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Antrag bei Bafin Vergleichsportal Check24 beantragt eine Banklizenz

Das Vergleichsportal macht den nächsten Schritt in seiner Entwicklung. Die Banklizenz soll nicht nur das Geschäft mit Finanzprodukten unterstützen.
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Das Unternehmen hat schon vor geraumer Zeit die Ebene des reinen Vergleichsportals verlassen. Quelle: imago/Ralph Peters
Check24

Das Unternehmen hat schon vor geraumer Zeit die Ebene des reinen Vergleichsportals verlassen.

(Foto: imago/Ralph Peters)

München Als Vergleichsportal ist Check24 allgegenwärtig. Dank riesigem Werbeetat ist der Bekanntheitsgrad enorm. Ab dem kommenden Jahr könnte sich dem rund 20 Jahre alte Münchener Unternehmen dadurch strategisch neue Möglichkeiten ergeben. Dazu hat Check24 vor wenigen Wochen bei der Börsenaufsicht Bafin eine Banklizenz beantragt. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage. Zuerst hatte das Portal Finanz-Szene.de darüber berichtet.

Läuft alles nach Plan, dann rechnen die Verantwortlichen bei Check24 im kommenden Jahr mit einem positiven Bescheid der Bonner Behörde. Für das Vergleichsportal eröffneten sich damit neue Möglichkeiten.

Schon vor geraumer Zeit hatte Check24 die Ebene des reinen Vergleichs bei Finanzprodukten, Reisen, Energie- und Telekom-Tarifen verlassen und ist speziell im Finanzbereich mit eigenen Produkten am Markt aufgetreten. Dazu zählen hauseigene Kredite oder Angebote bei Tagesgeld. Doch mangels eigener Banklizenz hatte das Unternehmen hierbei bis dato stets mit Partnerbanken zusammenarbeiten müssen. Das soll sich nun ändern.

Allerdings wolle man künftig keineswegs als Konkurrent zu etablierten Banken auftreten, betonte ein Sprecher. Denn dabei bestünde die Gefahr, diese Kunden, deren Produkte via Vergleichsportal gegen eine Provision vermittelt werden, zumindest zu verärgern.

Stattdessen versteht Check24 seine künftige „C24 Bank“ als offene Plattform, auf der viele Banken ihre Produkte anbieten können. Intern betrachtet man das als Gegenmodell zu den geschlossenen Systemen der Banken und Sparkassen, die vor allem aus eigenen Produkten bestehen.

Trotz der erweiterten Möglichkeiten betont man bei Check24, dass eine Banklizenz nur die Erweiterung der geschäftlichen Aktivitäten bedeutet. Dessen Kern bestehe weiter aus dem Vergleich von Produkten.

Ähnlicher Weg wie Wirecard

Strategisch eröffnet der Schritt in Richtung einer eigenen Banklizenz dem Unternehmen dennoch völlig neue Möglichkeiten. Die Ansprüche von der Bankenaufsicht Bafin werden bei Check24 allerdings zu erhöhten Anforderungen und einem Ausbau der hauseigenen Compliance-Abteilung führen. Auf der Gegenseite wäre man dann bei der Auflegung neuer Finanzprodukte nicht mehr auf Partnerbanken angewiesen.

Einen ähnlichen Weg ging vor über einem Jahrzehnt bereits der Finanzdienstleister Wirecard, als er die Lizenz einer kleinen Wertpapierhandelsbank aus dem Rheinland übernahm. Damals wurde dieser Schritt in dem technologielastigen Unternehmen teils mit Unverständnis quittiert, heute betrachtet man ihn als Alleinstellungsmerkmal, das das starke Wachstum bis zum Dax-Konzern erst ermöglicht hat. Erst recht, weil die Außendarstellung über eine eigene Banklizenz eine völlig andere ist.

Zwar lassen sich die Geschäftsmodelle von Check24 und Wirecard kaum vergleichen, aber auch das Vergleichsportal, das noch immer als GmbH mit fünf Geschäftsführern firmiert, will in neue Bereiche vorstoßen. Die erhoffte Banklizenz soll dabei nicht nur das Geschäft mit Finanzprodukten unterstützen. Unter der neuen Kategorie „Profis“ können sich beispielsweise Interessierte seit geraumer Zeit die Dienste von Alleinunterhaltern, Caterern oder Braut-Stylisten sichern. Die Zahlungsabwicklung läuft dann über Check24. Nur eben bisher hier über eine Partnerbank.

Mehr: Das Start-up Gonetto bringt ein Vergleichsportal mit provisionsfreien Versicherungstarifen auf den Markt. Damit greift es Chec24 an.

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