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Asset-Management Warum der Boom der Vermögensverwaltung bald vorbei sein könnte

Jahrelang brachte das Asset-Management den Banken gute Erträge. Eine aktuelle Studie sieht jetzt ein Ende der goldenen Zeiten.
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Der DWS-Chef steht unter Druck. Quelle: Reuters
Nicolas Moreau

Der DWS-Chef steht unter Druck.

(Foto: Reuters)

FrankfurtAls die Deutsche Bank Anfang des vergangenen Jahres ankündigte, einen Teil ihrer Fondstochter DWS an die Börse zu bringen, gab es zwei Lager: Das eine schüttelte den Kopf und fragte sich, warum die Bank ausgerechnet Teile ihrer lukrativen Ertragsperle losschlagen wollte. Das andere, kleinere Lager hielt den Schritt für vernünftig: Die besten Zeiten in der Vermögensverwaltung seien vorbei, der Zeitpunkt sei günstig, um Kasse zu machen. Nun legt eine Studie der Unternehmensberatung Bain nahe, dass die Börsengangs-Befürworter nicht ganz falsch lagen.

„Von der Milliardenmaschine zum Problemfall: Bis 2022 muss sich die Asset-Management-Branche auf einen deutlichen Profitabilitätsverlust einstellen“, warnt Bain. Die Studienautoren prophezeien, dass das weltweit verwaltete Vermögen langsamer wächst, die Kosten steigen und die Gewinne schrumpfen. „Zwischen 2018 und 2022 wird der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jedes Jahr im Schnitt um sieben Prozent fallen“, schreibt Bain. „Die Vermögensverwalter haben lange Zeit vom Boom des billigen Geldes und vom Wohlstandswachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitiert“, sagt Matthias Memminger, Partner bei Bain und Koautor der Studie. Nun rechnet er mit einem harten Ausleseprozess in der Branche. „Nicht alle Anbieter werden überleben.“

Seit 2012 sei das Volumen des verwalteten Vermögens („Assets under Management“) jedes Jahr im Durchschnitt um sieben Prozent gestiegen. Zugleich hat sich aber der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jährlich im Schnitt um zwei Prozent verringert. In den nächsten Jahren rechnet Bain nur noch mit Wachstumsraten beim verwalteten Vermögen von durchschnittlich vier Prozent bis 2022. Das ist aber nur einer der Gründe für den erwarteten „scharfen Rückgang“ von sieben Prozent per annum beim Ertrag je Euro Vermögen.

Ein Problem für die erfolgsverwöhnte Branche ist aus Sicht von Bain – neben steigenden Kosten für Technologie und Regulierung – das wachsende Kostenbewusstsein der Anleger, die zugleich anspruchsvoller mit Blick auf Investmentstrategien sind und eher bereit, Produkte, Preise und Dienstleistungen zu vergleichen. Zudem vertrauen die Investoren immer weniger den aktiv verwalteten Produkten, mit denen die DWS seit Jahren am besten verdient. Das ist für die ganze Branche eine schlechte Nachricht, denn bei aktiv verwalteten Fonds sind die Margen am besten.

Am stärksten wird der Margendruck laut Bain die ohnehin schon weniger erfolgreichen Vermögensverwalter treffen. Die Ertragskluft zwischen den stärksten und den schwächsten Anbietern hat sich der Studie zufolge vertieft. Lag sie 2013 noch bei 0,04 Prozentpunkten je Euro verwaltetem Vermögen, waren es im vergangenen Jahr 0,1 Prozent, Tendenz weiter steigend.

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