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Apple Pay und Google Pay Das Bezahlen per Smartphone kommt – wenn auch langsam

Laut einer Umfrage haben erst sieben Prozent der deutschen Verbraucher schon einmal per Handy an der Ladenkasse gezahlt. Doch die Bezahl-Apps holen auf.
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Im vergangenen Juni ist Google Pay in Deutschland gestartet. Mit dem Bezahldienst kann man an der Ladenkasse sowie im Café bezahlen und auch beim Onlineshopping. Quelle: dpa
Google Pay

Im vergangenen Juni ist Google Pay in Deutschland gestartet. Mit dem Bezahldienst kann man an der Ladenkasse sowie im Café bezahlen und auch beim Onlineshopping.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Bezahlen per Smartphone kommt in Deutschland in Gang – wenngleich langsam. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Onlinebezahldienstes Paypal haben immerhin sieben Prozent der Verbraucher in Deutschland schon einmal per Smartphone an der Ladenkasse bezahlt.

Der Anteil ist zwar gering, aber die Bezahl-Apps von Sparkassen und Volksbanken sowie Google Pay sind auch erst im vergangenen Sommer gestartet. Einige Banken bieten seit Dezember das Bezahlverfahren von Apple, Apple Pay, an. Zahlen zu Transaktionen über Apple Pay und Google Pay sind noch nicht bekannt.

Zudem ermittelte die Umfrage unter gut 3000 Personen, dass gut die Hälfe der Befragten „neuen Zahlungsmitteln aufgeschlossen“ gegenübersteht, sobald sich diese über eine gewissen Zeit bewährt hätten. Das zeigt sich am Beispiel der kontaktlosen Zahlungen mit der Girocard, die früher EC-Karte genannt wurde. Bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken gab es im vergangenen Jahr ein deutliches Plus an Girocard-Transaktionen von jeweils rund 20 Prozent – bei den Sparkassen auf rund 1,8 Milliarden Transaktionen, bei den Genossenschaftsbanken auf eine Milliarde. Noch auffälliger: Die Kontaktlos-Zahlungen mit der Girocard werden immer beliebter. Der Anteil der kontaktlosen Zahlungen lag bei den Sparkassen-Kunden von Anfang 2018 bis Ende Januar 2019 bei 24 Prozent. Bei den Genossenschaftsbanken betrug er im vergangenen Jahr 21 Prozent.

Noch immer dominiert Bargeld beim Bezahlen an der Ladenkasse. Drei Viertel ihrer Einkäufe in Geschäften beglichen die Deutschen zuletzt in bar, wie die Bundesbank ermittelte.

Basis für das kontaktlose Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte – wie für das Bezahlen per Smartphone – ist die NFC-Technologie, kurz für Near Field Communication, die in die Kassenterminals sowie in die Chips in den neuen Girocards und bereits in vielen Kreditkarten integriert ist. Sie überträgt über maximal vier Zentimeter Distanz Daten per Funk. Der Kunde muss die Giro- oder Kreditkarte also ziemlich nah an das Kartenterminal halten. Bei Einkäufen von bis zu 25 Euro braucht man keine Geheimnummer mehr einzugeben. Ein großer Teil der Kassenterminals bei deutschen Einzelhändlern ist inzwischen mit der NFC-Technik ausgestattet.

Die Umfrage im Auftrag von Paypal ist aus drei Gründen interessant. Erstens wurde in vielen anderen Studien mehr nach dem Interesse an Smartphone-Zahlungen gefragt, nicht danach, ob Verbraucher es auch wirklich nutzen.

Zweitens wurde in einigen anderen Studien nicht genau zwischen dem Bezahlen an der Ladenkasse und dem Onlineshopping per Smartphone unterschieden.

Und drittens wurde in manchen Befragungen unter „mobilem Bezahlen“ sowohl das Bezahlen per Handy als auch per Kontaktlosfunktion der Girocard oder Kreditkarte verstanden.

Laut der Paypal-Umfrage, die Ende 2018 stattfand, bezahlen 54 Prozent der Kunden überwiegend ohne Bargeld, also mit Girocard oder Kreditkarte. Dieses Ergebnis allerdings passt nicht zur Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2017 – der zufolge Bargeld absolut dominiert. Der Anteil von Bargeldzahlungen ist in den vergangenen Jahren gesunken – von mehr als 80 Prozent im Jahr 2011 auf 74 Prozent im Jahr 2017. Doch eben nur langsam.

Die Mehrheit der Verbraucher kann den Bezahldienst von Apple, Apple Pay, allerdings derzeit auch noch nicht nutzen. Das könnte sich jedoch dieses Jahr ändern. Sparkassen und Volksbanken sind zuversichtlich, dass sie Apple Pay noch 2019 ihren Kunden anbieten können. Da Apple den direkten Zugriff auf die NFC-Schnittstelle am iPhone für andere Bezahldienste gesperrt hat, müssen Banken mit dem Konzern über die Freigabe verhandeln – was sich offenbar als schwierig erweist. Bezahldienste wie Payback Pay oder Bluecode wiederum stehen allen Smartphones offen, da sie die Daten per QR- oder Strichcode übertragen.

Hinzu kommt, dass Apple Pay bisher nur Karten von Mastercard und Visa funktioniert, Google Pay mit solchen Karten oder mit Paypal. Laut der Bundesbank besitzt allerdings nur gut ein Drittel der Verbraucher Kreditkarten.

Klar ist jedoch auch, dass die meisten Deutschen auf die Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen, nicht verzichten möchten. So meinen nur 24 Prozent, dass es mehr Vorteile als Nachteile hätte, wenn man nur noch bargeldlos bezahlen würde.

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