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Apo-Bank-Skandal „Es war schon ein Schock für mich“

Zum zweiten Mal in zwei Jahren stolpert die Bank der Ärzte und Apotheker über einen Skandal in den eigenen Reihen. Im Interview äußert sich Herbert Pfennig, der Vorstandschef der Apobank, zu dem aktuellen Skandal in seinem Insitut
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Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands der Apotheker- und Ärztebank. Quelle: Pressebild

Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands der Apotheker- und Ärztebank.

(Foto: Pressebild)

HB: Herr Pfennig, so wie es aussieht, sind Sie ja regelrecht in einem Augiasstall gelandet. Hat Sie das Ausmaß der Probleme überrascht?

Pfennig: Es war schon ein Schock für mich, dass in meiner unmittelbaren Umgebung Manager mit solchen Vorwürfen in Verbindung gebracht werden. Aber nun rückt die Bank zusammen. Der Aufsichtsrat und auch die Mitarbeiter unterstützen mich und Herrn Siekmann voll. Jeder hilft, die Bank wieder so sauber zu machen, wie es unsere Kunden von uns erwarten können.

HB: Na ja, innerhalb kürzester Zeit musste nun die Vorstandsriege jeweils fast komplett erneuert werden. Gegen die Altvorstände bereiten Sie Schadensersatzklagen wegen problematischer strukturierter Wertpapiere vor und nun müssen zwei Führungsleute wegen des Immobilienskandals gehen. Da fragt man sich schon, ob mit der Unternehmenskultur bei der Apobank alles stimmt.

Pfennig: Das sind getrennte Vorgänge, in die jeweils nur ein kleiner Kreis von Leuten involviert war. Im einen Fall waren es Investitionen in Risikoprodukte, während im aktuellen Fall, so wie es sich uns heute darstellt, einzelne Mitarbeiter sich persönliche Vorteile verschafft haben. So etwas kann überall vorkommen und ist nicht unbedingt eine Frage der Kultur. Ich bin überzeugt davon, dass fast alle Mitarbeiter der Bank ein respektables Berufsethos haben. Und ich verurteile es scharf, dass ein paar Wenige das ganze Institut in Misskredit bringen.

HB: Kann die Bank nicht dennoch mehr frischen Wind von außen vertragen? Mit den Hausgewächsen hat sie in der Vergangenheit kein glückliches Händchen bewiesen.

Pfennig: Das kann sie natürlich. Aber langfristig ist eine gesunde Mischung aus externen Kräften und Hausgewächsen wichtig. Bei den Hausgewächsen wird man natürlich genau so hinsehen müssen, wie man es traditionell bei Externen tut. Es geht darum, dass wir bei der Personalentwicklung eine hohe Treffsicherheit hinbekommen. Man braucht ein System, um die herauszufiltern, die auch unter Zeitdruck und bei Versuchungen immer auf der richtigen Seite stehen.

HB: Wie reagieren Ihre Kunden und Anteilseigner auf die jüngsten Vorkommnisse?

Pfennig: Die ersten Reaktionen konnte ich ja auf der Aufsichtsratssitzung am Montag erleben. Ich konnte bei allen die Betroffenheit sehen, aber auch, wie man dann schnell in den Handlungsmodus überging und sehr entschlossen ein Sofortprogramm auf den Weg brachte.

HB: Sie wurden geholt, um bei der Apobank aufzuräumen. Ist das nicht ein herber Rückschlag?

Pfennig: Keine Frage, ich hätte der apoBank diese Schlagzeilen sehr gerne erspart. Trotzdem darf man eines nicht übersehen: in den letzten eineinhalb Jahren haben wir wirklich enorm viel gewonnen. Das Kundengeschäft ist kräftig gewachsen, die Kapitaldecke wurde gestärkt, und operativ ist uns viel gelungen. Was jetzt kam, ist schlimm, aber es wird diese Erfolge nicht zerstören können. Und mir ist wichtig zu sagen: ich stehe noch immer voll hinter dieser Bank.

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