Nach Angaben aus WestLB-nahen Kreisen bietet die Bank ihr Tui-Paket zwar als Ganzes mit entsprechendem Paketaufschlag an, ist aber bereit, knapp unter 30 % zu veräußern oder den Anteil an gemeinsam agierende Investoren aufzuteilen, sofern diese dies wollten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite