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Anleihen als Boni Credit Suisse lagert Risiken an Mitarbeiter aus

Neue Boni-Vergütung bei der Credit Suisse: Höhere Angestellte und Investmentbanker bekommen einen Teil ihrer Boni in durch Derivate abgedeckte Anleihen. Damit will die Bank auch die Eigenkapitalquote erhöhen.
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Das Logo der Credit Suisse an einer Filiale in Basel. Quelle: Reuters

Das Logo der Credit Suisse an einer Filiale in Basel.

(Foto: Reuters)

Zürich Die Schweizer Großbank Credit Suisse lagert wie schon in der Finanzkrise 2008 Risiken an leitende Mitarbeiter aus. Hohe Angestellte und Investmentbanker sollen einen Teil ihrer Boni in durch Derivate abgedeckten Anleihen erhalten. Das neue Instrument zur Boni-Vergütung heißt „PAF2“. Es funktioniert ähnlich wie eine Obligation. Die Mitarbeiter werden mit jährlichen Coupons für die Risikoübernahme entschädigt.

Angesichts schwieriger Zeiten in der Finanzbranche habe man „beschlossen, das Vergütungsmodell für unsere obere Führungsebene, Managing Directors und Directors, in der Gesamtbank anzupassen“, heißt es dazu in einer internen Mitteilung von Credit-Suisse-Chef Brady Dougan. Ein Sprecher der Bank bestätigte die Mitteilung am Dienstag auf Anfrage, wollte sie aber nicht weiter kommentieren.

Die Konzernleitung versuche, Risiken „wegzutransferieren“, indem sie diese zumindest teilweise auf die für Credit Suisse tätigen Banker verlagert, hieß es in Züricher Finanzkreisen. Eine solche Strategie habe sich 2008 als ein Mittel zur Bekämpfung der Folgen der Finanzkrise bewährt.

Laut der Mitteilung will die Credit Suisse rund 18 Prozent der Kreditrisiken aus dem Derivate-Portfolio an die den betroffenen Kreis führender Mitarbeiter auslagern. Bankchef Dougan verwies darauf, dass 94 Prozent der über die Anleihe gebündelten Produkte derzeit bei den Ratingagenturen nicht als Spekulationsobjekte eingestuft werden, sondern den sogenannten „Investment Grade“ haben. Die Anleihen, die an die Mitarbeiter gehen sollen, werden mit 5 bis 6,5 Prozent verzinst und damit deutlich höher als zum Beispiel US-Staatsanleihen.

Risiken und Chancen für die Mitarbeiter

Auch 2008 hatte der Konkurrent der Deutschen Bank Boni in Form von damals als wertlos geltenden Wertpapieren ausbezahlt und damit einen Teil der Risiken aus der Bilanz gebracht. Da sich diese Papiere in der Folge deutlich erholten, ergab sich auch für die Angestellten ein großer Gewinn.

Nach Angaben der Wirtschaftsagentur Bloomberg stieg der Wert der Papiere von 2009 bis Ende November 2011 im Durchschnitt um 75 Prozent. Dieser Weg berge Risiken, räumt die Unternehmensführung ein. „Wir gehen aber davon aus, dass die Papiere voll bedient werden und auch Zinsen gezahlt werden können“, schrieb Dougan an die Bankmitarbeiter.

Die Credit Suisse sichere zudem die ersten 500 Millionen Dollar Verlust des Portfolios ab. Über die absolute Höhe der an die Mitarbeiter verlagerten Risiken sowie die Aufteilung der für 2011 gezahlten Boni in Aktien und Baranteil wurden keine Angaben gemacht.

Hintergrund ist die Vorschrift der Schweizer Regierung für die Großbanken - die UBS und die Credit Suisse -, bis 2019 eine Eigenkapitalquote von 19 Prozent zu erreichen. Das neue Vergütungssystem soll anscheinend auch dazu beitragen, diese Eigenkapitalquote zu erreichen.

Finance Briefing
  • dpa
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